Dennis Srbeny feiert zwei Aufsteige in einer Saison Fußball-Drittligisten gehen im Winter kein Risiko mehr ein

Leipzig/Paderborn (dpa). In diesem Winter haben die Drittligisten so wenige Transfers getätigt wie noch nie. Auch die letzte Möglichkeit für Kaderkorrekturen ließen die meisten Vereine ungenutzt. Am meisten tat sich beim Tabellenführer.

Dennis Srbeny am 5. August 2017 beim Spiel gegen SG Sonnenhof Großaspach.
Dennis Srbeny am 5. August 2017 beim Spiel gegen SG Sonnenhof Großaspach. Foto: Besim Mazhiqi

Dennis Srbeny hat das Kunststück geschafft, zwei Aufstiege hintereinander in einer Saison zu feiern, bevor die überhaupt zu Ende geht. Der 23-jährige Angreifer kam erst im Sommer ablösefrei vom Regionalligisten BFC Dynamo aus Berlin zum SC Paderborn in die 3. Fußball-Liga. Und das auch nur, weil die sportlich bereits abgestiegenen Ostwestfalen davon profitierten, dass Zweitliga-Absteiger TSV 1860 München keine Lizenz erhielt.

Srbeny in die zweite englische Liga Championship

Im Winter nun ging es für Srbeny erneut eine Liga hoch; in die zweite englische Liga Championship. Dazwischen lag eine Halbserie, in der Srbeny mit neun Treffern und elf Torvorlagen in gerade einmal 15 Spielen Paderborn an die Tabellenspitze führte. Das Angebot über dem Vernehmen nach rund 1,5 Millionen Euro von Norwich City konnte sich Paderborn nicht entgehen lassen.

Als Ersatz holte Paderborn unter anderem Philipp Klement vom 1. FSV Mainz 05 und leihweise Kwame Yeboah von Borussia Mönchengladbach. Auch sonst wirbelte ausgerechnet der Tabellenprimus seinen Kader im Winter noch einmal gehörig durcheinander.

Phlilipp Klement für den SCP

Für den Rest der Liga gilt das keinesfalls. Denn die deutschen Drittligisten haben in diesem Winter so wenige Transfers wie noch nie seit Einführung der eingleisigen Spielklasse in der Saison 2008/09 vorgenommen. Bis zum Transferschluss am Mittwoch bestätigten die 20 Vereine nur 62 Wechsel (35 Zu- und 27 Abgänge). Vor vier Jahren waren es mit 128 noch mehr als doppelt so viele Transfers.

Auch am letzten Transfertag wurden die Clubs nur fünfmal aktiv. Der abstiegsbedrohte SV Werder Bremen II verpflichtete mit dem erfahrenen Marc-André Kruska von Paderborn sowie dem vereinslosen Damir Bektic noch zwei Spieler. Derweil stattete Schlusslicht FC Rot-Weiß Erfurt Marcel Kaffenberger und Kusi Kwame über eine Sonderlösung mit Amateurverträgen aus. Die endgültige offizielle Verpflichtung von Nermin Crnkic steht zudem bevor.

Ebenso wie Erfurt hat der Tabellenvorletzte Chemnitzer FC neben den sportlichen auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Die Sachsen verstärkten sich lediglich mit den beiden drittliga-erfahrenen, aber zuletzt vereinslosen Mikko Sumusalo und Marcus Hoffmann.

Finanzielle Probleme in der dritten Liga

Wo vor wenigen Jahren Schlusslichter wie der 1. FC Saarbrücken (Saison 2013/14) oder der SSV Jahn Regensburg (Saison 2014/15) noch versuchten, mit einem kompletten Kaderumbruch im Winter den Klassenverbleib zu schaffen, mussten die personellen Kraftakte am Tabellenende in diesem Jahr ausbleiben. Neben Paderborn waren vor allem der Karlsruher SC und FSV Zwickau bis zuletzt verstärkt aktiv. Zwickau hat mit fünf die meisten neuen Spieler seit dem Ende des Sommertransferfensters verpflichtet. Alle wirkten beim 2:0-Sieg gegen Großaspach am vorigen Freitag schon mit. Auch Pascal Breier hatte einen bemerkenswerten Einstand: Der Angreifer schoss seinen neuen Verein FC Hansa Rostock in seinem ersten Einsatz mit zwei Treffern zum 3:1-Sieg über Erfurt.

Gleich drei Drittligisten blieben übrigens den gesamten Winter über ohne Transfers: der Hallesche FC, Preußen Münster und die SpVgg Unterhaching.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.