Paderborns Nummer eins Daniel Heuer Fernandes glaubt fest an einen Dreier gegen Union Ein Gewinner unter Verlierern

Paderborn (WB). Verlierer hat der SC Paderborn in der jetzigen Situation genug. Die, die nicht spielen, sowieso – aber auch die, die spielen. Ausnahmen gibt es nur wenige. Eine davon ist zweifellos Daniel Heuer Fernandes. Die neue Nummer eins.

Von Peter Klute
Die neue Nummer eins: Seit sieben Spielen hütet Daniel Heuer Fernandes das Tor des SC Paderborn.
Die neue Nummer eins: Seit sieben Spielen hütet Daniel Heuer Fernandes das Tor des SC Paderborn. Foto: dpa

Seit sieben Spielen ist der Sommer-Neuzugang Stammtorwart beim Zweitliga-Kellerkind und steht auch am Freitagabend (18.30 Uhr, Benteler-Arena) im Heimspiel gegen den FC Union Berlin zwischen den Pfosten.

Ausgerechnet vor dem Derby am 21. Februar auf der Bielefelder Alm tauschte der damalige Paderborner Coach Stefan Effenberg den Torwart, entschied sich erstmals in dieser Saison gegen den seit Beginn der Saison 2011/2012 gesetzten Oldie Lukas Kruse (32) und für den neun Jahre jüngeren Heuer Fernandes.

»Ferro hat das Vertrauen bestätigt«

Eine Maßnahme, an der später auch Effenbergs Nachfolger René Müller festhielt. »Ich habe zwei sehr gute Torhüter, die beide schon herausragende Leistungen gebracht haben. Aber Ferro hat das zuletzt gut gemacht, daher gibt es keinen Grund, etwas zu ändern«, hatte Müller vor seinem zweiten Spiel beim FC St. Pauli gesagt, nachdem Kruse zu Müllers Premiere gegen Greuther Fürth aufgrund einer Adduktorenverletzung gefehlt hatte.

Nach vier Spielen unter seiner Regie sieht sich der Trainer in seiner Meinung bestärkt: »Lukas trainiert gut, aber Ferro hat das Vertrauen bestätigt.«

So darf sich der gebürtige Bochumer zumindest ein bisschen als Gewinner fühlen. Vor der Saison vom Drittligisten VfL Osnabrück an die Pader gewechselt, konnte er nicht unbedingt damit rechnen, Urgestein Kruse zu verdrängen.

»Absolut kollegial«

An seinem Verhältnis zu seinem Konkurrenten habe die neue Rangfolge aber nichts geändert. »Wir gehen ganz normal miteinander um. Wer Lukas kennt, der weiß, dass er absolut kollegial ist«, gibt der ehemalige portugiesische U 21-Nationaltorwart zu Protokoll.

Der größte Unterschied zwischen Reservisten-Dasein und Stammkeeper-Status sei die Müdigkeit nach dem Spiel, sagt er mit einem Grinsen. Der größte Gegensatz auf dem Platz zwischen ihm und Kruse ist das Auftreten. Hier der ruhige Kruse, da der extrovertierte Heuer Fernandes. Effenberg bezeichnete ihn seinerzeit als »lauten Torwart«, eine Eigenschaft, die der Angesprochene ganz bewusst verkörpert.

Keine schlechte Quote

»Schon in der Jugend wurde mir gesagt, dass ich viel reden soll. Ich denke, dass ich durch mein Coaching der Mannschaft helfen kann. Wenn die Abwehr gut steht, haben wir schon viel erreicht«, sagt er.

Mit acht Gegentoren in sieben Spielen ist seine Quote nicht so schlecht. Insgesamt sieht Heuer Fernandes den SCP »stabiler«, schließlich habe die Mannschaft vor dem 1:2 am vergangenen Freitag in Braunschweig viermal in Folge nicht verloren.

Das ist ein Grund, warum der Schlussmann trotz Tabellenplatz 17 nach wie vor an den Klassenerhalt glaubt. »Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt. Der Abstand ist noch nicht zu groß«, hält er sogar Rang 15 für möglich, weiß aber auch: »Unentschieden bringen uns mittlerweile nicht mehr weiter. Da brauchen wir gar nicht zu rechnen, gegen Union Berlin zählen nur drei Punkte.«

Wiedersehen mit Ex-Verein droht

Drei Punkte für die Chance, auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen zu können. Sei es auf direktem Wege oder den Umweg über die Relegation. Dort könnte ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein drohen, denn aktuell heißt der Drittplatzierte in der 3. Liga VfL Osnabrück. »Das wäre sicher reizvoll, aber ich würde das gerne vermeiden«, sagt Heuer Fernandes. Ebenso wie den Abstieg.

»Keiner will«, das macht er unmissverständlich klar, »dass sein Vertrag hier ausläuft, weil wir abgestiegen sind. Bleiben zu dürfen, wenn wir unser Ziel erreichen, sollte uns zusätzliche Motivation und Kraft geben. Weil ich sonst nicht meine Leistung bringen könnte, mache ich mir auch keine großen Gedanken über meine Zukunft.« Aber nur bei einem Dreier an diesem Freitag kann das auch noch etwas so bleiben.

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