Paderborns Spielmacher begann seine Laufbahn in Münster Wassey: »Ein ganz besonderes Spiel«

Paderborn (WB). Vor gut elf Jahren hat Massih Wassey bei Preußen Münster seine Profi-Laufbahn gestartet. Am Samstag (14 Uhr, WDR) kehrt Paderborns Taktgeber an die Hammer Straße zurück. »Das ist ein ganz besonderes Spiel für mich«, sagt Wassey.

Von Matthias Reichstein
So war es im Hinspiel: Massih Wassey jubelt, Münsters Torhüter Nils-Jonathan Körber ist geschlagen.
So war es im Hinspiel: Massih Wassey jubelt, Münsters Torhüter Nils-Jonathan Körber ist geschlagen. Foto: Oliver Schwabe

Der Deutsch-Kanadier wurde am 18. Juni 1988 in Münster geboren, wuchs einen Steinwurf vom Preußen-Stadion entfernt auf und war als Knirps dort Stammgast. Das sagt schon einiges, der Blick auf das Hinrundenspiel macht Wasseys Rückkehr noch pikanter: Ausgerechnet der 29-Jährige war es, der den Preußen-Adler praktisch im Alleingang zerlegte und Münsters frühe Führung (29.) mit zwei Toren nach der Pause (67./81.) in einen 2:1-Sieg verwandelte. Das war am achten Spieltag, der SCP war ungeschlagener Spitzenreiter und durfte den siebten Sieg feiern.

Das liest sich nach einer Wassey-Gala, war es aber nicht. »Wir haben uns damals in das Spiel förmlich reingebissen«, erinnert sich Wassey. So ähnlich wird es auch am Samstag laufen müssen. Der SCP ist seit vier Pflichtpartien sieglos, hat in den vergangenen drei Spielen nicht mehr getroffen und ist die Tabellenführung auch längst los. »Gegen Münster stimmte das Ergebnis, aber unsere Leistung nicht«, sagt Paderborns Stratege.

Gute Leistung, aber schlechtes Resultat

Aktuell ist es genau umgekehrt. Die Leistung des SCP gegen die Kickers (0:0) war, was Willen und Einsatzbereitschaft angeht, in Ordnung. Das Resultat sicher nicht. Eine Parallele gibt es ein knappes halbes Jahr später aber doch: Eine noch von Benno Möhlmann strukturierte und kompakt auftretende Preußen-Elf stellte den ideenlos wirkenden SCP lange Zeit vor große Probleme. Steffen Baumgart zog damals dieses Fazit: »Der Sieg, auch wie er zustande gekommen ist, war glücklich.«

Einen Satz, den der 46-Jährige nach vier erfolglosen Anläufen gegen zuhause in diesem Jahr noch verlustpunktfreie Preußen gerne wiederholen würde. Wenn Massih Wassey an alter Wirkungsstätte erneut mit dazu beitragen würde, umso besser. Doch nicht nur das SCP-Team hat aktuell Probleme, der Ideengeber auch. Wassey hatte mit einigen Verletzungen zu kämpfen, stand gegen Lotte (5:0) und Sonnenhof Großaspach (1:1) gar nicht im Kader und kam gegen Würzburg erst nach knapp 70 Minuten rein. »Massih ist ein Typ, der verletzungsfrei bleiben muss. Wenn ihm nur ein paar Trainingseinheiten fehlen, wirkt sich das auf sein Leistungsvermögen besonders krass aus«, sagt Manager Markus Krösche.

Achte Saison beim SCP

Ob Baumgart den Spielmacher am Samstag überhaupt von Beginn an bringt, ist noch fraglich. Der gelbgesperrte Marlon Ritter ist nicht dabei und deshalb wäre der Weg in die Startelf eigentlich frei, doch im Winter verpflichtete der SCP mit Philipp Klement (FSV Mainz 05) noch einen weiteren kreativen Kopf für die Schaltzentrale. »Massih hat gut trainiert und findet nach ein paar Problemen zu Beginn des Jahres immer besser ins Spiel. Er ist im Kopf wieder schnell und heiß auf das Spiel. Aber das sind alle anderen auch«, sagt Baumgart und lässt sich noch alle Optionen offen.

Der SC Paderborn ist für den ehemaligen kanadischen Nationalspieler Massih Wassey schon die achte Station seit 2007. Entdeckt hatte den Mittelfeld-Mann Roger Schmidt, ein Coach mit Paderborner Wurzeln. »Er war sehr wichtig für mich«, sagt Wassey – wie der SCP. Denn eines dürfte feststehen: Der Weg in die 2. Liga führt für den bald 30-Jährigen nur noch über Paderborn.

So könnte der SCP spielen

Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße, Wassey - Zolinski, Klement, Antwi-Adjei - Michel

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