Bielefeld dreht im OWL-Duell gegen Paderborn ein 0:1 zum 2:1 DSC erarbeitet sich den Derby-Triumph

Paderborn (WB). Am Samstag siegte Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld beim Erstligaabsteiger SC Paderborn im Derby mit 2:1 (1:0).

Von Sebastian Bauer
Arminias Manuel Junglas und Fabian Klos jubeln mit Michael Görlitz, dem Torschützen zum 2:1 Siegtreffer.
Arminias Manuel Junglas und Fabian Klos jubeln mit Michael Görlitz, dem Torschützen zum 2:1 Siegtreffer. Foto: Thomas F. Starke

Das Derby-Angebot war, wenn auch wenig hitzig, so doch vielfältig. Zwei Halbzeiten in einer bekamen die 15.000 Zuschauer in der ausverkauften Paderborner Arena in den ersten 45 Minuten zu sehen. Arminia übernahm zunächst das Kommando. Mit mehr Ballbesitz und mehr Zug zum Tor bestimmte der DSC die ersten 20 Minuten. Nach einer Flanke von Tom Schütz bekam Fabian Klos nicht genug Power hinter einen Kopfball (9. Minute). Bei einem Schuss von Christoph Hemlein bekam SCP-Torwart Lukas Kruse gerade noch die Finger dazwischen (17.). Paderborn stand tief, wartete ab und wirkte zu passiv. Daran konnten auch die beiden Neuzugänge in der Startelf, Hauke Wahl und Kevin Stöger, nichts ändern.

Das Spiel kippte erst mit der besten Chance der Paderborner und dem größten Fehler der Bielefelder. Ein Zuspiel von Schütz verspang Börner, Nick Proschwitz ging dazwischen, schnappte sich den Ball und stürmte aufs Tor - DSC-Keeper Wolfgang Hesl rettete im Eins gegen Eins (23.).

Arminia entgleitet das Spiel

Den ganz in rot gekleideten Arminen entglitt der rote Faden nun vollständig - Paderborn war jetzt am Ball. Das zahlte sich schon wenig später aus. Eine Hereingabe von der linken Seite nutzte Proschwitz inmitten der orientierungslosen Bielefelder Abwehr mit einem Abstauber zum 1:0 (33.). Kurz darauf feuerte SCP-Stürmer Saglik aus spitzen Winkel, wieder hielt Hesl (37.). 

Noch einmal belegte Brian Behrendt, der überraschend für den verletzten Christian Müller in die Startelf gerückt war, die Anwesenheit des DSC mit einem Kracher aus 18 Metern (44.), dann war Halbzeit eins Geschichte.

Behrendt trifft aus 20 Metern

Paderborn schien alles im Griff zu haben. Der DSC war so gut wie abgemeldet. In diesem Wissen nahm der SCP nach dem Seitenwechsel gleich mal den Druck raus. Das rächte sich schnell. Arminias rappelte sich auf und fand den Weg Richtung SCP-Tor wieder. Mit einem strammen Freistoß ins linke Eck glich Behrendt nach 53 Minuten aus 20 Metern aus.

Wieder kippte das Spiel. Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier ging wieder deutlich konsequenter in die Zweikämpfe und schaltete nach Ballgewinn besser und schneller um. Das verunsicherte Padeborn. Arminias Manuel Junglas kam mit einem Schuss erneut dicht an die gegnerische Bude (64.). Dann köpfte Sebastian Schuppan an die Latte (66.).

Und es sollte noch schlimmer kommen für die Gastgeber. Michael Görlitz war erst wenige Minuten auf dem Platz, als er einen Schuss von der rechten Außenbahn an den Innenpfosten zirkelt, von wo der Ball ins Tor springt - 2:1 für den DSC nach 78 Minuten. Daran konnte der SCP auch in der Schlussphase nichts mehr ändern.

Statistik

Paderborn: Kruse -Ndjeng (84. Brasnic), Wahl, Hoheneder, Hartherz - Koc (67. Wydra), Bakalorz, Stöger, Stoppelkamp - Saglik (67. Bickel), Proschwitz

Bielefeld: Hesl - Dick, Börner, Salger, Schuppan - Behrendt (80. Ulm) - Hemlein (70. Görtlitz), Junglas, Schütz, Nöthe (89. Mast) - Klos

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Proschwitz (33.), 1:1 Behrendt (53.), 1:2 Görlitz (78.)

Gelbe Karten: - / Dick, Klos, Nöthe

Kommentare

Mein 1:1-Tipp wäre beinahe aufgegangen. Aber meine Befürchtung bewahrheitete sich erneut, dass Derbys häufig nicht vom Favoriten gewonnen werden.

Ich sagte es schon vor Wochen: wir werden diese Hinrunde viel Geduld benötigen. Das ist so im Umbruch. Und man sah es letzte Saison an Nürnberg, wie eine Saison mit hohen Ansprüchen verlaufen kann.

Die Mannschaft hat eigentlich dominant gegen fußballerisch extrem limitierte BI-ler agiert. Es ist umso erstaunlicher, wie man so ein Spiel verlieren kann. Aber so ist das im Fußball. Beide Gegentore fielen unglücklich: beim 1:1 spekuliert Lukas ein wenig und das 1:2 war ein Tor, was so nur in tausend Versuchen klappt.

Man ist allerdings inzwischen in der ähnlichen Lage wie vor drei Jahren, als der Druck immer größer wurde, ein Heimspiel gewinnen zu müssen. Und mit dem Druck kam die Unsicherheit... Dann gewinnen wir jetzt eben in Leipzig!

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