Noch zwei Treffer fehlen, um die Braunschweiger Drittliga-Bestmarke (81) zu toppen Paderborn jagt den Torrekord

Paderborn (WB). Paderborns Trainer Steffen Baumgart erstickt jeden Übermut im Keim. Auch mit dem Aufstieg vor Augen. Die Kabinen-Party seiner Spieler nach dem 5:0-Sieg beim VfL Osnabrück nahm er regungslos zur Kenntnis.

Von Peter Klute
Allein 17 Tore gehen in dieser Saison auf das Konto von SCP-Stürmer Sven Michel.
Allein 17 Tore gehen in dieser Saison auf das Konto von SCP-Stürmer Sven Michel. Foto: Besim Mazhiqi

Ein Spielverderber wollte er nicht sein, richtig gut fand er es sichtlich aber auch nicht. Wenig später in der Pressekonferenz ging sein Blick schon wieder nach vorne. »Am kommenden Samstag wartet mit der SpVgg Unterhaching der spielstärkste Gegner der Liga auf uns«, sagte Baumgart.

Superlative und Bestleistungen

Klar, der Aufsteiger aus Bayern spielt eine starke Saison, aber Superlativen beansprucht vor allem der SCP für sich, ob persönliche Bestleistungen oder ligaweit. Das war schon in der Hinrunde so, mit dem höchsten Heimsieg der Paderborner Drittliga-Geschichte (7:1 gegen Werder Bremen II), sieben Siegen am Stück oder anderen Bestmarken.

In der Rückserie gesellten sich noch einige dazu. Das Spiel in Osnabrück war das zehnte in Folge ohne Niederlage. Die längste Paderborner Serie in der laufenden Spielzeit, die ligaweit allerdings vom Karlsruher SC (21 Spiele ungeschlagen) noch deutlich übertroffen wurde. Sechsmal in Folge zu Null zu spielen und dabei in drei Partien insgesamt 16:0 Tore zu erzielen, das ist jedoch einsame Spitze. Im zehnten Jahr des Bestehens der 3. Liga stehen die Ostwestfalen nun auch unmittelbar davor, den Torrekord zu knacken. Der steht momentan bei 81 Treffern, aufgestellt von Eintracht Braunschweig in der Saison 2010/2011. Der SCP hat aktuell 80 Tore auf dem Konto und zwei Treffer sollten machbar sein. Die Braunschweiger Punkte-Bestmarke (85) werden die Paderborner aber wohl nicht erreichen, dafür müssten sie alle noch ausstehenden vier Spiele gewinnen.

9000 Karten führ Haching-Spiel verkauft

Wenn der Zweitliga-Aufstieg gelingt, und daran zweifelt keiner mehr, wird der SCP das verschmerzen können. Den größten Anteil an der Torflut hat definitiv Sven Michel, mit 17 Treffern erfolgreichster Paderborner Schütze. Doch neben Michel haben 14 weitere Paderborner aus allen Mannschaftsteilen schon getroffen. Dass Gegner Fehler machen, wie in Aalen oder Osnabrück, ist das eine. Dass der SCP durch Pressing diese Fehler erzwingt, das andere. »Wie die Jungs unsere Vorgaben umsetzen, davor kann ich nur den Hut ziehen. Der Glaube daran, immer wieder anzulaufen, ist entscheidend«, sagt Baumgart.

Der Glaube war immer da, auch als es zu Beginn der Rückrunde fünf Punktspiele ohne Sieg gab. »Unser Spiel basiert auf einer gewissen Selbstverständlichkeit. Jeder kann sich auf den anderen verlassen«, sagt Robin Krauße . »So ein Durchhänger gehört dazu. Dann kam zum richtigen Zeitpunkt ein Lauf und jetzt kann ich mir nicht vorstellen, dass wir uns das noch nehmen lassen«, sagt Schlussmann Leopold Zingerle, seit 613 Minuten ohne Gegentor. Jetzt fehlt nur noch ein Dreier zum Aufstieg. Krauße ist sicher, dass der schon am Samstag gegen Unterhaching gelingt: »Da haben wir in der Hinrunde ein sehr gutes Spiel gemacht und 3:0 gewonnen.«

An Unterstützung von den Rängen wird es nicht mangeln, bis Montagabend waren knapp 9000 Karten verkauft, die Sitzplatztickets sind komplett vergriffen.

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