Paderborn fehlt nur noch ein Sieg zum Aufstieg in die 2. Bundesliga Gefeiert wird in der Arena

Osnabrück (WB). Osnabrück im  Mai 2017 : Die Spieler des SC Paderborn vergießen nach dem sportlichen Abstieg in die Regionalliga Tränen. Osnabrück knapp zehn Monate später: Laute Partymusik dringt aus der Gästekabine.

Von Peter Klute
Paderborner Jubel in Osnabrück: Nach dem Abpfiff feiern Fans und Spieler den 5:0-Sieg.
Paderborner Jubel in Osnabrück: Nach dem Abpfiff feiern Fans und Spieler den 5:0-Sieg. Foto: Besim Mazhiqi

Nach dem 5:0 (1:0) beim VfL steht der SCP unmittelbar vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Es fehlt nur noch ein Sieg.

Gegensätzlicher hätte die Paderborner Gefühlslage in Osnabrück nicht sein können. Mit Sprechchören (»Ohne 60 wärt ihr gar nicht hier«) erinnerten die VfL-Fans zu Beginn noch einmal an das Szenario vor fast einem Jahr, spätestens im Laufe der zweiten Hälfte waren nur noch die fast 1500 Gästefans zu hören. »Nie mehr 3. Liga«, hallte es von der Westtribüne der Bremer Brücke.

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Die Liga ist eng, wir sind noch nicht am Ende.

SCp-Trainer Steffen Baumgart

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In den Katakomben schrien die Protagonisten ihre Freude heraus, nur einer machte bei dieser Euphorie nicht mit. Mit versteinerter Miene nahm Trainer Steffen Baumgart in der Pressekonferenz auf dem Podium Platz und analysierte völlig emotionslos: »Die Liga ist eng, wir sind noch nicht am Ende.« Auf Nachfrage teilte er mit: »Erst wenn wir die Linie überschritten haben, ist es mit meiner Ruhe vielleicht vorbei.« Da darf man gespannt sein.

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Wer so Fußball spielt, hat es definitiv verdient. Ich bin sicher, dass diese hohe Qualität belohnt wird.

VfL-Trainer Daniel Thioune

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Außer für Baumgart ist der Aufstieg für alle anderen beschlossene Sache. Selbst für die Gegner: »Nach dem Wechsel war das ein deutlicher Klassenunterschied. Da waren die beiden Mannschaften so weit auseinander, wie man es nur sein kann. Ich wünsche Paderborn den Aufstieg. Wer so Fußball spielt, hat es definitiv verdient. Ich bin sicher, dass diese hohe Qualität belohnt wird«, stimmte Osnabrücks Coach Daniel Thioune ein Loblied an.

Traumtor von Antwi-Adjei

Dessen Mannschaft war nur in den ersten 45 Minuten einigermaßen auf Augenhöhe und lag durch ein Geschenk, das Robin Krauße nach einer guten halben Stunde dankbar annahm, nur mit 0:1 zurück. Der Versuch von Immanuel Iyoha, den SCP-Keeper Leopold Zingerle im Nachfassen parierte (16.), blieb der einzige Torschuss der Gastgeber, die nach dem schnellen 0:2 nach der Pause in sich zusammenfielen.

»Ein wunderschöner Treffer«, fand selbst Baumgart Gefallen an dem Traumtor von Christopher Antwi-Adjei, der die Kugel wie an einem Strich gezogen in die Maschen jagte (51.). Danach klappte fast alles. Am Ende hätten die Ostwestfalen noch mehr Treffer nachlegen können als die von Antwi-Adjei (60.), Phillip Tietz (75.) sowie des eingewechselten Massih Wassey, der fünf Minuten vor dem Ende einen Freistoß herrlich in den Winkel schlenzte.

Dritter Sieg in Folge

Es war der dritte Sieg in Folge mit insgesamt 16:0 Toren, das sechste Spiel am Stück ohne Gegentreffer und die zehnte Partie ohne Niederlage hintereinander. So spielt ein Tabellenführer, so spielt ein Aufsteiger. Nach dem 1:2 des SV Wehen Wiesbaden am Freitag gegen den Zweiten 1. FC Magdeburg und dem 0:0 des Karlsruher SC gestern gegen Hansa Rostock kann der SCP mit einem Dreier daheim am Samstag gegen die SpVgg Unterhaching den Aufstieg perfekt machen. Unabhängig davon, wie die Konkurrenz spielt. Die Aufstiegsfeier würde nach Informationen dieser Zeitung direkt im Anschluss in der Benteler-Arena steigen.

Sollte der SCP patzen, würde die Party zwei Wochen später nach der Partie gegen Wiesbaden stattfinden – vorausgesetzt, Paderborn wäre durch. Eine Feier am Rathausplatz könnte aufgrund des Frühlingsfestes am ersten Mai-Wochenende eine Woche später nach dem letzten Spiel in Köln nachgeholt werden. Am Samstag nach Unterhaching ist der SCP erst noch in Karlsruhe zu Gast, da die Rückkehr aber erst am späten Abend erfolgt, würde es in Paderborn keine Feierlichkeiten mehr geben. »Das ist alles egal. Hauptsache, wir schaffen’s«, sagte Krauße. Da hätte auch sein Trainer sicher nichts dagegen.

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