Stoppelkamp trifft doppelt – Paderborn gewinnt in Frankfurt 2:0 und verlässt Abstiegsplatz Neue Hoffnung

Frankfurt (WB/en). Diesen Charaktertest hat der SC Paderborn bestanden. Eine Woche nach dem Offenbarungseid in Form der 0:4-Niederlage gegen Union Berlin gewann der SCP die Partie beim FSV Frankfurt dank eines Doppelpacks von Moritz Stoppelkamp mit 2:0 (0:0), zog die Hessen vier Spieltage vor Schluss endgültig mit in den Abstiegskampf und arbeitete sich selbst auf den Relegationsplatz vor.

Doppeltorschütze Moritz Stoppelkamp beim 1:0.
Doppeltorschütze Moritz Stoppelkamp beim 1:0. Foto: Besim Mazhiqi

Im Vergleich zum Debakel gegen Union nahm Trainer René Müller drei Veränderungen vor. Für den verletzten Tim Sebastian, den gesperrten Thomas Bertels und den Dänen Nicklas Helenius spielten Niklas Hoheneder, Dominik Wydra und – überraschenderweise - Sebastian Schonlau. Die beiden Letztgenannten standen Kapitän Marvin Bakalorz im defensiven Mittelfeld zur Seite und sollten im 4-3-3 für mehr Stabilität sorgen.

Geringer Unterhaltungswert

Das gelang immerhin so gut, dass das heimschwächste Team der Liga vor dem Seitenwechsel nur zu einer nennenswerten Gelegenheit kam. Den Schuss von Fanol Perdedaj wehrte Torwart Daniel Heuer Fernandes aber problemlos ab (32.). Sonst passierte beim Debüt des neuen FSV-Trainers Falko Götz in den ersten 45 Minuten jedoch schlicht nichts.

Möglichkeiten für den SCP? Keine. Für die etwa 200 Paderborner Fans hatte der geringe Unterhaltungswert einen Vorteil. Da sie zunächst ohnehin nicht gewillt waren, ihre Mannchaft anzufeuern, drohten sie bei diesem müden Kick auch nicht Gefahr zu laufen, mit ihrem Vorsatz zu brechen.

Das sollte sich nach Wiederbeginn ändern. Zunächst hatte der Ex-Erstligist Glück, dass Besar Halimi nach nur 16 Sekunden freistehend an Heuer Fernandes scheiterte, dann aber hieß es plötzlich 1:0 für Paderborn. Eine missglückte Kopfballabwehr von Perdedaj landete vor den Füßen Moritz Stoppelkamps. Der ließ FSV-Keeper André Weis aussteigen und schob den Ball zur Führung ins Tor (50.).

Kunstschuss von der Strafraumgrenze

Damit nicht genug: Eine Viertelstunde später erhöhte »Stoppel« mit einem Kunstschuss von der Straufraumgrenze auf 2:0 (65.). Der Anhang feierte nicht den Doppeltorschützen, sondern skandierte kurz: »Vorstand raus!« Frankfurt versuchte in der Endphase einiges, doch nachdem Heuer Fernandes eine große Kopfballchance von Edmond Kapllani vereitelt hatte (88.), war der sechste Saisonsieg perfekt und auch ein Paderborn-Bekenntnis aus dem Fanblock zu vernehmen.

Mit 27 Zählern liegt der SCP nun jeweils zwei Punkte vor dem TSV 1860 München und dem MSV Duisburg, der das Kellerduell gegen die Löwen mit 2:1 für sich entschied. Den nächsten Schritt zum Klassenerhalt können die Paderborner erneut in der Fremde setzen. Am Samstag, 23. April, gastieren die Müller-Mannen beim 1. FC Heidenheim.

FSV Frankfurt: Weis – Huber, Gugganig, Ballas, Epstein – Perdedaj, Konrad, Kalmar (56. Engels), Halimi (69. Kapllani) – Haji Safi (69. Yann), Awoniyi

SC Paderborn: Heuer Fernandes – Narey, Wahl, Hoheneder, Hartherz – Schonlau (81. Krauße), Wydra, Bakalorz – Koc (63. Bickel), Stöger (85. Heinloth), Stoppelkamp

Zuschauer: 5191

Tore: 0:1 Stoppelkamp (50.), 0:2 Stoppelkamp (65.)

Gelbe Karten: Halimi, Engels, Huber, Konrad / Schonlau, Wydra, Bickel, Narey

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