Drittligist verzichtet auf Trainingslager – im Januar drohen zwei Arbeitsgerichtsprozesse Paderborn bleibt zu Hause

Paderborn (WB). Am Mittwochnachmittag hat sich Paderborns Cheftrainer Stefan Emmerling endgültig festgelegt: Der Drittligist verzichtet auf ein Trainingslager und wird die komplette Vorbereitung auf die Rückrunde in Paderborn absolvieren.

Von Matthias Reichstein
Trainer Stefan Emmerling trotzt der Kälte.
Trainer Stefan Emmerling trotzt der Kälte.

»Es hätte nur Sinn gemacht, wenn wir am Sonntag geflogen und bis zum Testspiel gegen Dortmund wieder vor Ort gewesen wären. Laut Wetterbericht bleiben wir in Ostwestfalen schneefrei. Das ist entscheidend, auf die drohende Kältewelle können wir uns vorbereiten«, sagte Emmerling und blickte direkt auf das erste Pflichtspiel am 28. Januar gegen Tabellenführer MSV Duisburg: »Da werden die Bedingungen ähnlich sein, das ist für die Jahreszeit normal. Auch deshalb macht ein kurzfristiger Ortswechsel jetzt keinen Sinn.«

Laktattest-Ergebnisse »im grünen Bereich«

Mit seinem Trainerteam analysierte Emmerling in der Winterpause noch einmal die ersten Punktspiele unter seiner Führung. Die endeten gegen Preußen Münster (1:0) und VfL Osnabrück (3:1) bekanntlich mit voller Punktzahl, entsprechend positiv fiel auch die Bilanz der Verantwortlichen aus. »Die Mannschaft hat im Vergleich zu allen anderen Spielen der Hinrunde mehr Zweikämpfe geführt und gewonnen, mehr Kopfballduelle für sich entschieden und eine extrem hohe Laufbetreitschaft gezeigt. Das war sehr auffällig. Aber genau diese Spielweise erwarte ich von den Jungs nicht nur über 180 Minuten, sondern in der gesamten Rückrunde«, fasste Emmerling die Eindrücke zusammen. Die Forderung gab der 50-Jährige seinen Schützlingen schon in der ersten Ansprache im neuen Jahr mit auf den Weg, die Basis dafür scheinen die Spieler bereits in der Winterpause gelegt zu haben. Die Ergebnisse des Laktattests am Dienstag seien alle im »grünen Bereich gewesen«, versicherte Emmerling.

Zwei Gerichts-Verhandlungen ab Ende Januar

Sportlich scheint der SCP wieder Fahrt aufzunehmen, außerhalb des Rasens beschäftigen den Verein weiterhin zwei Klagen ehemaliger Angestellter. Die früheren Co-Trainer Rob Reekers (Assistent von Markus Gellhaus, entlassen am 6. Oktober 2015) und Sören Osterland (Stefan Effenberg, 3. März 2016) hatten beim SCP einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 unterschrieben, sehen den SCP weiterhin als ihren Arbeitgeber und fordern entsprechende Gehaltsnachzahlungen. Der Verein geht dagegen davon aus, dass die Arbeitspapiere nur für die 1. oder 2. Liga galten. »Wir sind mit beiden im Gespräch«, sagte Geschäftsführer Martin Hornberger. Sollte es zu keiner Einigung kommen, treffen sich die Parteien vor dem Paderborner Arbeitsgericht. Am 26. Januar wird der »Fall Reekers« verhandelt, einen Tag später geht es um den »Fall Osterland« .

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