Koen van der Biezen und der SCP finden nach vier Jahren zueinander Im zweiten Anlauf

Herzlake (WB). Herzlake, Sommer 2012: Koen van der Biezen spielt beim Zweitligisten SC Paderborn vor, wird aber nach der einwöchigen Probezeit nicht verpflichtet. Der Niederländer konnte Manager Michael Born und Trainer Stephan Schmidt nicht überzeugen. Herzlake, Juli 2016:  Koen van der Biezen hat beim SCP einen Vertrag bis 2018 unterschrieben und gilt nun als großer Hoffnungsträger beim Drittligisten.

Von Peter Klute
Der neue Paderborner Stürmer Koen van der Biezen möchte vor allem vor dem gegnerischen Tor den Durchblick haben.
Der neue Paderborner Stürmer Koen van der Biezen möchte vor allem vor dem gegnerischen Tor den Durchblick haben. Foto: Besim Mazhiqi

Im zweiten Anlauf hat’s geklappt. Dass das beim ersten Mal nicht der Fall war, hatte van der Biezen schnell verdaut: »Natürlich war es bitter, weil es damals eine gute Woche für mich war. Das wurde mir vom Verein auch bestätigt. Aber ich war nicht böse, und es hat nur einen Tag gedauert, dann hat sich der Karlsruher SC gemeldet.« Der Wechsel nach Baden war ein Glücksgriff für beide.

Mit 15 Treffern schoss der Stürmer den ehemaligen Europapokalteilnehmer zurück in die 2. Liga und erlebte auch dort mit acht Toren bei 24 Einsätzen eine gute erste Saison. Den Start in die Spielzeit 2014/15 verpasste er krankheitsbedingt, und als sein Konkurrent Ilian Micanski in einem Spiel gleich dreimal traf, war van der Biezen klar, »dass ich erst mal draußen sitze«.

Daran änderte sich nichts, nicht mehr in Karlsruhe und auch nicht nach seinem Wechsel in der Winterpause zu Arminia Bielefeld. »Dort hatte ich nie eine Chance. In der 3. Liga habe ich zweimal von Anfang an gespielt, in der 2. Liga waren es ganze 55 Minuten. Ich kann mir nichts vorwerfen und bin für meine Arbeit nicht belohnt worden. Jetzt bin ich einfach froh, hier zu sein«, stellt er fest.

In Ostwestfalen blieb er

Als der Anruf aus Paderborn kam, war van der Biezen schnell klar, »dass ich das machen muss«. Auch als kurz danach Bielefelds Trainer Norbert Meier nach Darmstadt ging, habe er keine Sekunde darüber nachgedacht, dass sich seine Möglichkeiten bei Arminia unter einem neuen Coach eventuell hätten verbessern können. Der bis 2017 gültige Vertrag in Bielefeld war da auch schon aufgelöst worden.

In Ostwestfalen blieb er. Mit dem Abstieg in die 3. Liga hat der 1,93-Meter-Hüne, der am Sonntag seinen 31. Geburtstag feiert, kein Problem: »Wir sind hier nicht in der Kreisliga, das sind attraktive Gegner. Dort geht es über den Kampf und nicht mit Tiki-Taka. Aber ich fühle mich nicht zu groß für diese Aufgabe.« Und sein Trainer ist begeistert vom neuen Angreifer. »So ein Typ hat uns gefehlt. Koen marschiert voran und hat einen feinen holländischen Humor. Ich mag das«, sagt Müller.

Und was zeichnet diesen Humor aus? Als van der Biezen gefragt wird, ob er bei der täglichen Anreise aus Herford, dort wohnt er mit Frau Rebekka und den Kindern Lisa (4) und Ruben (1), eine Fahrgemeinschaft mit seinem Trainer (lebt in Bad Oeynhausen) bilden würde, feixt er: »Das wäre blöd und käme bei der Mannschaft sicher nicht gut an.« Koen van der Biezen will lieber auf andere Weise überzeugen.

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