SC Paderborn holt Routinier Ndjeng zurück und leiht Nachwuchshoffnung Brasnic aus Viel Erfahrung, viel Talent

Paderborn (WB). Welchen Fußball Paderborns neuer Cheftrainer Markus Gellhaus in der 2. Liga spielen lassen wird, bleibt abzuwarten.  Worauf er bei seinen Neuzugängen wert liegt, zeigen diese Verpflichtungen: Mit Rückkehrer Marcel Ndjeng kommt viel Erfahrung, der 18-jährige  Marc Brasnic ist hochtalentiert.

Von Matthias Reichstein
Drei Jahre für die Hertha am Ball: Marcel Ndjeng  verlässt Berlin und kehrt zum SC Paderborn zurück.
Drei Jahre für die Hertha am Ball: Marcel Ndjeng verlässt Berlin und kehrt zum SC Paderborn zurück. Foto: dpa

Der Wechsel  Ndjengs von der Berliner Hertha zurück nach Ostwestfalen hatte sich bereits vergangene Woche angedeutet, am Samstag wurde es  offiziell: Der 33-Jährige nahm das Angebot der Hertha auf Vertragsverlängerung als Stand-By-Profi mit hauptsächlichen Einsatzzeiten in der U 23 nicht an und  kehrt zum SC Paderborn zurück. »Es steckt noch zuviel Ehrgeiz in mir. Wenn ich oben trainieren, will ich dort auch spielen«, begründete Ndjeng gestern.

Damit schließt sich für den mittlerweile 33-Jährigen der Kreis: Vor zehn Jahren startete der Rechtsfuß beim SCP seine Bundesliga-Laufbahn, damals begann auch die Zusammenarbeit von  Gellhaus als Co-Trainer des Holländers   Jos Luhukay. Das Trio stieg  in den folgenden Jahren  mit Borussia Mönchengladbach (2008), FC Augsburg (2011) und Hertha BSC Berlin (2013) in die 1. Liga auf, mit den Borussen und der Hertha sogar als Meister. Ndjeng  glänzte dabei besonders durch seine profihafte Einstellung, seine Spiel- und seine Kampfstärke. Deshalb machte sich gerade  Gellhaus   für die Verpflichtung des jungen Familienvaters (Sohn Navin Enock ist drei Wochen alt) stark und war  entsprechend  zufrieden:  »Marcel ist auf der rechten Seite variabel einsetzbar und wird unseren Kader auch mit seiner  Erfahrung verstärken.«  

Das Wiedersehen der beiden ist zunächst auf ein Jahr befristet,  mit Option auf weitere zwölf Monate. Sollte Ndjeng die nötigen Einsätze haben und die Führungsrolle übernehmen, die ihm Manager Michael Born  zutraut, verlängert sich der Vertrag automatisch bis 2017.  »Marcel freut sich auf diese Herausforderung und er will sich auch zu einer Führungsfigur im Team entwickeln«, sagt Born. Das wäre auch für Gellhaus wichtig, denn Ndjeng soll neben Kapitän Uwe Hünemeier zum  Bindeglied zwischen Coach und Team werden. Eine Rolle, die   Ndjeng auch  übernehmen möchte: »Ich weiß genau, was Markus will und was er fordert. Deshalb kann ich ihn   gerade in den ersten Monaten  sehr gut unterstützen.«

Seinem Ruf als Ausbildungsverein will der SCP aber auch nach dem Abstieg gerecht bleiben. Mit dem Kroaten Marc Brasnic von Bayer Leverkusen ist dem Klub auf der Suche nach hochtalentierten Jungprofis scheinbar   ein kleines Juwel in den Kader gerutscht. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wird der Torschützenkönig der A-Junioren Bundesliga (27 Treffer in 25 Spielen) für zwei Jahre ausgeliehen. Der Youngster  sammelte bereits Trainingslager- und Testspielerfahrung bei den Profis und stand nach seinen Auftritten in der Youth League bei  englischen Topvereinen  wie Chelsea, Manchester City oder Arsenal  auf der Liste. Das Rennen scheint aber der SCP gemacht zu haben – wenn auch nur auf Leihbasis und Dank der guten Verbindungen zu Ex-Trainer Roger Schmidt. Der will, dass sein Torjäger-Talent  Spielpraxis im Profibereich bekommt

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.