SCP kommt gegen Fortuna Düsseldorf nicht über ein 0:0 hinaus Das achte Spiel ohne Sieg

Paderborn (WB). Zweitligist SC Paderborn bleibt auch im achten Pflichtspiel in Folge sieglos. In der letzten Partie des Jahres gab es am Montagabend nur ein 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Die Ostwestfalen überwintern damit als Tabellen-16.

Von Matthias Reichstein
Kevin Stöger wird von Düsseldorfs Kevin Akpoguma ausgebremst.
Kevin Stöger wird von Düsseldorfs Kevin Akpoguma ausgebremst. Foto: Besim Mazhiqi

Der SCP begann wie erwartet: Für die suspendierten Srdjan Lakic, Mahir Saglik, Daniel Brückner durften Kevin Stöger, Nick Proschwitz und Florian Hartherz spielen. Den rotgesperrten Süleyman Koc ersetzte Idir Ouali. Düsseldorfs Interimstrainer Peter Herrmann veränderte seine Startelf auf drei Positionen: Akpoguma, Avevor und Haggui spielten für Bodzek, Iyoha (beide Bank) und Koch (5. Gelbe).

Die Fans zeigten schon vor dem Anpfiff Flagge: Sie entrollen eine Riesenfahne in Schwarz-Blau, darunter die Aufforderung: »Forza SCP«. 

Die Partie war übrigens auch ein Ehemaligentreffen. Mit den Ex-Trainern Holger Fach, Pavel Dotchev und Andre Schubert sowie Sören Gonther, Jens Wemmer und Sören Brandy saßen zum Spielbeginn gleich sechs Ex-SCPer auf der Tribüne.

Erste nennenswerte Aktion nach 26 Minuten

Bis zu ersten nennenswerten Aktion dauerte es allerdings 26 Minuten: Nach einem Zuspiel von Moritz Stoppelkamp konnte Julian Schauerte den Schuss von Kapitän Marvin Bakalorz aber noch vor der Torlinie klären. Mehr gab's im ersten Abschnitt auch nicht zu sehen. Es war ein schlechtes Spiel und ein weiterer Beleg dafür, warum der SCP Drittletzter und der Gast Viertletzter ist.

Nach der Pause hatte auch die Fortuna die erste gute Möglichkeit, Michael Heinloth (52.) konnte aber den Schuss von Joel Pohjanpalo noch in letzter Sekunde abblocken. Oliver Fink (57.) hatte ebenfalls die Düsseldorfer Führung auf dem Fuß, drosch den Ball aber aus fünf Metern über das Tor. Jetzt entwickelte sich endlich ein Fußballspiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Hauke Wahl (59.) prüfte mit einem Kopfball Michael Rensing im Tor der Gäste, Nick Proschwitz (63.) verzog knapp und hatte auch in Minute 74 Pech: Diesmal war Rensing Endstation.

So blieb es beim torlosen Remis. Auch wenn der SC Paderborn in diesem Kellerduell leichter Punktsieger war.

Statistik

Paderborn: Kruse - Heinloth, Hohenender, Wahl, Hartherz - Bakalorz, Wydra (88.Bickel) - Ouali (73. Brasnic), Stöger, Stoppelkamp - Proschwitz

Düsseldorf: Rensing - Schauerte, Haggui, Madlung, Schmitz - Akpoguma (46. Iyoha), Avevor - Bebou (90. Bodzek), Fink, Bellinghausen  - Pohjanpalo (89. Ya Konan)

Schiedrichter: Siebert (Berlin)

Gelbe Karten: Heinloth / Avevor

Zuschauer: 14.839

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Fazit 2015

Tja, das war es - das Fußballjahr 2015!

Zuerst begann der Niedergang nach dem Trainingslager vor 11 Monaten, als Breitenreiter sich gedanklich bereits verabschiedet hatte.

Der Abstieg als solches war kein Beinbruch, da niemand was anderes erwartet hatte. Wir wussten, dass der Klassenerhalt möglich gewesen wäre, wenn wieder - wie in der Vorsaison - weniger als 30 Punkte reichen würden.

Aber mit dem Etat, dem Umfeld und der Erfahrung - dazu Pech bei Verletzungen und zig Elfmeterentscheidungen - war mehr nicht drin. Dafür haben wir uns saniert, was in dem Geschäft das mit Abstand wichtigste ist.

Leider hat man im Umfeld eine völlig unrealistische Erwartungshaltung als "natürlicher Erstligist" entwickelt, was davon ablenkte, worauf es ankommt: Grundtugenden.

Diese waren auch durch die Zerstörung einer intakten Hierarchie abhanden gekommen: die Verpflichtungen von Chancentod Proschwitz, den Vorruheständlern Ndjeng und Kirch sowie "Stars" wie Stöger waren grundfalsch. Dazu hat die falsche Erwartungshaltung sowie Undiszipliniertheiten mancher Spieler dem Trainer Gellhaus jede Grundlage für erfolgreiche Arbeit entzogen.

Der teure Trainerwechsel sowie nötige Transfers im Winter werden den ersehnten "Reichtum" wieder zerstören. Mit Gellhaus wären wir zumindest mental Wochen früher im Abstiegskampf angekommen. Und die Trainerdebatten haben den Spielern ein schönes Alibi geliefert!

Was lernen wir also daraus: Erfolgreich: Trainer wie Roger oder André. Gescheitert: Namen wie Ex-Nationalspieler Fach. Erfolgreich: Bescheidenheit. Gescheitert: Größenwahn wie auch bei HSV, Aachen oder Duisburg. Erfolgreich: junge hungrige Spieler aus unteren Ligen wie Koc, Meha oder Vrancic. Gescheitert: Altstars wie Ndjeng, Proschwitz oder Kirch, die nichts mehr erreichen können oder auf die Rente warten. Erfolgreich: Aussicht auf Sprungbrett durch Ausstiegsklauseln. Gescheitert: Abwesenheit von Ausstiegsklauseln gegen höhere Gehälter. Erfolgreich: gehen lassen, von wechselwilligen Leuten wie einst Proschwitz oder Roger. Gescheitert: Halten von Spielern wie Rafa oder Stoppelkamp. Erfolgreich: das Prinzip, keine Ablösen zu zahlen. Gescheitert: teure Ablösen zahlen. Erfolgreich: Zusammenhalt gerade in der Not. Gescheitert: Trainerdiskussionen und Hetzjagten! Erfolgreich: junger Kader. Gescheitert: alter Kader. Erfolgreich limitierte Spieler mit Charakter und Identifikation wie Kröschi. Gescheitert: "individuelle Qualität" und "fertige Spieler" wie Klotz, Naki, Proschwitz, Stöger, Kirch, Ndjeng. Erfolgreich: der "andere Weg". Gescheitert: den selben Mist machen wie alle anderen.

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