Ex-Nationalspieler unterschreibt Vertrag bis 2017 Stefan Effenberg neuer Trainer des SCP

Paderborn (WB/dpa). Der Überraschungscoup ist gelungen: Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg (47) wird neuer Trainer beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn. Nach einem Gespräch mit Club-Präsident Wilfried Finke auf Mallorca unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Am Mittwoch leitet Effenberg um 15 Uhr seine erste Trainingseinheit auf der Paderkampfbahn, zuvor wird er offiziell vorgestellt. 

Im Februar war Stefan Effenberg bereits im Paderborner Stadion, wenn auch noch in ganz anderer Funktion – als Kommentator.
Im Februar war Stefan Effenberg bereits im Paderborner Stadion, wenn auch noch in ganz anderer Funktion – als Kommentator. Foto: Oliver Schwabe

Wilfried Finke in der Benteler-Arena. Foto: Oliver Schwabe

»Die Chemie passt! Stefan Effenberg ist ein erstklassiger Fußball-Experte und heiß auf seine Aufgabe beim SCP. Er wird unserer Mannschaft neues Selbstbewusstsein einhauchen und auch die Fans begeistern«, wird Präsident Wilfried Finke in einer Mitteilung des Vereins zitiert. 

Das sagt Effenberg

Auf der Homepage des SCP (v.l.): Wilfried Finke, Stefan Effenberg, Sören Osterland und Michael Born.

Effenberg, früherer Bayern-Star und Champions-League-Sieger von 2001, hatte 2004 seine Spielerkarriere beendet und 2012 die Fußballlehrer-Lizenz erworben. Als Coach war er noch nicht aktiv. Er sagt: »Seit einiger Zeit denke ich ernsthaft darüber nach, als Chef-Trainer zu arbeiten. Für den Einstieg in dieses Metier ist Paderborn eine Top-Adresse, was auch die eindrucksvollen Karrieren meiner Vorgänger zeigen. Der SCP verfügt über viel Qualität im Kader, daraus müssen wir jetzt möglichst schnell ein erfolgreiches Team formen.«

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt begrüßt Stefan Effenberg bei Twitter.

Tabellensituation

Stefan Effenberg bejubelt mit dem FC Bayern München am 23. Mai 2001 den Gewinn der Champions League in Mailand. Foto: dpa

Nach nur sieben Punkten aus zehn Zweitliga-Partien liegt Bundesligaabsteiger Paderborn auf Platz 15: Nur zwei Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber, bei zwei Unentschieden. Das nächste Punktspiel findet am Freitag (18.30 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig in der Benteler-Arena statt. Markus Gellhaus, der erst zur neuen Saison verpflichtet worden war, wurde vor einer Woche beurlaubt. Interimstrainer war René Müller, der wieder auf seine Position als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums zurückkehrt.

Erster Kontakt

Februar 2003: Stefan Effenberg als Wolfsburger im Duell mit drei Arminen. Foto: Stefan Hörttrich

Den Kontakt zu Effenberg hatte nach Vereinsangaben SCP-Manager Michael Born hergestellt: »Bereits im ersten Gespräch hat mich Stefan Effenberg davon überzeugt, dass er der richtige Kandidat für unsere Position des Chef-Trainers ist. Dieser Eindruck hat sich im zweiten Gespräch mit unserem Präsidenten vertieft«.

Bei der Wahl seiner Cheftrainer hat der Unternehmer Finke in den vergangenen Jahren mit Roger Schmidt (heute Bayer Leverkusen) und André Breitenreiter (Schalke 04) zweimal ein gutes Händchen bewiesen.

Neuer Co-Trainer

Effenberg bringt einen neuen Co-Trainer mit nach Paderborn: Sören Osterland. Der 29-Jährige, der derzeit die U19-Nationalmannschaft Ungarns betreut, ist der jüngste Coach, der die Ausbildung als Fußballlehrer in Deutschland abgeschlossen hat. Er war bereits im Nachwuchsbereich vom 1. FC Magdeburg, RB Leipzig, FC Bayern München und Hannover 96 als Trainer und Co-Trainer aktiv. 

