Für die Kinder des SV Hederborn Upsprunge war es ein »richtig cooler« Tag Wunderbarer Abend – auch ohne Wunder

Paderborn (WB). Das Wunder ist ausgeblieben. Der SC Paderborn hat am Dienstagabend das Heimspiel gegen den großen FC Bayern München erwartungsgemäß verloren. Wundervoll war der Abend trotzdem – vor allem für Kinder des SV Hederborn Upsprunge.

Von Marion Neesen, Per Lütje und Jürgen Vahle
Ein großer Abend für kleine Fußballer: Die Jugendspieler des SV Hederborn Upsprunge durften an den Händen der Bayern-Profis ins Stadion einlaufen.
Ein großer Abend für kleine Fußballer: Die Jugendspieler des SV Hederborn Upsprunge durften an den Händen der Bayern-Profis ins Stadion einlaufen. Foto: Oliver Schwabe

Ein Mixed-Team aus Spielern der Minis, der F- und E-Junioren durften mit den Bayern-Stars aufs Feld laufen. Jugendobmann und Abteilungsleiter Wolfgang Hecker hatte diese höchst begehrten Plätze in Zusammenarbeit mit dem Autohaus Niggemeier in Salzkotten an Land gezogen.

Und so standen die kleinen Upsprunger Kicker schon 30 Minuten vor dem Spiel mit pochenden Herzen im Kabinentrakt, bevor es dann an der Hand der Star-Kicker in die ausverkaufte Benteler-Arena ging. Nach dem Aufwärmen hatten sie mit Robben, Müller und Co. schon abgeklatscht und ein paar Worte gewechselt. Die Bayern-Spieler zeigten sich volksnah, nahmen sich auch so kurz vor dem Spiel Zeit für die Upsprunger Kinder.

Besonders stolz war der kleine Johannes Jürgens. Er hatte sich so gewünscht, mit Bayern-Keeper Sven Ulreich aufs Feld zu laufen. Als der 1,92 Meter große Fußballhüne dann tatsächlich seine Hand ergriff, schlug sein kleines Herz bis zum Hals.

Jonathan Bachem hatte den vielleicht begehrtesten Bayern-Profi an der Hand: Thomas Müller: »Das war richtig, richtig cool«, schwärmte der Upsprunger Junge nach der Rückkehr vom Platz.

Völlig sprachlos war Felix Schäfers, der mit Arjen Robben ins Stadion einlief: »Ich kann gar nicht beschreiben, was ich auf dem Feld gedacht habe.« Marie Essers war so aufgeregt, dass sie später gar nicht mehr sagen konnte, wen sie da eigentlich auf den Platz begleitet hatte. Einer der Jungs glaubte sogar, mit Boateng aufgelaufen zu sein. Doch der war gar nicht mit nach Paderborn gekommen. Es war halt ein aufregender Tag für die Kinder des SV Hederborn. Doch Vorsitzender Wolfgang Hecker, der zuvor für jedes der Einlaufkinder einen der begehrten Fanschals besorgt hatte, brachte den hibbeligen Nachwuchs gekonnt auf Kurs. An der Hand des Schiedsrichters durfte übrigens Mara Piel aus Brenken auflaufen.

Während die Kinder ihren sicheren Platz im Stadion hatten, suchten verzweifelte Fans noch Einlass zu bekommen. »Suche Karte« stand auf dem Schild, das Jürgen Reim aus Kassel vor der Benteler-Arena hochhielt. Er selbst hatte als Mitglied zwar ein Ticket bekommen, doch sein Freund Thorsten Dörich stand auch kurz vor Anpfiff noch ohne da.

Besser erging es da Michael Zeman, dem wohl auffälligsten Bayernfan im Stadion. Über und über in Fanschals gekleidet und mit zwölf Jahre alten Fußballschuhen mit Bayernenblem an den Füßen war er nicht zu übersehen. Dabei stammt Zeman aus Köln.

Eingeladen hatten ihn seine Freunde vom Paderborner Bayern Fanclub Paderbazis. Dessen Vorsitzender Juca Durrant hätte sich die Begegnung der Kicker seiner Heimatstadt mit denen seines Herzens lieber in Berlin gewünscht. Dem SCP hätte er nur die Daumen gedrückt, wenn der ins Endspiel gekommen wäre. Doch da bestand gestern schon nach der ersten Hälfte keine Chance mehr.

Ohnehin machten auch die meisten Anhänger des SCP den feinen Unterschied zwischen ihrem Wunsch und dem wohl realistischen Ergebnis. Die Mehrzahl wünschte sich natürlich einen knappen Sieg der Blau-Schwarzen, »aber am Ende wird es doch wohl ein 4:0 oder 5:0 für Bayern werden«, prophezeite auch Joachim Buxan (Volkmarsen). Und Attila Yasar aus Paderborn ist ohnehin der Aufstieg in die zweite Fußballliga »viel wichtiger«.

Wichtig war auch, dass rund um das Spiel alles reibungslos ablief. Die Mehrzahl der Fans waren trotz Eiseskälte sehr rechtzeitig ins Stadion gekommen – und war damit dem Rat des Vereins und der Polizei gefolgt. Bei Anpfiff waren dann alle 15.000 Plätze belegt.

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