Paderborn spielt gegen passive Würzburger nur 0:0 In Baumgart brodelt es

Paderborn (WB). Wieder kein Tor, wieder kein Heimsieg – Paderborns 0:0 gegen die Würzburger Kickers war ein enttäuschendes Ergebnis. Für Trainer Steffen Baumgart Grund genug, seine Spieler bereits kurz nach dem Abpfiff zu einer ersten Teamsitzung in der Kabine zu versammeln.

Von Matthias Reichstein
Der SCP hat 0:0 gespielt.
Der SCP hat 0:0 gespielt. Foto: Besim Mazhiqi

Was dort gesprochen wird, bleibt normalerweise intern. Diesmal ging es dem 46-Jährigen aber insbesondere um die Einordnung des vierten sieglosen Pflichtspiels in Folge. »Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit der Leistung schon. Die Jungs müssen  jetzt den Kopf hochnehmen und dürfen nicht unruhig werden. Wir gehen diesen Weg weiter und werden noch die nötigen Punkte holen«, verriet   Baumgart auf Anfrage später zumindest einige Inhalte seiner Ansprache.

Alle drei Punkte des SCP mitgenommen

Eine »gewisse Unruhe« in der Arena blieb aber auch dem Chefcoach nicht verborgen. Er glaube zwar nicht, dass irgendwer im Stadion unzufrieden sei, schließlich könne ja jeder sehen, dass seine Jungs wollen. Innendrin wird es bei ihm aber gewaltig brodeln. Erst vor zwei Wochen hatten  de­struktive Erfurter beim 1:0-Sieg  alle drei Punkte aus Ostwestfalen mitgenommen. Schon das war ein  unverhältnismäßig hoher Lohn für die Spielweise des Liga-Letzten.

Der Zweitliga-Absteiger aus Würzburg rührte aber im Eiskeller »Benteler-Arena« ebenfalls Beton an und machte es auch nicht viel besser. Die Kickers hatten über 90 Minuten keine nennenswerte Torchance  und schlossen die Partie mit einem Eckenverhältnis von 0:11 ab. »Paderborn ist angerannt, wir haben gut verteidigt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt«, fiel das Fazit von Kickers-Trainer Michael Schiele entsprechend positiv aus. Dass seine Elf nichts für ein zumindest im Ansatz ansehnliches Drittligaspiel tat, behielt er dabei für sich.

Dass Baumgart mit dieser Art Fußball nichts anfangen kann, ist bekannt. Dass die Gegner dann noch mit etwas Zählbaren belohnt werden, wurmt ihn: »Wir müssen uns  dafür entschuldigen, dass wir immer wieder versuchen anzulaufen und damit das Risiko eingehen, eins auf die Nase zu bekommen. So geht das nicht.«

Torgefahr dank Yeboah und Ritter

Ganz viel brachte der SCP in der Offensive aber auch nicht zustande. Marlon Ritter (45./51.) vor und nach der Pause sowie Kwame Yeboah (57.) sorgten für Torgefahr. Pech hatte Kapitän Christian Strohdiek (86.), der nach einer Ecke des eingewechselten Massih Wassey mit seinem Kopfball nur den Pfosten traf. Das war’s. »Unsere Gegner stellen jetzt alle einen Bus vor ihr Tor. Das ist legitim. Das Problem ist vielmehr, dass uns im Moment die Durchschlagskraft fehlt. Wir geben alles, aber wir  finden nicht die richtigen Mittel und das Quäntchen Glück fehlt uns auch« meinte Manager Markus Krösche.

Paderborns sportliche Führung stellte sich damit komplett hinter die eigene Elf, die Spieler selbst gingen zumindest zu einem großen Teil   selbstkritisch mit der aktuellen Situation um. »Wir müssen unsere Angriffe besser ausspielen«, monierte zum Beispiel Außenstürmer »Jimmy« Antwi-Adjei. »Uns fällt  im Moment nicht so mega viel ein«, sagte  Wassey. Der glücklose Spielmacher sieht die Torfabrik der 3. Liga (55 Treffer in 25 Spielen) zurzeit auch immer mehr mit Defensivaufgaben beschäftigt: »Wenn es vorne nicht mehr so läuft, müssen wir sehen, dass wir die Konter verteidigen damit hinten wenigstens die Null steht.«

Das reicht noch für den Moment, weil der Abstand zum Dritten groß genug ist. Das reicht aber nicht bis zum Liga-Finale im Mai. Das weiß auch Baumgart. Der sieht kleine Schritte nach vorn und ist überzeugt: »Wir dürfen uns nicht beeindrucken lassen. Auf lange Sicht werden wir wieder Erfolg haben.« Nach der überragenden Hinrunde mag ihm niemand wiedersprechen.

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