Schillernde Figur

Als Fußballprofi hatte er den Spitznamen »Tiger«, im Sommer 2009 übernahm Stefan Effenberg die Patenschaft für ein verwaistes Tigerbaby übernommen.Er besuchte mit seiner Frau Claudia den Tierpark Ströhen im niedersächsischen Wagenfeld, um »Taiga« zu besuchen. Foto: Oliver Schwabe

Effenberg ist nicht nur ein Trainernovize, sondern als schillernde wie polarisierende Persönlichkeit bekannt. In den 90er und den ersten 2000er Jahren war er ein Star in der Bundesliga, der als genialer, führungsstarker Spielmacher unter anderem beim FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach respektiert, aber wegen seiner Eskapaden, Provokationen und Skandale auch umstritten war.

So kam es 1994 bei der WM in den USA zum Eklat, als er mit einer abfälligen Geste (»Stinkefinger«) nach dem Spiel gegen Südkorea Fans provozierte und daraufhin nach Hause geschickt wurde. »Ich bin nicht der Typ, der geliebt werden will«, sagte Effenberg, der nach seinem letzten Engagement bei Al Arabi in Katar seine Spielerlaufbahn 2004 beendete.

Kommentare

Padermärchen?

Na, der Co-Trainer ist schon ein wirklich Guter. Warum soll es nicht werden wie bei der WM 2006 - ein Projektleiter (Effe) und einer für die Taktik?
Die beiden können sich durchaus gut ergänzen. Effenberg, der zwar Champions League kann, aber in den Niederungen der 2.Liga nicht daheim war und Osterland, der trotz junger Jahre schon viel Erfahrung als Coach mitbringt.

Willkommen Effe

Die Kombination hat was vom ehemaligen Duo Lattek/Sammer. Lattek machte erledigte die Medienpräsenz und Sammer machte die Arbeit. Mit Sören Osterland haben jedenfalls wir einen hochkompetenten Co neben Effe.

An einen langfristigen Verbleib von Effe in Paderborn mag ich nicht ganz glauben. Denn selbst wenn´s klappt, geht er den Weg von Roger oder Breitenreiter. Ich warte weiter auf Kontinuität auf der wichtigen Position, die langfristig sehr wichtig ist. Der Aufbau einer Mannschaft dauert schließlich mindestens zwei bis drei Jahre! Dafür gibt es viele Beispiele (BVB/Klopp, BVB/Hitzfeld, BVB/Sammer, Braunschweig/Lieberknecht, Freiburg/Finke, Bremen/Rehhagel, Bremen/Schaaf, Gladbach/Favre, Fürth/Büskens, KSC/Kauczinski, 1860/Lorant, Düsseldorf/Meier, Augsburg/Luhukay, Augsburg/Weinzierl, Ingolstadt/Hasenhüttl, Darmstadt/Schuster).

Das Gegenteil kann man seit Jahren in Hamburg, Nürnberg, Düsseldorf, Bremen, Stuttgart, Hannover oder bei 1860 beobachten, wo seit Jahren den Ansprüchen hinterher gehinkt wird.

Geduld und das Durchstehen von Tälern sind Tugenden, die im Fußball leider oft durch Abwesenheit glänzen, weil die Erwartungshaltung im Umfeld sie nicht zulassen. Laut Bruchhagen ist diese Erwartungshaltung der Grund, warum so viele "Traditionsvereine" den Bach runter gegangen sind! Recht hat er!

Übrigens: der letzte ehemalige deutsche Nationalspieler, der bei uns Trainer war, hieß Holger Fach!

Well, der Stinkefinger der Nation in Paderborn. Er bringt viel Erfahrung mit aus seiner
Karriere und kann den Spielern noch einiges beibringen. Ich hoffe, er tritt sie erst mal
richtig in den Hintern, damit der lahme SC Kahn aus den Füßen kommt. Sonst steigen
wir noch in die 3, Liga ab.

Why not?

Wenn er die Genialität, die er als Spieler hatte der Mannschaft beibringen kann, schließt der SCP die Saison unter den ersten 10 ab. Und die eine odere andere Eskapade bringt vielleicht noch etwas Unterhaltungswert.

Aber, aber

wir haben doch gar nicht den ersten April. Warum dann ein solcher Scherz ? Ich meine, gerne darf Schloss-Neuhaus den Effe holen, aber hinterher nicht weinen ! Is nich wahr.........hahahahahaaa

Haha

Ab in die Bezirksliga - aber mit Hurra.

6 Kommentare

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