Paderborns Manager spricht über die Ergebniskrise Markus Krösche: »Die Jungs tun alles«

Paderborn (WB). Nur eine Ergebniskrise oder doch mehr? Fakt ist: Der Fußballdrittligist SC Paderborn kommt in der Rückrunde noch nicht so richtig in Schwung. Über die aktuelle Situation sprach Matthias Reichstein mit dem SCP-Manager Markus Krösche.

Der Manager als Mutmacher: Markus Krösche blickt den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen.
Der Manager als Mutmacher: Markus Krösche blickt den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen. Foto: Besim Mazhiqi

Herr Krösche, der SCP belegt in der Rückrundentabelle mit neun Punkten aus sechs Spielen nur Platz 13. Was sagen Sie zu der Ergebniskrise?

Krösche: Wir haben zu wenig Punkte geholt. Ganz klar. Uns ist ein wenig die Leichtigkeit verloren gegangen. Die Jungs geben Gas, sie wollen und tun alles, aber sie wirken in vielen Situationen etwas verkrampft. Dazu kommt, dass uns in einigen Situationen auch das Quäntchen Glück fehlt.

Der SCP war mit einer Quote von 2,45 Treffern pro Partie nach 22 Spieltagen die Torfabrik der 3. Liga. In den vergangenen drei Punktspielen gab’s nur noch ein Tor. Hemmt auch der Aufstiegsdruck die Mannschaft?

Krösche: Unsere vielen Tore haben auch für eine andere Wahrnehmung gesorgt und deshalb das Spiel unserer Gegner verändert. Halle, Erfurt und zuletzt Würzburg wollen gegen uns nicht mehr am Spiel teilnehmen und stellen den Fußball praktisch komplett ein. Sie wollen nicht mehr agieren und sind mit einem 0:0 zufrieden. Anders ausgedrückt: Wir haben mit unserer überragenden Hinrunde die Geister gerufen und bekommen jetzt die Quittung. Wenn wir Aufstiegsdruck hätten, wäre die Mannschaft gelähmt. Das ist sie aber nicht.

Sven Michel hat mit zehn Toren in den ersten 13 Spielen den SCP fast im Alleingang nach oben geschossen, trifft aber in der Liga seit dem 21. Oktober nicht mehr.

Krösche: Sven ist ein Spieler, der seinen Raum braucht. Er will aktuell mit aller Macht wieder sein Tor machen, schließt dann aber in vielen Situationen zu überhastet ab. Ihm fehlen im Moment ein bisschen die Ruhe und Lockerheit. Aber er rackert unglaublich für das Team und wird wieder treffen. Ganz sicher.

Den Namen Dennis Srbeny erwähnen Sie gar nicht.

Krösche: Sein Weggang hat auch nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Wir haben unsere Torchancen und genug Qualität im Kader. Nur zur Erinnerung: Ohne Dennis haben wir Lotte 5:0 geschlagen.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Krösche: Die zweite Halbzeit gegen Würzburg. Da haben wir gegen eine Mannschaft, die eigentlich einen Aufstiegskader hat, den Druck erhöht, Lösungen gefunden und klare Chancen her­ausgespielt. Das können und müssen wir natürlich noch optimieren, aber Marlon Ritter und Christian Strohdiek hatten gegen einen komplett defensiven und destruktiven Gegner klare Möglichkeiten. Das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Die Mitglieder wurden über die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung informiert, am Mittwoch sind Vertreter der Fans zu einer Info-Veranstaltung geladen. Warum sind Sie für eine Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft?

Krösche: Weil wir uns in allen Bereichen professionalisieren und den SC Paderborn insgesamt nachhaltig aufstellen müssen. Wir brauchen auch finanziell noch mehr Power, müssen aber gleichzeitig die Last auf mehrere Schultern verteilen. Es kann nicht sein, dass unser Präsident Wilfried Finke seit Jahrzehnten praktisch allein das Risiko trägt.

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