2:1-Sieg im DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten VfB Lübeck Das war knapp!

Lübeck (WB). Schwach begonnen, in Durchgang zwei dank Mahir Saglik das Spiel gedreht und damit die 2. Runde im DFB-Pokal erreicht: Der SC Paderborn hat sich mit einem 2:1 (0:1)-Arbeitssieg beim Viertligisten VfB Lübeck durchgesetzt.

Von Matthias Reichstein
Lübecks Jan-André Sievers (links) und Paderborns Idir Ouali kämpfen um den Ball.
Lübecks Jan-André Sievers (links) und Paderborns Idir Ouali kämpfen um den Ball. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Mit einer Änderung schickte Gellhaus seine Mannschaft ins Spiel: Für Niklas Hoheneder, der am Samstag zum ersten Mal Vater geworden ist, rückte Florian Ruck in die Startelf. Doch im Vergleich zum 2:1-Sieg vor einer Woche in Düsseldorf schien eine komplett andere Elf auf dem Platz zu stehen: Schläfrig und wenig engagiert - so präsentierte sich der SCP.

Der Regionalligist drückte dagegen von Beginn an aufs Tempo, war zweikampfstark und führte nach Durchgang eins verdient mit 1:0. Patrick Bohnsack hatte sich zwei Minuten vor der Pause auf der rechten Seite (mal wieder) gegen Daniel Brückner durchgesetzt, bediente mit seiner Flanke punktgenau Stefan Richter und der köpfte den Ball zur Lübecker Führung ins Netz. Kapitän Uwe Hünemeier kam hier zu spät, Ruck war gar nicht im Bilde - so sträflich frei darf man auch keinen Stürmer aus der 4. Liga lassen.

Paderborns beste Möglichkeit hatte Mahir Saglik (23.), der zog nach einem Zuspiel von Marcel Ndjeng sofort ab, doch Dennis Wehrendt klärte auf der Linie. Im zweiten Durchgang brachte Lübecks Trainer Danny Skwierczynski Lukas Knechtel für Sirmais. Ein Tausch mit Folgen: Nach einem Freistoß von Mahir Saglik schlug Knechtel (54.) den Ball ins eigene Netz. Allerdings war bei dieser Szene auch noch die Hand von Bakalorz mit im Spiel.

Fünf Minuten später ging der etwas verbesserte SCP sogar in Führung und drehte damit die Pokal-Partie: Nach einem Foul von Wehrendt an Saglik pfiff Schiri Aarnink Strafstoß, den schoss Saglik und traf zum 2:1. In der Folgzeit verwaltete der SCP das Spiel und brachte die knappe Führung über die Zeit. Am Ende reichten zwei Standardsituationen für zwei Tore und damit für das Weiterkommen.

VfB Lübeck: Toboll - Bohnsack, Wehrendt, Marheineke, Sirmais (46. Knechtel) - Sievers, Lange (75. Maletzki)), Nogovic (68. Meyer), Senger - S. Richter, Kramer

SC Paderborn: Kruse - Heinloth, Ruck, Hünemeier, Brückner (73. Hartherz) - Ndjeng, Bakalorz, Wydra (71. Koc), Ouali (89. Stoppelkamp) - Proschwitz, Saglik

Tore: 1:0 Richter (43.), 1:1 Knechtel (Eigentor/43.), 1:2 Saglik (Strafstoß/59.)

Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn)

Gelbe Karten: Nogovic, Marheineke, Lange - Brückner, Proschwitz, Ouali

Zuschauer: 7528

Kommentare

Ergänzung

Ich erinnere anders herum auch daran, dass sowohl in Lübeck als auch in Duisburg nach großartigen Pokal-Jahren der sportliche und finanzielle Niedergang begann - trotz Einnahmen weit über 5 Mio. Euro alleine aus dem Fernsehtopf (plus Zuschauereinnahmen)...

Man weiß ja seit Niebaum/Meier was passieren kann, wenn Fußballfunktionäre plötzlich über unerwartete Summen verfügen...


Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich auf die zweite Runde und hoffe auf ein Heimspiel oder eben auf ein Auswärtsspiel in Dortmund o. ä., auch wenn die zweite Runde wie immer mit meiner Urlaubsplanung kollidiert... Dann wird der Urlaub eben verschoben/verkürzt/abgesagt...

Der Wert des Wettbewerbs

Für mich war das Spiel deshalb wichtig, weil Leute wie Ruck ihre Chance bekamen. Und insgesamt hat er das gar nicht schlecht gemacht. Dagegen darf einem Proschwitz diese Dummheit nicht passieren, die uns echt hätte weh tun können. Umso erstaunlicher, dass der Trainer da nicht in der Halbzeit reagiert hat.

Sportlich ist der Pokal von enormen Wert. Und für Fans und Sponsoren ist er ebenfalls absolut wichtig.

Ökonomisch ist das allerdings nur für Vereine der dritten Liga abwärts lukrativ. Als Erstligist ist der Pokal vielleicht ab Halbfinale und als Zweitligist ab Viertelfinale profitabel, wenn man nicht gerade ein Auswärtsspiel in Dortmund, wo alleine der Anteil an den Zuschauereinnahmen in die Million geht, oder man ein Live-Spiel bekommt.

Ich erinnere mal daran, dass 1) die TV-Gelder zu 50 & als Prämien an die Spieler gehen und 2) ein Konzentrations- oder sogar Leistungsverlust in der Liga (Mehrbelastung, Verletzungen, englische Wochen) zu Einbußen in der TV-Tabelle führen kann (pro Platz 400 000,-€). Ich behaupte, wir wären nie aufgestiegen, wären wir in Saarbrücken vor zwei Jahren weiter gekommen. Und das alleine bedeutete Mehreinnahmen von 20 Mio. Euro! Und die Punkte in der TV-Tabelle klingen noch 5 Jahre nach! Anders herum können wenige Punkte am Ende einer Saison genauso gut den Abstieg bedeuten!

Als Sportler will man natürlich immer gewinnen. Das sollte ein Sportverein auch wollen. Aber rein ökonomisch hat mich ein Ausscheiden in den letzten Jahren nie gestört...

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