SCP-Neuzugang erzählt vom drohenden Karriere-Aus Hoheneder: »Unglaubliches Glück«

Aigen im Ennstal (WB). Fußball-Profis haben einen Traumjob. Sie verdienen gut und stehen im Rampenlicht. Paderborns Neuzugang Niklas Hoheneder genießt dieses Privileg besonders. Denn die Karriere des 28-Jährigen hing am seidenen Faden.

Von Peter Klute
Traumhafte Kulisse: Niklas Hoheneder genießt den Sonnenuntergang in den Bergen seiner österreichischen Heimat.
Traumhafte Kulisse: Niklas Hoheneder genießt den Sonnenuntergang in den Bergen seiner österreichischen Heimat. Foto: Besim Mazhiqi

Es passierte am dritten Spieltag der abgelaufenen Zweitliga-Saison. Hoheneder traf mit RB Leipzig auf Erzgebirge Aue und blieb im Anschluss an einen Luftkampf im eigenen Strafraum regungslos liegen. »Vor allem für meine Familie war das ein Schock. Meine Freundin Susann war im Stadion und auch im Krankenwagen und im Krankenhaus dabei. Meine Eltern haben es live im Fernsehen gesehen. Sie haben Horror-Stunden erlebt, weil ich kein Handy dabei hatte und es aufgrund der langen Untersuchungen schier ewig gedauert hat, bis ich mit ihnen sprechen konnte. Und zwischendurch gab es Gerüchte, ich sei querschnittsgelähmt oder hätte mir das Genick gebrochen«, erzählt Hoheneder. Er erlitt eine Halswirbelstauchung, dazu wurde ein Nerv im Schultergelenk fast komplett zerstört.

Doch mit Hilfe des Leipziger Athletiktrainers Tim Lobinger (ehemaliger Weltklasse-Stabhochspringer) und der Physiotherapeuten gelang ein Blitz-Comeback. Schon drei Monate später stand Hohender wieder auf dem Platz. »Ich hatte unglaubliches Glück. Die Ärzte haben gesagt, in neun von zehn Fällen ist man nach so einem Unfall querschnittsgelähmt oder es kommt noch schlimmer.«

Außer dass er in der linken Schulter immer noch weniger Muskulatur hat, ist von dem Sturz nichts übrig geblieben. »Ich habe keine Angst mehr. Es kann nicht so blöd laufen, dass mir so etwas noch einmal passiert«, glaubt er.

Im Trainingslager in Österreich ist Hohender gut drauf. Das liegt zum einen daran, dass Susann schwanger ist und in zwei Wochen ein Mädchen erwartet. Und zum anderen daran, dass das SCP-Gastspiel in der Steiermark für ihn ein Heimspiel ist. Der Österreicher Hoheneder ist nur kanpp eine Autostunde von Aigen entfernt in Linz geboren. Fußball spielen ist für ihn in Deutschland aber attraktiver, auch wenn es nur die 2. Liga ist. »Die Qualität dort ist viel höher als in Österreichs 1. Liga. Da musst du dich erstmal durchsetzen.«

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