Nach dem Hinspiel gegen Großaspach war Paderborn erstmals Erster Unbeirrt und fokussiert

Paderborn  (WB). Ein 5:0 am vierten Spieltag. Als der SC Paderborn 07 in einer sehr frühen Phase der Drittliga-Saison mit jenem Kantersieg gegen die SG Sonnenhof Großaspach erstmals Platz eins übernimmt, sprechen die Beteiligten von dem, was mit überschaubarem Einfallsreichtum »schöne Momentaufnahme« genannt wird. Vor dem Rückspiel (Samstag, 14 Uhr) klingt das ganz anders.

Von Elmar Neumann
Christian Strohdiek setzt sich gegen Großaspachs Timo Röttger durch. Nach dem Hinspiel war der SCP erstmals Erster.
Christian Strohdiek setzt sich gegen Großaspachs Timo Röttger durch. Nach dem Hinspiel war der SCP erstmals Erster. Foto: Besim Mazhiqi

Zwischen Großaspach und Großaspach hat der SCP die Tabellenführung nur zweimal abgegeben . Nach dem fünften Spieltag führte die damals noch punktgleiche Fortuna aus Köln, nach dem 20. Spieltag kam der 1. FC Magdeburg kurzzeitig in den Genuss, als erster Anwärter auf einen Platz in der 2. Liga gehandelt zu werden. Die minimale Winterpause verbrachten die Paderborner hinter dem FCM auf dem zweiten Platz, doch nach 180 Minuten im neuen Jahr ist wieder alles beim Alten. Magdeburg (1:3 in Erfurt und 0:0 gegen Meppen) ist stotternd gestartet, der SCP mit durchgedrücktem Gaspedal. 2:0 in Chemnitz sowie 5:0 gegen Lotte – sechs Punkte und ein Auftakt, der nicht nur der Konkurrenz jede Menge Respekt abnötigt. »Nach dem Hinspiel hat sicher kaum jemand erahnt, dass wir auch vor dem Rückspiel Erster sein würden, aber die Mannschaft ist mittlerweile ex­trem stabil geworden und hat sich das tolle Zwischenergebnis redlich verdient. Vor der Art und Weise, wie sie auftritt, kann man nur den Hut ziehen«, sagt Manager Markus Krösche.

Souveränität stellt Unruhe ab

Damit meint der 37-Jährige die Fähigkeit, die Ligarivalen zu dominieren, aber auch die Souveränität, mit der der Primus zeitweiliger Unruhe den Ton abdreht. Weder die zwei Niederlagen in Folge gegen Karlsruhe und Wehen gen Hinrunden-Ende, noch der Millionen-Transfer von Dennis Srbeny zu Beginn des Jahres zeitigten Wirkung. Und auch das spektakulärstmögliche Viertelfinallos FC Bayern München schaffte es nicht, den Fast-Viertligisten auf die schiefe Bahn zu schieben. »Natürlich sind wir seitdem häufiger auf Bayern als auf Großaspach angesprochen worden, aber wir haben nie unseren Fokus verloren. Wir wissen ganz genau, was unsere Hauptaufgabe ist. Das ist der Ligaalltag. Und für den Fall, dass das doch mal jemand vergessen könnte, erinnert uns das Trainerteam Tag für Tag daran«, sagt Kapitän Christian Strohdiek. Das ist die vorbildliche, aber keineswegs die selbstverständliche Sicht der Dinge. Dessen ist sich Krösche bewusst und daher hat er für die Gradlinigkeit, mit der die SCP-Garde bislang unbeirrt ihren Weg geht, noch ein Kompliment parat: »Wie die Jungs Gegner für Gegner ernst nehmen und sich von nichts ablenken lassen, das ist hoch professionell und beeindruckend.«

Keine Gefahr der Ablenkung

Die Gefahr der Ablenkung, die hatte der Manager insbesondere nach dem Losfee-Auftritt von Handball-Weltmeister Oliver Roggisch gesehen. Gegen Chemnitz und Lotte haben die SCP-Profis aber bewiesen, dass diese Sorge unbegründet war. Jetzt ist das Viertelfinale am Dienstagabend für Krösche eine »schöne Geschichte«. Vor der äußert sich Abwehrchef Strohdiek noch einmal wie ein Vollprofi – samt nicht ganz ernst gemeinter Erkenntnis: »Wenn ich zwischen Aufstieg und DFB-Pokalfinal-Teilnahme wählen müsste, wäre der Zweitliga-Aufstieg natürlich definitiv meine Nummer eins. Aber das ist im Mai doch sowieso die Reihenfolge im Terminkalender, oder nicht?«

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