Paderborner Negativlauf hält an 0:4 in Frankfurt

Frankfurt (dpa). Für den SC Paderborn wird die Lage in seinem ersten Bundesliga-Jahr immer bedrohlicher. Der Aufsteiger verlor am Samstag auch bei Eintracht Frankfurt mit 0:4 (0:2)

Der Frankfurter Alexander Meier (links) erzielt per Kopf das 1:0. Der Paderborner Torwart Lukas Kruse (rechts)  ist machtlos.
Der Frankfurter Alexander Meier (links) erzielt per Kopf das 1:0. Der Paderborner Torwart Lukas Kruse (rechts) ist machtlos. Foto: dpa

Der Verein aus der Domstadt setzte dadurch seine Negativserie fort. Von den vergangenen 15 Spielen gewann der Tabellen-16. nur eines, die Bilanz der jüngsten vier Partien lautet: 0 Punkte, 0:15 Tore. Die Eintracht dagegen konnte sich vor 46.000 Zuschauern mal wieder auf ihren Torjäger Alexander Meier verlassen. Mit seinem 19. Saisontreffer erzielte der Stürmer in der 27. Minute das 1:0. Danach trafen noch Marc Stendera (42.), Stefan Aigner (55.) und Nelson Valdez (82.) bei seinem ersten Einsatz nach sechseinhalbmonatiger Verletzungspause für die SGE.

Die Frankfurter sitzen in dieser Saison somit weiter in der »Achterbahn«, wie es ihr am Knie operierter Verteidiger Marco Russ so schön formuliert hat. Der dritte Heimsieg nacheinander war die Antwort auf einen der vielen Rückschläge wie zuletzt in Köln (2:4). Mit nun elf Punkten Vorsprung auf Paderborn dürfte die Abstiegsgefahr endgültig gebannt sein. Dafür ist das Erreichen der Europa League wieder ein Thema für die Eintracht – zumindest falls der siebte Tabellenplatz am Ende der Saison dazu berechtigen sollte.

Paderborn begann diese Partie mutig und forsch – und brach noch in der ersten Halbzeit völlig ein. Zunächst überraschte der Aufsteiger die anfangs sehr unkonzentriert und schläfrig wirkenden Frankfurter aber durch frühes Stören und schnelles Spiel in die Spitze. SC-Stürmer Stefan Kutschke tauchte so in der 14. Minute frei vor dem Eintracht-Tor auf und schoss vorbei.

Frankfurter spielten 20 Minuten lang pomadig

Die Eintracht spielte 20 Minuten lang sehr pomadig. Für den verletzten Russ durfte Alexander Madlung im Abwehrzentrum ran, und der Verteidiger fühlte sich nach einer Viertelstunde sogar genötigt, seine lethargischen Kollegen lauthals auf dem Platz zusammenzustauchen.

Mitte der ersten Halbzeit nahm das Spiel dann einen völlig anderen Verlauf. Zunächst schoss Meier einen Freistoß von der Strafraumgrenze an den Pfosten (25.), nur zwei Minuten später traf er nach einer Flanke von Stendera per Kopf zur Führung. Dieses Tor hatte eine befreiende Wirkung auf die Frankfurter und eine lähmende auf den SC Paderborn. Angriff auf Angriff ließ der Aufsteiger in der Folgezeit auf sich zurollen. Haris Seferovic (29.) und Stefan Aigner (33.) hätten schon frühzeitig nachlegen können. Das erledigte dann der 19-jährige Stendera kurz vor der Pause nach Vorarbeit von Meier.

Paderborn war viel zu schwach, um dem Spiel noch einmal eine Wende geben zu können. Daran änderte auch die Einwechselung des ehemaligen Frankfurters Srdjan Lakic nichts. Die Eintracht dominierte das Spiel nach Belieben, ohne dabei wirklich zu überzeugen. Spätestens nach dem 3:0 durch Aigner gab es keine ernsthafte Gegenwehr mehr.

Für Trainer Thomas Schaaf war das der richtige Moment, um dem lange verletzten Valdez zum Comeback zu verhelfen. In der 74. Minute wurde der Stürmer aus Paraguay eingewechselt, nur acht Minuten später schoss er mit einem schönen Heber sein erstes Bundesliga-Tor seit rund fünf Jahren. Valdez hatte sich am zweiten Spieltag in Wolfsburg das Kreuzband gerissen. Mit einem Paukenschlag kehrte er zurück.

Eintracht Frankfurt: Trapp - Chandler, Zambrano (80. Anderson), Madlung, Oczipka - Aigner, Stendera (70. Flum), Hasebe, Inui - Seferovic (74. Valdez), Meier

SC Paderborn: Kruse - Heinloth, Strohdiek, Hünemeier, Hartherz - Koc (58. Rupp), Vrancic, Bakalorz, Meha - Kutschke (46. Lakic), Saglik (46. Kachunga)

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken) - Zuschauer: 46000

Tore: 1:0 Meier (27.), 2:0 Stendera (42.), 3:0 Aigner (55.), 4:0 Valdez (82.)

Gelbe Karten: Stendera (4), Valdez (1) / Hünemeier (3), Kachunga (3), Koc (1), Kutschke (1), Lakic (1), Strohdiek (2)

Beste Spieler: Meier, Stendera / Heinloth

Kommentare

Selbsteinschätzung oder Überschätzung?

