Christian Strohdiek findet beim SCP zum Spaß am Fußball zurück Wieder zu Hause

Herzlake (WB). »Ich wünsche dem Verein alles Gute, irgendwann komme ich wieder.« Das sagte Christian Strohdiek vor einem Jahr nach dem Abstieg des SC Paderborn aus der Bundesliga und wechselte zu Zweitliga-Rivale Fortuna Düsseldorf. Aus persönlichen Gründen, wie er damals sagte. Dass der Tapetenwechsel zwölf Monate später wieder beendet ist, hätte er selbst nicht erwartet.

Von Peter Klute
Das Kapitel Düsseldorf ist abgehakt: Christian Strohdiek quält sich wieder für den SC Paderborn.
Das Kapitel Düsseldorf ist abgehakt: Christian Strohdiek quält sich wieder für den SC Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi

»Natürlich hatte ich mir das anders vorgestellt. Aber es hat nicht die Leistung darüber entschieden, dass ich nach den ersten Monaten nicht mehr gespielt habe. Dennoch war es damals richtig zu gehen und ich würde es wieder so machen«, sagt Strohdiek heute. Bei Trainer Frank Kramer war der Neue aus Paderborn zunächst gesetzt, dann musste er auf die Bank, unter Kramers Nachfolgern Marco Kurz und Friedhelm Funkel spielte er kaum noch eine Rolle.

Der Entschluss, Düsseldorf zu verlassen, reifte immer mehr, die Rückkehr nach Paderborn lag nah. » Für mich kam nur der SCP infrage. Der Kontakt war nie abgerissen und so gab es schnell Kontakt zu René Müller. Das Vertrauen, das ich hier bekomme, kann mir kein anderer Verein geben. Ich bin wieder zu Hause, kann dem Verein helfen und der Verein hilft mir«, freut sich Strohdiek.

Der Spaß war weg

In Düsseldorf sei der Spaß weg gewesen und es ihm schwer gefallen, sich zu motivieren. »Das ist komplett weg, ich kann wieder frei aufspielen. Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist schöner als eine Liga höher keine Rolle zu spielen. Doch man lernt nichts, wenn alles immer nur leicht geht und Fußball ist eben ein hartes Geschäft«, sagt Strohdiek. Um das alte Gefühl wieder zu bekommen, führte er die Freigabe-Verhandlungen mit seinem Ex-Klub selbst.

Seine neue Rolle soll eine bedeutende sein, das weiß der 28-Jährige, der 2000 zum SCP kam. Er vergleicht sie mit der seines Trainers, als seine eigene Karriere begann. Das war 2006 und kurioserweise im  Trainingslager von Herzlake: »Damals war ich ganz jung und René ein Vorbild. Das möchte ich jetzt sein, vorweggehen und das Team formen. Auf und neben dem Platz. Das wird eine große Aufgabe und Herausforderung. Vom Aufstieg zu reden, wäre vermessen, es geht darum, wieder positive Schlagzeilen zu schreiben und alle mit ins Boot zu nehmen.«

Auch Müller erinnert sich an die erste Begegnung mit Strohdiek: »Christian war schüchtern, zurückhaltend, bodenständig.« Inzwischen ist er ein gestandener Profi: »Man sieht, wie viel Freude es ihm macht, wieder hier zu sein. Über seine sportliche Wertigkeit müssen wir uns sowieso nicht unterhalten. Er hat ein sehr gutes Niveau und kann einer Mannschaft defensive Stabilität verleihen. Christian ist ein echter Sympathieträger und absoluter Gewinn für uns«, lobt Müller. Es ist eine Rückkehr ohne Verlierer.

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