Neuzugang Marc-André Kruska ist begeistert vom SC Paderborn Der Stratege

Herzlake (WB). Dieser Name steht in Verbindung mit zwei ganz schwarzen Stunden in der 2. Bundesliga aus Sicht des SC Paderborn. 5. März 2011: Der SCP unterliegt Energie Cottbus zuhause mit 0:5. 28. Juli 2013: Paderborn verliert in Cottbus 0:4. Auf Seiten des Siegers dabei:  Marc-André Kruska, prominentester Neuzugang des Zweitligaabsteigers.

Von Peter Klute
Ein Mann mit Erfahrung: Marc-André Kruska (29) ist die neue Führungsfigur bei Drittligist Paderborn.
Ein Mann mit Erfahrung: Marc-André Kruska (29) ist die neue Führungsfigur bei Drittligist Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi

In der ersten dieser Partien trug Kruska die Binde der Lausitzer und gehörte sogar zu den Torschützen. Der Kapitän besorgte das 4:0, die restlichen Treffer erzielte ein gewisser Nils Petersen. »Wenn ich jetzt darauf angesprochen werde, erinnere ich mich daran. Mein Tor war sogar ein besonders schönes«, sagt Kruska. Das war am zweiten Spieltag, Paderborn war Letzter.

Doch am Ende kam alles ganz anders. Der SCP stieg auf, Cottbus ab. Da war Kruska schon nicht mehr da, er wechselte im Winter zum FSV Frankfurt. »Ich hatte eine super Zeit in Cottbus, aber ich musste damals weg«, blickt Kruska zurück. Grund für die Flucht war ein in Paderborn alter Bekannter: Stephan Schmidt. Der trat im Herbst 2013 die Nachfolge von Rudi Bommer an, seine nach dem SCP erst zweite Trainerstation in der 2. Liga.

Aussortiert

Kruska wurde aussortiert, er zeigt Verständnis: »Mit der schwierigen Situation in Cottbus hatte keiner gerechnet. Es ist normal, dass ein neuer Trainer Veränderungen vornimmt.« Es reichte trotzdem nicht, Schmidt musste wieder gehen. Seit einigen Wochen ist Cottbus sogar nur noch Regionalligist. »Das ist schon traurig, aber unter meinem alten Trainer wird es hoffentlich wieder aufwärts gehen. Ich drücke jedenfalls die Daumen«, sagt Kruska.

Sein alter Coach, das war Claus-Dieter Wollitz. Seinen alten Co-Trainer trifft Kruska beim SC Paderborn wieder: Markus Feldhoff. Die beiden verbrachten dreieinhalb gemeinsame Jahre in Cottbus. Feldhoff stellte auch den ersten Kontakt zu Kruska her. »Marc ist ein klasse Fußballer und ein sehr guter Typ. Er passt sehr gut in unsere Truppe«, sagt Feldhoff und Kruska gibt die Komplimente sofort zurück: »Ich hatte von Anfang an eine hohe Meinung von ›Felle‹. Unser Verhältnis war immer gut, offen und ehrlich.« Auch zu Trainer René Müller fand Kruska schnell einen Draht. »Die beiden haben sich sofort bestens verstanden«, weiß Feldhoff.

»Selten so eine Rückendeckung erlebt«

Bei Kruska hatte das erste Treffen mit Müller große Wirkung. »Ich war begeistert und habe selten so eine Rückendeckung erlebt. Ich fühlte mich gewollt, das tat nach einer nicht so einfachen Saison und dem Abstieg mit Frankfurt sehr gut.« Auch Müller fand Gefallen am neuen Mittelfeldstrategen: »Er ist ein positiver Charakter und ganz feiner Fußballer. Er kann dem Spiel einer Mannschaft die Balance geben. Mit seinen guten organisatorischen Fähigkeiten wird er unser Spiel bereichern.«

Auch das neue SCP-Trainingsgelände (»Das hat selbst in der 2. Liga keiner«) und die Nähe zur Heimat führten zur Unterschrift eines Zweijahresvertrages. Dass er Christian Bickel,  Zimmergenosse in Herzlake, aus Cottbus kennt, half ebenfalls bei der Entscheidung. Kruska, in Castrop-Rauxel geboren, hat mit Frau Naomi einen zweieinhalbjährigen Sohn (Jaro). »Meine Familie und die meiner Frau leben im Ruhrgebiet. Das ist ideal«, sagt Kruska, der für sich und seine zwei Liebsten nun eine Paderborner Wohnung sucht.

Nach Brügge, Cottbus und Frankfurt ist Kruska zurück in Westfalen – dort, wo auch sportliche alles begann. Von 2004 bis 2008 absolvierte er 98 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund (zwei Tore). Es wäre ein Traum, die 100 vollzumachen, aber vorerst würde es auch die Rückkehr in die 2. Liga tun. Mit Paderborn. Dann wären die Erinnerungen des SCP an Kruska positiver als bisher.

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