Neuzugänge des SC Paderborn überzeugen vornehmlich in der Anfangsphase Viel Luft nach oben

Paderborn (WB). Acht Neue hätten es in die Anfangsformation des SC Paderborn schaffen können. Einem Quartett schenkte Cheftrainer Markus Gellhaus gegen den VfL Bochum das Vertrauen.

Von Elmar Neumann
Dieses Duell mit Bochums Anthony Losilla gewinnt Marcel Ndjeng. Entscheidende Akzente setzt er aber noch nicht.
Dieses Duell mit Bochums Anthony Losilla gewinnt Marcel Ndjeng. Entscheidende Akzente setzt er aber noch nicht. Foto: Oliver Schwabe

Niklas Hoheneder, Dominik Wydra, Marcel Ndjeng und Nick Proschwitz waren auch nicht in der Lage, die 0:1-Niederlage zu verhindern und doch durften zwei der Novizen nach dem Abpfiff ihres Debüts sogar von Glück sprechen.

Niklas Hoheneder

In der Vorbereitung war dem Innenverteidiger anzumerken, dass er Spielpraxis benötigt. Schließlich waren ihm in dem halben Jahr vor seinem Wechsel zum SCP nur zwei Kurzeinsätze für RB Leipzig vergönnt. Bei der Pflichtspielpremiere im Paderborner Trikot  aber wirkte der  1,90-Meter-Mann anfangs  sogar weniger nervös als sein Nebenmann Uwe Hünemeier und löste seine Aufgaben sicher.  In Halbzeit zwei aber  hatte  der Österreicher auch viel Glück: Sein nicht geahndeter Schubser gegen  Simon Terodde hätte mit einem Elfmeterpfiff und einer Roten Karte bestraft werden müssen. So aber darf der 28-Jährige straffrei weiterspielen und wenn er seine Zweikampfbilanz (67 Prozent gewonnen) der von Kapitän Hünemeier (81 Prozent) anpasst, könnte er der Partner werden, den »Hüne«  benötigt.

Dominik Wydra

Auch der zweite Österreicher   war gleich gut genug, um den Anpfiff auf dem Rasen zu  erleben. Vier Trainingstage genügten, um den Trainer zu überzeugen und dem 21-Jährigen die Allein-Herrschaft im defensiven Mittelfeld anzuvertrauen. Vor allem in der viel- versprechenden  Startphase war Wydra   präsent, zweikampfstark und passsicher. Ein Niveau, das er – wie das gesamte  Team – nicht halten konnte. 35 Ballkontakte in 73 Minuten sind  als Beleg dafür  zu verstehen, dass sich die Kollegen und die neue Anspielstation noch finden müssen. Der Sechser selbst gibt sich optimistisch: »Es wird ein paar Tage  dauern, bis wir uns aufeinander abgestimmt haben. Da ist noch viel Luft nach  oben, aber das ist völlig normal. Das wird klappen.« Wie sein Landsmann kann auch  Wydra froh  sein, in den nächsten Wochen überhaupt weiter eine  Option zu sein. In Hälfte eins traf er  den späteren Torschützen Janik Haberer mit dem Ellenbogen im Gesicht – eine Aktion, die ebenfalls mit einem Platzverweis hätte bedacht werden können.

Marcel Ndjeng

Mit Süleyman Koc die meisten Torschüsse (3), dazu die meisten Torschussvorlagen (4) und die meisten Ballkontakte (73) – in den Statistiken nimmt der Routinier die Rolle ein, in der ihn die Verantwortlichen sehen wollen. Letztlich mangelte es aber auch dem  33-Jährigen an der Effizienz, die nötig gewesen wäre, um ein Spiel entscheidend zu beeinflussen. Manager Michael Born zeigte sich mit der Darbietung des Rückkehrers, der mit Marvin Bakalorz eine Doppel-Acht bildete, aber einverstanden: »Marcels Leistung war absolut okay. Man merkt zwar, dass wir uns noch in einer Findungsphase sind, aber es ist ja nicht so, dass alle Spieler, die schon in der vergangenen Saison da waren, an ihrer Leistungsgrenze gespielt hätten.«

Nick Proschwitz

Der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig machte jede Menge Meter, trat bei seinem Comeback aber nur als Vorbereiter und noch nicht als der erhoffte Vollstrecker in Erscheinung. Per Kopf (auf Moritz Stoppelkamp) und Doppelpass (auf Süleyman Koc) bereitete Proschwitz zwei Chancen vor, die an einem perfekten Tag mit zwei Assistpunkten belohnt worden wären. Selbst kam der 26-Jährige nicht ein einziges Mal zum Abschluss. »Proschi war sehr fleißig, hat jedoch nicht die Bälle bekommen, die er braucht«, sagt Born. Um diese Versorgung möglichst schnell sicher zu stellen, führt der Manager auch in dieser Woche Gespräche mit potenziellen Paderborner Zehnern. Zudem wird ab Mittwoch der eine oder andere Proband am Training teilnehmen.

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