SCP dreht 0:1-Rückstand vor 32.000 Zuschauern in Düsseldorf Proschwitz und Ndjeng lassen Paderborn jubeln

Düsseldorf (WB). Erstliga-Absteiger SC Paderborn freut sich über den ersten Zweitliga-Sieg in der neuen Saison. Eine Woche nach dem 0:1 gegen den VfL Bochum gewann der SCP in Düsseldorf nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 (0:1).

Nick Proschwitz bejubelt seinen Treffer zum 1:1.
Nick Proschwitz bejubelt seinen Treffer zum 1:1. Foto: Oliver Schwabe

Trainer Markus Gellhaus nahm im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen den VfL Bochum zwei Änderungen in seiner Startelf vor. An Stelle von Süleyman Koc (verletzt) und Moritz Stoppelkamp rückten Idir Ouali und Mahir Saglik ins Team. Das Duo hatte noch gar keine Chance, auch nur ansatzweise Wirkung zu entfalten, da stand es schon 1:0 für die Fortuna. 

Nach einer Hereingabe von Lukas Schmitz schob Mathis Bolly den Ball ungehindert aus vier Metern über die Linie. Die Gäste benötigten eine Viertelstunde, um sich von diesem Fehlstart zu erholen und bereiteten ihre Angriffe mit Vorliebe über den starken Ouali vor. Die nächste ganz große Chance in einem vor 32.000 Zuschauern in der Esprit-Arena nun ausgeglichenen Duell aber hatten wieder die Hausherren. Ein Lupfer von Michael Liendl verfehlte sein Ziel nur knapp (27.).

In der zweiten Halbzeit wäre es beinahe der SC Paderborn gewesen, der nach nur zwei Minuten getroffen hätte, doch nach Zuspiel von Mahir Saglik scheiterte Nick Proschwitz im Eins-gegen-eins mit Keeper Michael Rensing. Nur drei Minuten später aber war der SCP-Angreifer in diesem Duell der Sieger und sorgte nach Vorarbeit von Marcel Ndjeng und Michael Heinloth für den verdienten Ausgleich (51.). Die Paderborner blieben überlegen und erspielten sich durch das 2:1 von Marcel Ndjeng (72.) den angemessenen Lohn für eine überzeugende Darbietung.

Weiter geht's für den SCP in einer Woche mit der Pokal-Partie beim Regionalligisten VfB Lübeck (Sonntag, 16 Uhr).

Statistik

Fortuna Düsseldorf: Rensing - Akpoguma (84. Schauerte), Haggui, Strohdiek, Schmitz - Liendl, Koch - Bolly (62. Bellinghausen), Sararer - Ya Konan, Pohjanpalo (69. van Duinen)

SC Paderborn: L. Kruse - Heinloth, Hünemeier, Hoheneder, Brückner - M. Ndjeng, Wydra, Bakalorz, Ouali (83. Hartherz) - Saglik (76. Schonlau), Proschwitz

Zuschauer: 32.000

Tore: 1:0 Bolly (2.), 1:1 Proschwitz (51.), 1:2 Ndjeng (72.)

Gelbe Karten: Koch / Heinloth, Brückner

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Realistische Ziele

Wenn man von Saisonzielen oder gar langfristigen Zielen spricht, so bedarf es einer gesunden Selbsteinschätzung. Kurzfristiges Ziel ist sicher nicht irgend ein Tabellenplatz am 2. Spieltag sondern am 34. Spieltag. Und langfristiges Ziel kann nicht zwingend 1. Liga sein. Freiburg hat da immer eine sehr gesunde Einstellung. Die sagen: "Wir sind etwa einer der stärksten 26 Vereine im Land und rechnen daher auch mit Abstiegen in die 2. Liga." Und deshalb wurde dort auch nie ein Finke oder Streich in Frage gestellt.

Für uns muss das heißen, sich ebenfalls realistisch einzuordnen. Es gibt in Deutschland 54 größere Städte, von denen einige sogar mehrere große Vereine haben. Und es gibt auch kleinere Städte wie Hoffenheim oder K´lautern, mit denen wir im Normalfall nicht mithalten können.

Heute muss man einfach sagen, dass Bayern, Dortmund, Wolfsburg, Leverkusen, Gladbach, Gelsenkirchen, Hannover, Hoffenheim oder Bremen einfach in der 1. Liga gesetzt sind. Um alle anderen freien Plätze kämpfen Augsburg, Hertha, Frankfurt, HSV, Köln, Mainz, Stuttgart zuzüglich Freiburg, Nürnberg, Leipzig, K´lautern, Düsseldorf, 1860 oder Pauli. Das (mittelfristige) Ziel "1. Liga" haben Bochum, Fürth, Union, Braunschweig, KSC oder Duisburg. Dazu gesellen sich langfristig noch Rostock, Dresden oder Cottbus. Nun sind noch Ingolstadt und Darmstadt rein gerutscht.

Wer da mal durchzählt und noch die Vereine mit Anspruch 2. Liga hinzu nimmt (FSV Frankfurt, Aalen, Sandhausen, Regensburg, Ulm, Heidenheim, Essen, Magdeburg, Mannheim, Offenbach, Stuttgarter Kickers, Chemnitz, Münster, Wehen, Aue, Erfurt, Jena, Kiel, Lübeck, Kassel, Osna, Aachen, Saarbrücken, Wuppertal, Uerdingen, Oldenburg, Halle, Zwickau etc.), der stellt fest, dass die 34 freien Plätze äußerst knapp und dauerhaft schwer zu verteidigen sind.

Mein Ziel heißt daher in diesem Jahr des Umbruchs, möglichst schnell 40 Punkte zu holen, um dann zu schauen, was dann noch erreichbar ist! Ein neuer Trainer mit einer neu zusammengestellten Mannschaft braucht Geduld!

Ooooh, wie ist das schön, oooh wie ist das schön

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