Primus SC Paderborn gewinnt in Rostock und beendet Negativserie Nach 0:2 noch 3:2

Rostock (WB). Wahnsinn an der Ostsee. Drittligist SC Paderborn dreht nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg das Spitzenspiel bei Hansa Rostock, gewinnt nach 0:2-Pausenrückstand mit 3:2 und bleibt Tabellenführer.

Von Peter Klute
Paderborns Felix Herzenbruch im Zweikampf mit einem Rostocker.
Paderborns Felix Herzenbruch im Zweikampf mit einem Rostocker. Foto: Michael Täger

SCP-Trainer Steffen Baumgart ließ in einem 4-1-4-1-System spielen und veränderte an alter Wirkungsstätte seine Startelf gegenüber dem 1:1 am vergangenen Dienstag im Ligagipfel gegen den Tabellenzweiten 1. FC Magdeburg auf drei Positionen. In der Innenverteidigung bekam Kapitän Christian Strohdiek nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre doch den Vorzug vor Leon Fesser, nachdem Baumgart vor dem Spiel erklärt hatte: »Es ist nicht klar, dass Christian anfängt.« Weiterhin rückten Massih Wassey (anstelle von Philipp Klement) und Ben Zolinski (für Christopher Antwi-Adjei) neu in die Anfangsformation.Topscorer Sven Michel blieb dagegen zum zweiten Mal in Folge zunächst auf der Bank.

SCP die dominante Mannschaft

Auch ohne Michel war der SCP in den ersten zehn Minuten die dominante Mannschaft. Die Gäste spielten wie ein Heimteam, hatten mehr Ballbesitz und setzten den Gegner sofort unter Druck. Hansa wartete ab, schlug dann aber eiskalt zu. Mit den ersten beiden Chancen ging Rostock prompt mit 2:0 in Führung, zweimal traf die Kogge nach einem Konter gegen eine entblößte Paderborner Abwehr. Zehnte Minute: Pass Soufian Benyamnia, in der Mitte schiebt Tim Väyrynen zum 1:0 ein. Eine ähnliche Situation sechs Minuten später: Diesmal Flanke Fabian Holthaus und am zweiten Pfosten vollstreckt Pascal Breier. Der SCP spielte naiv und harmlos. So dauerte es bis zur 35. Minute, ehe Phillip Tietz nach Zuspiel von Massih Wassey Hansas Torwart Janis Blaswich erstmals prüfte. Der Halbzeitstand ging somit völlig in Ordnung.

Schnelles Tor nach der Pause

Die Gäste brauchten nach dem Wechsel ein schnelles Tor, um wieder ins Spiel zu kommen. Und sie bekamen es. Marlon Ritter überwand Blaswich von der Strafraumgrenze und es stand nur noch 2:1 (52.). Paderborn schöpfte neuen Mut, es wurde ein echter Fight. Doch Hansa blieb immer gefährlich. Breier verpasste das schnelle 3:1 nur knapp, Leopold Zingerle parierte (57.). Jetzt war Rostock wieder am Drücker und dem 3:1 näher als Paderborn dem Ausgleich. Doch dann erzielte der eingewechselte Michel erst das 2:2 (86.) und in der Nachspielzeit köpfte Strohdiek nach einer Ecke auch noch das Siegtor.

Das sagen die beiden Trainer zum Spiel

Pavel Dotchev (Trainer Hansa Rostock): »Paderborn hatte die meisten Aktionen, aber wir haben sehr gut verteidigt. Dann hat der Gegner aus drei Chancen drei Tore gemacht. Das trifft uns hart, ist brutal und sehr ärgerlich.«

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): »Wir haben uns in der ersten Hälfte das Leben selbst schwer gemacht. Aber wir haben immer die Nerven behalten und sind zurückgekommen. Der Zeitpunkt unserer Tore macht den Sieg etwas glücklich. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, in meiner Heimat gewonnen zu haben.«

Rostock: Blaswich - Rankovic, Hüsing, Riedel, Rieble - Väyrynen (78. Quiring), Henning, Wannenwetsch, Holthaus – Breier (63. Evseev), Benyamina (89. Bouziane)

Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße – Zolinski (46. Antwi-Adjei), Wassey (62. Klement), Ritter, Yeboah (72. Michel) - Tietz

Tore: 1:0 Väyrynen (10.), 2:0 Breier (16.), 2:1 Ritter (52.), 2:2 Michel (86.), 2:3 Strohdiek (90.+1)

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)

Gelbe Karten: Holthaus, Wannenwetsch / Schonlau, Ritter

Zuschauer: 13.400

Kommentare

Der Kampfgeist ist endlich belohnt worden und für Sven Michel hats mich auch sehr gefreut!

Lebenswichtig

Mit dem Sieg sind die Chancen auf eine Vermeidung der baldigen Insolvenz gewahrt. Nur der Aufstieg kann uns retten. Und in den letzten Wochen musste man sich doch große Sorgen machen.

Auch heute. Wie Rostock so schwach sein konnte, noch zu verlieren, lässt sich nicht erklären. Ein Wahnsinn!

Speziell in der ersten Halbzeit hatte jeder Rostocker in unserem Strafraum 5 Meter Platz. Beim 1:0 wird das Zentrum komplett entblößt. Es war eine Qual, da zuzusehen.

Naja. Vielleicht ist nun bei Michel der Knoten geplatzt und wir dürfen das schnell vergessen.

Mit der Leistung der ersten Halbzeit gewinnen wir jedenfalls kein Spiel mehr...

In diesem Sinne: auf die Chance des Weiterexistierens!

2 Kommentare

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