Der SCP-Trainer im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT Effenberg: »Das Ganze ist meine Welt«

Paderborn (WB). Nach vier Wochen, zwei Siegen, zwei Remis und dem DFB-Pokal-Aus hat Paderborns neuer Coach Stefan Effenberg erstmals Zeit für ein Zwischenfazit gefunden. Der 47-Jährige sprach mit Matthias Reichstein, Elmar Neumann und Peter Klute über sein junges Leben als Trainer, aber auch über die Vergangenheit.

Stefan Effenberg zieht im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT eine erste Zwischenbilanz.
Stefan Effenberg zieht im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT eine erste Zwischenbilanz. Foto: Besim Mazhiqi

Herr Effenberg, wie fühlt es sich jetzt an, Trainer beim SC Paderborn zu sein? Ist es noch so schön wie am ersten Tag?
Effenberg: Absolut. Vielleicht sogar noch ein Stück schöner, weil ich sagen muss, dass die Mannschaft charakterlich einfach einwandfrei ist. Das weiß man nicht nach ein, zwei Tagen, aber das habe ich mittlerweile längst erkannt. Daher macht das Arbeiten noch mehr Spaß.

Sie haben nach Ihrer Verpflichtung selbst festgestellt, dass die Euphorie zurück in Paderborn ist. Haben Sie nach dem 1:7 im DFB-Pokal gegen Dortmund und den beiden Unentschieden gegen Frankfurt und Heidenheim das Gefühl, dass diese Begeisterung schon wieder etwas abgeebbt ist?
Effenberg: Überhaupt nicht. Das 1:7 in Dortmund können wir mal streichen. Das war eine andere Liga. Die zwei Unentschieden, die tun weh. Aber es war ja nicht so, dass wir mit Glück unentschieden gespielt hätten und der Gegner uns an die Wand gespielt hätte. Wir haben Punkte liegen lassen, und daraus gilt es zu lernen. Aber klar ist auch, dass wir die Abläufe nicht von heute auf morgen automatisieren können. Das braucht Zeit. 

Wie war der Zustand der Mannschaft, als Sie gekommen sind, wie ist er jetzt?
Effenberg: Was in den ersten zehn Spielen der Fall war, interessiert mich nicht. So bin ich ja auch angetreten. Ich habe gesagt, dass die Mannschaft und ich jetzt zusammen neu starten, und das haben die Jungs sofort verstanden. 

Sie haben es geschafft, einige Spieler wieder ins Boot zu holen. Wie einen Moritz Stoppelkamp zum Beispiel, der phasenweise ganz außen vor war.
Effenberg: Bei einem Spieler wie Moritz muss man zunächst nur auf die Qualität schauen, die er hat. Dann geht es darum, ihn in Gesprächen wieder aufzubauen, und von da an ist er dann gefordert, seinen Teil dazu beizutragen und mir Woche für Woche zu zeigen, dass er unbedingt spielen will. Wenn ich einen Stoppelkamp oder einen Sülo Koc habe und ihre Qualität sehe, dann bleibt mir zunächst nichts anderes übrig, als sie zu unterstützen. Ich wäre blöd, wenn ich es nicht machen würde.

Ist das der größte Unterschied zu einer Karriere als Spieler, dass sich als Trainer der ganze Tag um Fußball dreht, um das Team, um die Spiele?
Effenberg: Ja, klar. Wir machen uns ständig Gedanken darüber, wie wir die Trainingswochen gestalten, wie wir die Defizite, die noch da sind, am besten minimieren. Da musst du über die Taktik kommen, auch über die Motivation und du musst auch die Menschenführung draufhaben. Das sind drei ganz wichtige Faktoren. Ich betreibe definitiv mehr Aufwand als als Spieler. Als Spieler hast du deinen Rhythmus, das Leben eines Trainers ist anders. Aber das Ganze ist ja meine Welt. Ich habe das im Blut.

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