Warum Paderborns Neue gern gekommen sind und auch noch überzeugen Der Spielstil macht Spaß

Paderborn (WB). Trainieren, spielen, treffen – für zwei Neuzugänge des SC Paderborn war der 5:0-Sieg über SF Lotte ein traumhafter Start. »Wir haben uns im Winter noch breiter aufgestellt, das haben diese 90 Minuten gezeigt«, stellte Trainer Steffen Baumgart fest.

Von Matthias Reichstein
Gelungener Heimeinstand: Phillip Tietz überzeugte im Spiel gegen Lotte und erzielte das 4:0.
Gelungener Heimeinstand: Phillip Tietz überzeugte im Spiel gegen Lotte und erzielte das 4:0. Foto: Besim Mazhiqi

Erstmals von Beginn an dabei war Leon Fesser. Verletzt im Sommer von den Bayern gekommen, bildete der Innenverteidiger gemeinsam mit Kapitän Christian Strohdiek ein stabiles Duo und setzte mit seinem Kopfballtor zum 5:0 auch noch den Schlusspunkt. »Überragend. Da ist man einmal wichtig für das Team und gleich klappt es. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich«, freute sich Fesser. Den Eckball zum Tor hatte mit Philipp Klement ein anderer Neuer getreten, auch der eingewechselte frühere Mainzer hatte damit seinen Anteil am Erfolg.

Der 25-Jährige, der schon Bundesligaerfahrung sammelte, blieb bescheiden: »Wenn man in Überzahl reinkommt und die eigene Mannschaft 4:0 führt, ist es für jeden Spieler einfach. Ich hoffe, ich kann auch noch in engen Spielen helfen.« Die paar Trainingstage und das Spiel reichten aber schon, um Klement zu begeistern: »Diese Mannschaft ist sehr willig und steht nur auf dem Gaspedal. Das sorgt für ein gutes Gefühl.«

»Ich hatte keinen Druck«

Ein gelungenes Heimdebüt feierte auch Phillip Tietz, der Neue von Eintracht Braunschweig staubte zum 4:0 ab. »Für Phillip war es nicht einfach. Nach dem Transfer von Dennis Srbeny stand er im Fokus der Fans, aber auch er hat seine Aufgaben sehr gut erfüllt«, lobte Manager Markus Krösche. Der 20-Jährige spürte selbst keine besondere Belastung: »Ich hatte keinen Druck, ich war voller Zuversicht und habe mir diesen Einstand erhofft.«

Mit dem Wechsel von Srbeny zu Norwich City (dort saß Srbeny am Samstag 90 Minuten auf der Bank) hat Tietz zwar einen Konkurrenten weniger, Vorteile sieht er aber nicht: »Gerade in der Offensive ist in Paderborn der Kampf um die Plätze extrem hart.« Dem Trainer gefiel auch, wie sich sein Neuzugang in den Zweikämpfen behauptete. »Er hatte einige Aktionen, in denen er auch glücklicher sein konnte. Aber wir spielen nicht mehr nur Fußball, wir kämpfen ihn auch. Und das hat auch Phillip umgesetzt.«

Eine knappe halbe Stunde stand die Gladbach-Leihgabe Kwame Yeboah auf dem Rasen. Spektakulär war sein Start nicht, gute Szenen hatte aber auch er.

»Es hat nicht alles mit Geld zu tun«

Vier Neue, vier Volltreffer – Krösche und Baumgart haben erneut ihren Blick für talentierte Spieler bewiesen. Was macht das Duo besser als viele Drittliga-Konkurrenten? Krösche will die Frage so nicht beantworten und blickt mehr auf die Art des Fußballs, den der SCP spielt: »Es hat nicht alles mit Geld zu tun. Viele Spieler wollen sich weiterentwickeln und ihre Stärken einsetzen können.« Ein gutes Beispiel ist Fortuna-Leihgabe Marlon Ritter. Der spielte in Düsseldorf keine Rolle, weil der Zweitliga-Primus einen komplett anderen Fußball zeigt. »Marlon kann bei uns seine Stärken besser nutzen«, formuliert es Krösche diplomatisch.

Insgesamt verdiente sich das gesamte Team eine gute Note, etwas anderes hatte Baumgart auch nicht erwartet. »Es hat in dieser Saison nicht immer das Ergebnis gestimmt, die Leistung schon.«

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