Drittligist SC Paderborn holt sich in Herzlake den Feinschliff für die Saison Zurück zu den Wurzeln

Paderborn (WB). Das Romantikhotel Aselager Mühle in Herzlake war einst das Stammquartier des SC Paderborn . Trainingslager in der Sommervorbereitung dort zählten zum Standard, ob unter Günther Rybarczyk, Uwe Erkenbrecher, Jos Luhukay, Roger oder Stephan Schmidt.

Von Peter Klute
2012 war der SC Paderborn zuletzt in Herzlake. Damals spielte Koen­ van der Biezen (3. von links) vor, wurde aber nicht verpflichtet. Jetzt kam der Stürmer aus Bielefeld zum SCP.
2012 war der SC Paderborn zuletzt in Herzlake. Damals spielte Koen­ van der Biezen (3. von links) vor, wurde aber nicht verpflichtet. Jetzt kam der Stürmer aus Bielefeld zum SCP. Foto: Stefan Hörttrich

Auch dem aktuellen Trainer René Müller ist das Quartier im Emsland, von Montag, 4. Juli, bis Sonntag Heimat des Drittligisten, nicht neu. »Ich kenne die Bedingungen und habe dort als Spieler gute Erfahrungen gemacht. Das wird eine umfassende Woche, in der die Basis dafür gelegt wird, wie wir Fußball spielen möchten. Ich mag Österreich, das ist ein tolles Land. Aber der gesamte Aufwand für einen Aufenthalt dort wäre mir einfach zu groß gewesen«, begründet Müller seine Entscheidung. So heißt das Ziel in diesem Jahr nicht Saalfelden, Achenkirch oder Aigen im Ennstal, sondern Herzlake. Eine 4000-Seelen-Gemeinde. 2012 gastierten die Ostwestfalen zum letzten Mal in der Vier-Sterne-Herberge im Emsland, danach waren sie dreimal in Folge in Österreich.

Jetzt also geht es zurück zu den Wurzeln. Am Montag um 8.30 Uhr setzt sich der 34 Personen starke Paderborn-Tross in Bewegung, nach dem Mittagessen (12.30 Uhr) bittet Müller um 15.30 Uhr zum ersten Training vor Ort. Kurze Anfahrt, nur sieben statt neun Tage und nur einen Test zum Abschluss. Am Sonntag auf der Rückreise gastiert der Drittligist beim Regionalligisten SV Meppen. Anstoß ist um 14.30 Uhr. Es ist das zweite von fünf Vorbereitungsspielen. Der Beginn der neuen Serie (der Spielplan erscheint in den nächsten Tagen) hat es übrigens in sich: Der 2., 3. und 4. Spieltag bilden gleich eine Englische Woche.

Bis dahin bleibt noch Zeit, in der auch der Teamgedanke weiter reifen soll. Was den Zusammenhalt angeht, ist Müller mit den Eindrücken der ersten Wochen »sehr zufrieden«. Die Zimmerbelegung im Trainingslager macht die Mannschaft unter sich aus, ganz auf Vorgaben aber wird der SCP-Coach nicht verzichten. Nach der Ankunft bekommen die Profis einen Verhaltenskatalog. »Es gibt klare Regeln und klare Ansprachen«, sagt Müller, der aber von einer besonderen Situation nach dem Eklat im Wintertrainingslager in der Türkei, als sich der Stürmer Nick Proschwitz in der Bar entblößte und suspendiert wurde, nichts wissen will. »Das, was dort vorgefallen ist, habe ich in keiner Weise zu bewerten. Ich habe meinen eigenen Stil und Umgang. Es geht um Kleinigkeiten, etwa darum, dass ich nicht möchte, dass jemand in Badeschlappen zum Essen erscheint«, sagt der Nachfolger von Stefan Effenberg. Sollte jemand gegen die aufgestellten Vorschriften verstoßen, klingelt die Mannschaftskasse. Müller prognostiziert schon jetzt: »Wir werden nach dieser Woche nicht ärmer sein.« Aber reicher an sportlichen Erkenntnissen.

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