SCP-Kommentar Das war ein unerwarteter Warnschuss

Paderborn am Ende der Saison auf Relegationsplatz drei – der Tipp von Zweitliga-Rekordspieler Willi Landgraf via »Bild« sollte in erster Linie für Gesprächsstoff sorgen. Den braucht der SCP aber nicht, dafür sorgt das Team schon selbst. Positiv, wie der souveräne Aufstieg im Mai. Negativ, wie der Auftritt am Sonntag in Darmstadt.

Von Matthias Reichstein
Das war kein Einstand nach Maß für einen schwachen Zweitliga-Rückkehrer SC Paderborn.
Das war kein Einstand nach Maß für einen schwachen Zweitliga-Rückkehrer SC Paderborn. Foto: Jan Hübner

Um eines gleich klar zu stellen: Eine Niederlage des SC Paderborn in der 2. Liga kann nicht verwundern und davon wird es im Verlauf der Saison auch noch ein paar mehr geben. Die Art und Weise, wie das 0:1 zustande kam, war dennoch überraschend.

Nach der guten Vorbereitung (acht Spiele, nur eine Niederlage) und den herausragenden Spielen gegen den französischen Vizemeister AS Monaco (3:2) oder Drittliga-Meister 1. FC Magdeburg (3:0) kam dieser sehr nervöse, teilweise sogar ängstliche und damit mutlose Auftritt am Böllenfalltor ohne Vorwarnung und ist deshalb auch nur schwer erklären.

Nicht durchsetzen

Vor der Saison anzukündigen, den Offensiv-Fußball aus Liga drei eine Klasse höher mitzunehmen, war mutig. Dieses attraktive Spiel auch tatsächlich durchzusetzen, gelang in Darmstadt gar nicht.

Der mit 90 Toren und 83 Punkten überragende Vizemeister der vergangenen Drittliga-Saison konnte sich in der Hälfte des Gegners überhaupt nicht durchsetzen. Der verschossene Strafstoß war die einzige Paderborner Torchance in den gesamten 90 Minuten. Allerdings eine klare und die sollte man an Tagen, an denen nicht viel läuft, unbedingt nutzen. Das 0:1 war deshalb ein erster Dämpfer. Aber auch nicht mehr.

Nicht beeindrucken lassen

Die Gegner in der 2. Liga werden sich auf den Überflieger aus Ostwestfalen gut einstellen. Das wurde gestern schon in Darmstadt deutlich. Trainerstab und Mannschaft sind deshalb schon ab Spieltag zwei gefordert, neue Lösungen zu finden.

Der Kader ist in der Breite gut besetzt, Baumgart hat auch genug verschiedene Spielertypen, um hier reagieren zu können. Wichtig ist nur, dass sich der Klub von Rückschlägen nicht beeindrucken lässt und den eingeschlagenen Weg weitergeht. Genau wie in der 3. Liga. Die erste Gelegenheit, es im eigenen Stadion besser zu machen als am Böllenfalltor, bietet sich schon am Freitag gegen Regensburg.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.