Blitz-Besuch von Paderborns Ex-Torjäger – Premier League ist sein Ziel Srbeny holt Abschied nach

Paderborn (WB). Dennis Srbeny drückt immer aufs Tempo. Der ehemalige Topstürmer des SC Paderborn zündete in Rekordzeit in der 3. Liga, wechselte nach sieben Monaten nach England und stattete nun seinen ehemaligen Kollegen einen Blitz-Besuch ab.

Von Matthias Reichstein
Der ehemalige Paderborner Torjäger Dennis Srbeny stürmt nun für Norwich City.
Der ehemalige Paderborner Torjäger Dennis Srbeny stürmt nun für Norwich City. Foto: imago

»Es hat sich angefühlt, als wenn ich nie weg war. Dieser einmalige Zusammenhalt ist das größte Qualitätsmerkmal der Mannschaft«, strahlte Srbeny, der nach einem gemeinsamen Mittagessen endgültig Servus sagte: »Im Winter war dafür die Zeit zu knapp, das habe ich jetzt nachgeholt.«

Srbeny flog direkt zur Freundin nach Berlin und dann in den Urlaub: »Ich muss runterkommen und endlich anfangen, die vergangenen Monate zu verarbeiten.«

Für 1,5 Millionen Euro Ablöse auf die Insel

Da hat er genug zu tun, denn das »S« im Namen von Srbeny steht für schnell. Im Juni holte Manager Markus Krösche den 1,90 Meter langen Stürmer vom Regionalligisten BFC Dynamo, seine erste Halbserie in der 3. Liga beendete der 24-Jährige mit neun Toren und neun Vorbereitungen als Top-Scorer.

Schnell rückte der Berliner auch international in den Fokus, das beste Angebot kam von der Insel. Zweitligist Norwich City, trainiert vom Steinhausener Daniel Farke, zahlte 1,5 Millionen Euro Ablöse. »Ob das der richtige Weg war, wird sich zeigen. Aber ich hatte bei dem Deal keine Verhandlungsposition, die Entscheidung lag allein beim Verein.«

Am Ende ging das Geschäft glänzend auf. Der SCP konnte das Defizit dieser Drittliga-Saison verringern und stieg trotzdem auf. Srbeny schaffte innerhalb von wenigen Monaten den Sprung von der Regionalliga in die Championship. Auch wenn er dort Zeit brauchte, um anzukommen.

»Die Liga, die Sprache, der Verein und das Niveau – alles ist anders«, sagt Srbeny und ist überzeugt: »Die meisten unserer Clubs könnten in der 1. Bundesliga mithalten.«

Ein Tor gegen Aston Villa

Die Premier League ist das Ziel für die neue Saison. Dafür muss City mindestens Platz sechs belegen, denn nur der reicht noch zur Relegation. In der gerade beendeten Spielzeit war Norwich davon weit entfernt.

Der Tabellen-13. konnte in der Rückrunde keinen Rang aufholen, Srbeny selbst traf nur einmal (beim 3:1 gegen Aston Villa), ist aber nicht unzufrieden: »Ich komme immer besser rein. Wir hatten uns zwar mehr vorgestellt, aber ein Neuaufbau mit deutschem Trainer und vielen deutschen Spielern braucht Zeit.«

Wenn man die haben will. Srebny kennt die Schnelllebigkeit. Farke ist ein Kandidat bei Eintracht Frankfurt. Sollte der 41-Jährige wechseln, könnten auch einige Spieler wie die Ex-Paderborner Mario Vrancic oder Srbeny folgen. »Ich sage nie mehr nie«, hat der Mittelstürmer gelernt. In einem Punkt ist er aber sicher: »Wer drei nicht abgestiegene Zweitligisten im Pokal rauswirft, der hat Qualität. Paderborn steigt nicht ab.«

Kommentare

Der Tanz auf dem Drahtseil...

Dass die alleinige Entscheidung beim Verein liegt war ja klar. Die Frage ist eher, ob er persönlich bleiben wollte. Nichts ist schlimmer, als ein wechselwilliger Spieler, der nicht gehen darf. Aber wenn er unbedingt bleiben wollte, würde das ein anderes Licht auf die Sache werfen.
Der Deal war extrem riskant, zeigt aber nochmal deutlich, dass es vom Teambilding abhängt. Mit Tietz hat man zwar keinen 100%igen Ersatz gefunden, aber der Junge ist ja auch deutlich jünger und hat Entwicklungspotenzial.

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