Stefan Effenberg spricht vor Sponsoren über die Herausforderung beim SC Paderborn »Ich bin nur ein kleiner Teil«

Paderborn (WB). Die Lacher hatte Wilfried Finke auf seiner Seite. »Willst du mich verarschen?« So reagierte Paderborns Präsident, als ihn Manager Michael Born bei der Trainersuche zum ersten Mal mit dem Namen Stefan Effenberg konfrontierte.

Von Matthias Reichstein
Stefan Effenberg gibt jetzt beim SCP den Ton an.
Stefan Effenberg gibt jetzt beim SCP den Ton an. Foto: Jörn Hannemann

Die 220 Sponsoren des SC Paderborn wurden gestern Abend bestens unterhalten. Klub-Boss, Manager,  Trainer und Spieler gewährten   Einblicke in die wohl ungewöhnlichste  Woche der Vereinsgeschichte. Finkes Bedenken hatten übrigens weniger mit der sportlichen Qualität des neuen Chefs  zu tun: »Ich musste  die Rahmenbedingungen kennen, denn ich wollte ja nicht die halbe  Mannschaft entlassen«, scherzte  er, ehe  Finke  lseine Beweggründe schilderte: »Ich habe mit viel Bewunderung Effenbergs  Karriere beobachtet.

Wir  liegen in vielen Dingen auf  einer Wellenlänge. Wir sind beide sehr ehrgeizig, können schlecht verlieren und wollen den Erfolg.«
Eindrücke, die Stefan Effenberg bestätigte. Er habe gar nicht lange überlegt, versicherte der Ex-Profi den Zuhörern und sagte: »Der SC Paderborn ist eine große Herausforderung. Hier wächst was und ich bin nur ein kleiner Teil davon.« Das kam ehrlich rüber und deutet an, wie wohl sich Effenberg in Paderborn fühlt –   das gilt  auch für seine Ehefrau: »Das eins klar ist, Claudia wird auch beim nächsten Heimspiel  auf der Tribüne sitzen.«

»Nur das Spiel meiner Mannschaft kann mich nervös machen«

Das mediale Interesse hat Effenberg nicht überrascht, aus dem Gleichgewicht könne ihn der bundesweite Fokus, der auf seine Person gerichtet ist, ohnehin nicht mehr bringen. »Nur das Spiel meiner Mannschaft kann mich nervös machen«,  versicherte Effe. Der 47-Jährige antwortete auf alle Fragen, die Moderator  Jürgen Lutter stellte, nur als ihn der SCP-Stadionsprecher  als Saison-Orakel nach dem Ausgang der laufenden Spielzeit befragen wollte, ließ er sich nichts   entlocken: »Wir wollen jetzt nicht abheben. Ziel muss es sein, so schnell wie möglich unten rauszukommen.«

In welche Richtung es  gehen soll, ist aber klar: nach oben. So sehen es auch die Spieler. Angesprochen auf die nächsten Aufgaben in der Liga und im Pokal, trugen Kapitän Marvin Bakalorz und Oliver Kirch das neue Selbstvertrauen schon nach außen: »Wir wollen in Berlin punkten. Und in einem Pokalspiel ist auch gegen Borussia Dortmund was drin«, meinten beide. »Gute Antworten, Jungs« lobte der Cheffe Effe  und schob gleich eine Kampfansage hinterher: »Wir werden Union total durchleuchten und einscannen, um auch dort zu siegen.«
Für den größten Lacher am Abend sorgte Bakalorz als er den Gönnern    den Moment schilderte, als der neue Cheftrainer zum ersten Mal die Kabine betrat:  »Da  saßen alle  Jungs   links und rechts von mir sehr stramm.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.