SC Paderborn mit Sebastian Schonlau gegen die SG Großaspach Erst der Dorfklub, dann der Rekordmeister

Paderborn (WB). Krasser könnte der Gegensatz kaum sein: Bevor es der SC Paderborn 07 am Dienstag (18.30 Uhr) mit Rekordmeister FC Bayern München zu tun bekommt, wird er am Samstag (14 Uhr) von der SG Sonnenhof Großaspach erwartet. »Der Tabellenführer zu Gast beim Dorfklub«, betiteln die Gastgeber dieses Duell auf ihrer Internetseite.

Von Elmar Neumann
Sebastian Schonlau hat die Gelbsperre abgesessen und steht gegen Großaspach wieder in der Startelf des SCP.
Sebastian Schonlau hat die Gelbsperre abgesessen und steht gegen Großaspach wieder in der Startelf des SCP. Foto: Besim Mazhiqi

Das mit Abstand Prominenteste an der in der baden-württemberg­ischen Gemeinde Aspach (8000 Einwohner) beheimateten Sportgemeinschaft ist einer der Mitbegründer: Der heißt Uli Ferber, ist Ehemann von Schlagerstar An­drea Berg sowie unter anderem Berater von Stuttgarts Mario Gomez, Leverkusens Bernd Leno und Bayerns Joshua Kimmich. Zudem hat sich der Hotelier den Begriff »Dorfklub« patentieren lassen.

Während die 15.000 Plätze für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FCB in kürzester Zeit ausverkauft waren, werden zum Punktspiel vor den Toren Stuttgarts kaum mehr als 2000 Zuschauer erwartet, davon etwa 100 aus Paderborn. Die machen sich sicherlich optimistisch auf die 420 Kilometer lange Reise zur Partie beim Tabellenzehnten. Schließlich hatte der SCP mit diesem Gegner beim 5:0-Sieg in der Hinrunde keinerlei Probleme und auch die Aspacher Ausbeute seitdem lässt beim Spitzenreiter niemanden angst und bange werden. In ihrem bislang einzigen Spiel des neuen Jahres musste sich die SG Abstiegskandidat Zwickau 0:2 geschlagen geben.

Aufgrund dieser vermeintlich vielversprechenden Ausgangslage aber schon direkt nach dem begeisternden 5:0-Sieg gegen SF Lotte am jüngsten Spieltag direkt zum ganz großen Auftritt gegen Lewandowski & Co. überzugehen, das ist nicht die Sache von Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Als der Anhang nach dem Glanzstück gegen die Sportfreunde am vergangenen Samstag die obligatorischen Schmähgesänge in Richtung München schickte und die Aufgabe gegen Großaspach musikalisch überging, fuhr der Chefcoach in einem TV-Interview aber mal so richtig aus der Haut: »Ich bin nicht pessimistisch. Wenn ich hier aber höre, wem wir jetzt die Lederhosen ausziehen, das kotzt mich an. Wir müssen bei uns bleiben und nicht über andere Sachen nachdenken.« Deutliche Worte, zu denen sich der 46-Jährige noch immer bekennt: »Wenn die Fans etwas singen, weil sie sich auf etwas freuen, ist das in Ordnung, aber ich muss mich nicht daran beteiligen. Ich habe Probleme mit so einer Art Sarkasmus und bin eben einer, der genau sagt, was er denkt, und nicht erst überlegt, ob das diplomatisch ist oder nicht.«

Fesser muss wieder auf die Bank

Gewohnt unmissverständlich gibt sich Baumgart auch mit Blick auf die Aufstellung an diesem 23. Spieltag. So gut sich Leon Fesser gegen Lotte als Ersatz Sebastian Schonlaus auch präsentiert hat, am Samstag um 14 Uhr wird die Defensivzentrale wieder aus SCP-Kapitän Christian Strohdiek und dem entsperrten Schonlau bestehen. »Es ist schön zu wissen, dass wir nun drei gleichwertige Innenverteidiger haben und Leon nicht mehr hinten dran ist, trotzdem gibt es da für mich gar keine Wahl. Sebastian und Christian sind das Gespann Nummer eins. Das Standing haben sich die beiden über einen sehr langen Zeitraum hart erarbeitet.«

Der ehemalige FCB-Akteur Fesser wird also auch am Dienstag mit dem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen müssen, und da der DFB-Pokal an dieser Stelle doch wieder das Thema ist: So krass die Unterschiede zwischen den zwei kommenden Gegnern auch sind, eine kleine Schnittmenge gibt es. Zwei Tage nach der Auslosung standen sich der FC Bayern München und die SG Sonnenhof Großaspach in der Allianz-Arena in einem torreichen Test (5:3) gegenüber. Der dürfte am Samstag noch einmal thematisiert werden. »Das Ergebnis, zumal es bis zur 60. Minute noch 3:3 stand, hat für einen gewissen Aha-Effekt gesorgt. Ich werde mich mit meinem Kollegen Sascha Hildmann bestimmt darüber unterhalten und mir seine Eindrücke schildern lassen«, sagt Baumgart. Das aber erst, wenn das letzte Paderborner Punktspiel vor dem Viertelfinale beendet ist.

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