SC Paderborn gewinnt 5:0 in Osnabrück Dem Aufstieg ganz nah

Osnabrück (WB). Der SC Paderborn ist nur noch eine Winzigkeit von der 2. Bundesliga entfernt. Der Drittliga-Spitzenreiter gewann beim VfL Osnabrück mit 5:0 (1:0) und könnte schon am nächsten Wochenende aufsteigen.

Von Peter Klute
Sorgt für die 1:0-Führung: Robin Krauße.
Sorgt für die 1:0-Führung: Robin Krauße. Foto: Besim Mazhiqi

Es war der dritte hohe Dreier (nach 5:0 in Aalen und 6:0 gegen Jena!) in Serie, das zehnte Spiel in Folge ohne Niederlage und zum sechsten Mal am Stück stand hinten die Null. Ausgerechnet am Abstiegsort von vor einem Jahr rückte der Aufstieg ganz nah. »Nie mehr 3. Liga«, skandierten die aus Ostwestfalen mitgereisten Anhänger. Die zunächst lautstarken Schmährufe der Osnabrücker Fans (»Ohne 60 wärt ihr gar nicht hier«) verstummten.

 SCP-Trainer Steffen Baumgart machte seine Ankündigung wahr und schickte exakt die Elf auf den Rasen, die vor einer Woche CZ Jena mit 6:0 besiegt hatte. Unter der Woche im Westfalenpokal-Halbfinale gegen Westfalenligist SpVg. Olpe (3:0) hatten elf andere Spieler begonnen. Bei den Gastgebern saß mit Ersatzkeeper Tim Paterok ein Ex-Paderborner auf der Bank, gleiches galt für Christian Bickel, der bis zum Saisonende vom SCP an den VfL ausgeliehen ist. Dagegen stand der ehemalige Hövelrieger Bashkim Renneke in der Anfangsformation der Mannschaft von Trainer Daniel Thioune.

Partie wird hektisch

Gegen Olpe machte der SCP aus 26 Ecken kein Tor, in Osnabrück wäre fast aus dem ersten Standard ein Treffer gefallen. Ecke Philipp Klement, Abschluss Sven Michel, doch ein Osnabrücker Abwehrbein war dazwischen (dritte Minute). Sechs Minuten später wurde Michel von Christopher Antwi-Adjei beident, scheiterte aber am linken Fuß von Keeper Marius Gersbeck. Paderborn war sofort die bessere Mannschaft, wie es sich für einen Ersten beim 17. gehört. In der 16. Minute wurde es aber auch für SCP-Torwart Leopold Zingerle nach einem Distanzschuss von Emmanuel Iyoha zum ersten Mal ernst. Zingerle parierte im Nachfassen.

Nach gut 25 Minuten wurde die Partie zunehmend hektisch und Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart sprach die ersten Verwarnungen aus. Nach einer halben Stunde war Michel seinem 18. Saisontor wieder sehr nah, diesmal rettete Adam Susac kurz vor der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann. Dann schenkte Osnabrück dem SCP die Führung. Nach einem Missverständnis zwischen Gersbeck und Vordermann Kamer Krasniqi standen gleich drei Gästekicker frei, Robin Krauße schob den Ball ins leere rechte Eck.

Osnabrück in Unterzahl

Zwei Minuten nach dem Wechsel hatte Marlon Ritter die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch Gersbeck wehrte ab. In der 51. Minute war Gersbeck dann aber zum zweiten Mal geschlagen. Ein unhaltbarer »Hammer« von Antwi-Adjei schlug links ein. Osnabrück blieb auch in der Folge zu harmlos, um Paderborn richtig zu gefährden. Stattdessen hätte Krauße nach einer Ecke von Klement fast zum zweiten Mal getroffen (59.). Das tat Antwi-Adjei 60 Sekunden später. Michel (65.) und Krauße (70.) hätten das Hinspielergebnis noch erhöhen können, was danach Phillip Tietz eine Viertelstunde vor dem Ende sowie der eingewechselte Massih Wassey per Freistoß (85.) erledigten. Die letzten 20 Minuten bestritt Osnabrück nach einer Gelb-Roten Karte gegen Konstantin Engel in Unterzahl.

Der Aufstieg ist nicht mehr weit entfernt, unabhängig von der Ligazugehörigkeit wird der SCP in der Vorbereitung auf die neue Saison kein Trainingslager beziehen und in Paderborn bleiben. »Wir haben hier alles, was wir brauchen«, sagte Manager Markus Krösche. Am Thema Neuzugänge werde gearbeitet, versicherte Krösche, der neu gehandelte Martin Kobylanski vom Ligarivalen SC Preußen Münster werde aber definitiv nicht kommen. »Martin ist ein guter Spieler, aber er ist für uns kein Thema«, sagte Krösche.

VfL Osnabrück: Gersbeck - Appiah, Susac, Sama, Engel - Groß, Krasniqi (68. Bickel) - Renneke, Danneberg (68. Wachs), Iyoha – Alvarez (74. Kristo)

SC Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Collins - Krauße (75. Wassey) - Klement, Ritter (85. Zolinski), Antwi-Adjei – Tietz (80. Bertels), Michel

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Tore: 0:1 Krauße (33.), 0:2 Antwi-Adjei (51.), 0:3 Antwi-Adjei (60.), 0:4 Tietz (75.), 0:5 Wassey (85.)

Zuschauer: 8490

Gelbe Karten: Alvarez, Groß, Sama / Krauße

Gelb-Rote Karte: Engel (71.)

Kommentare

17/18: 22 3er für uns - ein Dreier gegen uns

Wie vor Wochen vermutet, werden 74 Punkte sicher reichen. Das ist wohl geschafft und nächste Woche ist der Aufstieg möglich.

NUR EINS IST KLAR: KEINE PARTY AM RATHAUS!!!

Die Kommunalpolitik hat uns nur geschadet:

- Stadionbau: durch städtische Planungsfehler Millionenschaden für den SCP
- TNLZ: Plätze gehören der Stadt - SCP zahlt
- finanzielle Schwierigkeiten: Gladbach-Fan Dreier quatscht populistisch in die Mikrofone: Wir helfen nicht! Dabei wurde er gar nicht nach Hilfe gefragt!

Jede andere Kommune unterstützt ihren Verein (Duisburg, Aachen, Klautern, Osna, BI, sämtliche Ost-Städte etc). Nur hier wird der Goldesel geschlachtet, obwohl man ihn melken will (Arbeitsplätze, Steuern etc.).

Und die versammelte Kommunalpolitik mit Dreier an der Spitze winkt ins Volk und lässt sich feiern. Dabei steigt der SCP nicht wegen der Stadt sondern trotz der Stadt auf. Unglaublich bei diesen unterirdischen Bedingungen, was der Verein erreicht hat.

Herzlichen Glückwunsch zum Wiederaufstieg, SC Paderborn. Ich hätte da eine Bitte an die Paderborner Leser einer ehemals großen und zur Lachnummer verkommenen Bielefelder Kommentarfunktionen: Lasst Euch bitte nicht von angeblichen Arminia-Fans zu Diskussionen hinreißen, wer demnächst die Nummer 1 in OWL sein wird. Oder ob wir gegen Euch zwei Derbys oder nur Nachbarschaftsduelle spielen.

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