Sehr geehrte Damen und Herren vom Westfalen-Blatt und SC Paderborn,



als interessierter Fußball-Konsument, habe ich in den letzten Wochen auch die Entwicklung des SC Paderborns durchgehend verfolgt. Wobei der SC Paderborn bereits seit seiner überraschend stabilen Zweitligasaison 2013/14 in meinen Fokus geraten ist. Auch in der Hinrunde konnte der SCP teils angenehm überraschen, was - abgesehen von Greuther Fürth - aber bereits vielen Underdogs als Bundesliga-Aufsteiger in den ersten Spielen gelungen ist.

Vorab, zu dem was ich nachfolgend schreibe: Ich weiß, aus der Ferne ist es immer schwer zu beurteilen und grundsätzlich gilt allen handelnden Personen vorneweg der größtmögliche menschliche Respekt und ich bin mir sicher, jeder will nur (sein) Bestes für den SCP.

Aber ich zweifele doch vermehrt an der vorhandenen Fachkompetenz der Herren Born und Breitenreiter. Ich glaube, der überraschende Erfolg hat den Blick für die eigenen Stärken und Schwächen doch so verschwimmen lassen, dass nur noch vermeintliche Stärken, aber nicht mehr die eigenen Fehler gesehen werden. Über Personalentscheidungen kann man in jedem Betrieb trefflich streiten, doch die Transferpolitik in der aktuellen Saison ist für mich nur schwer nachzuvollziehen. Zunächst schickt man einen erfahrenen und durchaus beliebten Profi wie Martin Amedick, der zugegebermaßen natürlich seit 2012 mit Verletzung und Krankheit zu kämpfen hatte, aber meines Wissens wieder voll einsatzfähig war und ist, OHNE NOT vor der Saisonvorbereitung in die Westfalenliga zur U23 ab. Ist es nicht hier schon kurzsichtig davon auszugehen, dass man einen Mann mit den meisten Erstligaspielen im Kader nicht mehr gebrauchen kann? Und selbst wenn er nur verbal mit Rat und Tat im Trainingsablauf geholfen hätte, wenn es laut Breitenreiter nicht mehr zu mehr unter ihm gereicht hätte? Ging man beim SCP wirklich davon aus, dass die Saison ohne Phasen wie diese verlaufen wird und dass es mehr Sinn macht, einen bundesligaunerfahrenen Rafa Lopez zu holen, der mit Sicherheit Qualitäten hat, aber wie jeder andere Mensch sich auch erst mal in einem für ihn fremden Land eingewöhnen muss? Das ist rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht bullshit, Herr Born und aus sportlicher Sicht auch anzuzweifeln, Herr Breitenreiter. Im Winter legt man dann, für mich durchaus sinnvoll, mit dem Transfer von Srjdan Lakic nach. Nur, wieso spielt dieser Lakic nicht bzw fast nur als Einwechselspieler? Warum dann diese Aktion, dem 1.FC Kaiserslautern seinen Kapitän für Ablöse wegzukaufen?

Wenn ich nun heute in der Montagsausgabe der Kollegen des "Kicker" lese, dass alle freien Tage der Woche gestrichen sind und zudem die Mannschaft verbal von Herrn Breitenreiter runtergemacht wird und Qualität abgesprochen wird, sollte er sich doch mal den Spiegel vor das Gesicht halten und sich fragen, ob seine eigene Persönlichkeit und Qualität reicht, um auf höchste Ebene Menschen zu führen und diesen Halt zu geben, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Freie Tage zu streichen führt nur zu Motivationsverlust, mangelnder Regeneration etc...aber nun gut, für ein Großteil der Öffentlichkeit natürlich ein Zeichen, welche meist Bundesligaspielern nur das Gehalt und Leben neidet, aber nicht die Abläufe im Leistungssport und die Trainingsprinzipien versteht.



Mehr Selbstkritik und ein Überdenken von manch einer Personalentscheidung wäre wünschenswert. Wobei ohne Manager und Trainer persönlich zu kennen, die Außendarstellung beider doch sehr großspurig und wenig selbst reflektiert wirkt.

Rückbesinnen!

Besinnt Euch mal auf die Hinrunde, auf den attraktiven Fußball und auf die Fähigkeit, in einem Spiel auch mal zurückzuschlagen. - Und besprecht mal hinter verschlossenen Türen, ob die permanente Wechselei in den Aufstellungen nicht kontraproduktiv ist und obendrein für Unmut in der Truppe sorgt. Und ob Wintereinkauf Lakic wirklich zu dem in der Vorrunde praktizierten Fußball paßt. Ständige Überraschungs- Rotation klappt beim Pep und seinem Ballett, aber Breitenreiter ist kein Startrainer und der SC Paderborn.... kriegt hoffentlich noch die Kurve.

Freiburg hat ja auch verloren, also bleibt es bei Platz 16.

Liebe Paderborner!! Jetzt reißt Euch endlich mal zusammen und laßt Euch nicht immer
die Bude vollballern!!!!! Wo ist denn der Kampfgeist oder geht Euch schon die Puste aus?
Da laufen die Ältesten beim Hermannslauf noch besser als ihr Fußball spielt.

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