Paderborns Trainer ist von seinem Weg überzeugt Effenberg: »Nullkommanull Zweifel«

Paderborn (WB). Als Spieler kennt Stefan Effenberg Abstiegskampf. Als Trainer ist der völlig neu. Der 47-Jährige weiß aber, was er als Profi in Drucksituationen gemacht hat.

Von Matthias Reichstein
Paderborns Trainer Stefan Effenberg versucht  nach seiner Brandrede in Bochum das Team wieder aufzubauen.
Paderborns Trainer Stefan Effenberg versucht nach seiner Brandrede in Bochum das Team wieder aufzubauen. Foto: Besim Mazhiqi

Genau das versucht der Coach des SC Paderborn in Tagen wie diesen seinem Team zu vermitteln.

Debakel in Bochum, drei Spieler rausgeworfen und jetzt das Kellerduell gegen Fortuna Düsseldorf im Fokus : »Ich erwarte am Montag eine klare Antwort. Vor allem aufgrund der Art und Weise, wie wir in Bochum verloren haben.« Effenberg wirkt angriffslustig. Es scheint fast so, als wenn er Drucksituationen genießen würde. Die, wenn es um Titel geht, sicherlich. Die, in denen Existenzen auf dem Spiel stehen, sicher weniger.

Als Spieler hat Stefan Effenberg beide Seiten erlebt. Deshalb weiß er auch, dass nach den Suspendierungen von Srdjan Lakic, Mahir Saglik und Daniel Brückner die Karte Spieler beim SCP ausgereizt ist. Mehr Profis kann man nicht entlassen, Der nächste Schritt wäre ein anderer Schnitt und der würde den Trainer treffen. So sind die Regeln im Profifußball, die kennt auch Effenberg sehr genau. Doch der ist von seinem Tun total überzeugt. »Am Freitag in Bochum habe ich auch keinen Fortschritt erkannt. Aber man sieht ihn spielerisch. Und den lasse ich mir auch nicht wegreden«, sagt Effenberg gewohnt selbstbewusst.

Im Ergebnissport Fußball sagen die Fakten etwas Anderes: Sieben sieglose Auftritte in Folge, 16. Platz, schon drei Punkte Rückstand auf den sicheren Rang 15. Dazu der blutleere Auftritt im Revier, den Effe selbst als »schwarzen Freitag« beschreibt. Dass sein Weg dennoch der Richtige ist, betont er so: »Da  gibt es nullkommanull Zweifel.«

Den ersten Nichtabstiegsplatz nehmen aktuell die Düsseldorfer ein, die Rheinländer können am Montag (20 Uhr, Sport 1) den Vorsprung im direkten Duell noch weiter ausbauen. Ausschließen kann das auch der Trainer nicht, Effenberg verspricht aber zumindest mehr Gegenwehr: »Wenn es spielerisch nicht läuft, dann musst du die Ärmel hochkrempeln und alles geben. Schweiß und Blut. Dass die Jungs diesen Abstiegskampf vom Kopf und von den Beinen annehmen, daran arbeiten wir hart.«

Als Spieler hat Effenberg die Antworten noch selbst auf dem Platz geben können. Als Trainer muss er diese Einstellung verbal einfordern und an die Verantwortung seiner Profis appellieren. Mehr bleibt ihm nicht, den Rest müssen seine Schützlinge schon selbst machen. Wohl auch deshalb suchte er nach seiner Brandrede in Bochum wieder den Schulterschluss. Sie hätten total positiv auf die Ereignisse reagiert, er habe auch keine Verunsicherung gespürt, sagt Effenberg.

Die darf es auch nicht geben, denn er versucht bei aller Kritik seinem Kader auch neues Selbstvertrauen einzuimpfen: »Sie dürfen Fehler machen, da reiße ich keinem den Kopf ab. Aber sie dürfen nie zweifeln. Sie müssen in jeder Sekunde an die eigene Stärke, an die eigenen Fähigkeiten und an den Sieg glauben.«

So war Profi Effenberg. Ob seine Spieler ihm da bedingungslos folgen, werden am Montag mehr als 12 .000 Zuschauer direkt verfolgen. Sie wollen in der Mehrzahl sicher nicht das Ende der Ära Effenberg sehen, wohl aber die Wende.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.