Paderborn am Montag in Lautern: Brückner nach Streit mit Co-Trainer Reekers nur auf der Bank López fliegt aus dem Kader

Paderborn (WB). Die 0:6-Heimklatsche gegen den SV Sandhausen hat beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn für ein Nachbeben gesorgt. Rafa López flog aus dem Kader und fuhr nicht mit nach Kaiserslautern. Daniel Brückner saß zwar im Mannschaftsbus, muss aber auf die Bank.

Von Matthias Reichstein
Für Rafa López gibt es beim heutigen Auswärtsspiel des SCP in Kaiserslautern keine Verwendung.
Für Rafa López gibt es beim heutigen Auswärtsspiel des SCP in Kaiserslautern keine Verwendung. Foto: imago

Zweikampfstark, hervorragendes Kopfballspiel und eine sichere Spieleröffnung  – in Liga eins zeigte der 30-Jährige seine Qualitäten, doch mit dem Abstieg in die 2. Liga konnte sich Rafa López bis heute gar nicht anfreunden. Noch bis 2016 beim SCP unter Vertrag, wollte deshalb  auch Paderborns Profi mit der Rückennummer 3 unbedingt weg, doch im Gegensatz zu vielen seiner Teamkollegen  gab es kein Angebot.

In den Planungen vom neuen Cheftrainer   Markus Gellhaus spielte López deshalb zunächst auch nur eine untergeordnete Rolle, nach dem Verkauf von Uwe Hünemeier (Brighton  & Hove Albion FC) änderte sich das aber zwangsläufig. Gegen Sandhausen rückte López neben Niklas Hoheneder ins Abwehrzentrum, patzte beim 0:1 und 0:4 und spielte sich damit gleich wieder raus. »Es hatte in machen Situationen den Anschein, als ob er seinen Abschied provozieren will«, zürnte SCP-Boss Finke am Tag danach, Gellhaus zog nun  die Konsequenzen und begründete die Personalie so: »Rafa hat mir in der langen Trainingswoche nicht das Gefühl vermittelt, zu 100 Prozent für die Aufgabe in Lautern bereit zu sein.«

Experiment auf dem Betzenberg

Da Hoheneder (Gelb-Rot) gesperrt ist, steht Gellhaus mit Florian Ruck nur noch ein etatmäßiger Innenverteidiger zur Verfügung. Der 45-Jährige muss deshalb auf dem Betzenberg ein Experiment wagen. »Es wird eine Überraschung geben«, kündigte Gellhaus nur  an. Die könnte Sebastian Schonlau heißen. Der 21-Jährige, in der vergangenen Saison noch an den Regionalligisten SC Verl (nur vier Spiele über die volle Distanz) ausgeliehen, kam in vier Testspielen   im Abwehrzentrum zum Einsatz und durfte beim 2:1-Sieg in Düsseldorf sein Zweitliga-Debüt feiern. In der Schlussphase für Mahir Saglik gekommen, rettete der Student kurz vor Schluss auf der Torlinie den Dreier.

Zum ersten Mal in der Startelf dürfte auch Florian Hartherz stehen. Der Linksverteidiger wird  Daniel Brückner ersetzen.  Der 34-Jährige lieferte gegen Sandhausen, wie fast alle seine Kollegen, eine mangelhafte Leistung ab,  zeigte sich beim öffentlichen  Training zudem  uneinsichtig und lieferte sich zu allem Überfluss mit Co-Trainer Rob Reekers  auch noch ein hiziges Wortgefecht. Brückners Nachfrage nach einem freien Tag  konterte der Holländer so: »In dieser Situation fragst du nach einem freien Tag? Dir ist wohl nichts peinlich. Am Besten machst du doch die ganze Woche frei.« Brückner stapfte daraufhin  sauer   in die Kabine, aber nicht ohne sich noch diesen Abschiedssatz zu gönnen:  »Mir ist auch nichts peinlich.« Verbal kann man sich nicht schneller aus  einer  Startelf reden.

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