Vor Heimspiel gegen den HSV: Erwartungen an Lakic sind hoch Neuer Torjäger ist bereit

Paderborn (WB). Das Urteil von Srdjan Lakic kommt mit zwei Tagen Verspätung und fällt gnädig aus: »Unglücklich gelaufen.« Viel mehr möchte Paderborns neuer Stürmer auch gar nicht mehr zur 0:5-Klatsche in Mainz sagen. Sein Blick geht nach vorn: »Wir müssen jetzt gegen den HSV Vollgas geben und zeigen, dass wir es besser können.«

Schwerer Einstand: In seinem ersten Spiel gegen Mainz (0:5) blieb Srdjan Lakic wirkungslos.
Schwerer Einstand: In seinem ersten Spiel gegen Mainz (0:5) blieb Srdjan Lakic wirkungslos. Foto: Oliver Schwabe

Dennoch: Diesen Einstand hatte sich der Kroate anders vorgestellt. Entsprechend wortkarg verabschiedete sich Lakic am Samstag aus Mainz. Kein Wort zum 0:5, kein Wort zu den ersten 29 Minuten im SCP-Trikot, kein Wort zum morgigen Gegner Hamburg: »Heute ist nicht der richtige Moment, um irgendetwas zu sagen.« Sprach's und verschwand im Mannschaftsbus. Seine Bilanz war allerdings auch genauso schlecht wie das Spiel seiner Kollegen. Kein Torschuss, keine Flanke, von drei Zweikämpfen zwei verloren – das war nicht viel, allerdings steht Lakic noch außerhalb jeder Kritik. Erst am Freitag verpflichtet, nur einmal trainiert und am Samstag zu einem Zeitpunkt gekommen, als die Partie eigentlich schon gelaufen war. Da wären Urteile unfair.

Doch die Erwartungen sind hoch. Allein schon deshalb, weil Lakic mit 90 Erstliga-Einsätzen die größte Erfahrung mitbringt. Seine Kopfballstärke im Strafraum soll möglichst genau das fehlende Glied einer Kette sein, die zum Klassenziel führt. Dennoch versuchte Trainer André Breitenreiter schon bei der Vorstellung, die Hoffnungen nicht zu hoch zu schrauben: »Er hat von unserer Seite nicht den Druck, alles kaputtschießen zu müssen. Er wird uns helfen, davon sind wir total überzeugt, davon ist er überzeugt.«

Diese »innere Überzeugung« hat auch nach dem 0:5 nicht gelitten. Beim Trainer nicht, beim Manager nicht und beim Spieler auch nicht. »Ich habe ihn in Mainz gebracht, um mehr Druck zu erzeugen. Da stand es noch 0:2, kurz danach schon 0:3. In dieser Phase sind unsere Offensivbemühungen immer weniger geworden und die Spitzen kamen nicht in gefährliche Positionen«, zog Breitenreiter dieses Fazit. Michael Born wollte keine Wertung abgeben: »Als er kam, fiel praktisch das 0:3. Da war alles gelaufen.« Lakic selbst habe nach dem 0:5 auch keine Sekunde daran gedacht, im falschen Verein gelandet zu sein: »Ich weiß, was ich will. Ich habe nach den Trainingseinheiten am Sonntag und Montag ein gutes Gefühl und bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen.« Dennoch wird auch er seine Zeit brauchen, muss sich zunächst an die Abläufe gewöhnen und Spielpraxis sammeln. Und das nach nun acht sieglosen SCP-Spielen am besten im Eiltempo. »Ich bin bereit«, sagt der 31-Jährige und fügt hinzu: »Das weiß auch der Trainer.« Forderungen verknüpft Lakic mit dieser Ansage nicht. Dafür ist er auch zu lange Profi: »Wie lange ich spiele, entscheidet der Trainer.«

Am Samstag waren es 29 Minuten. Lakic tat das, was jeder Neue macht: Er lief viel, arbeitete defensiv wie offensiv und bot sich an. Mehr war's nicht, mehr ging auch nicht. Morgen gegen den HSV darf es mehr sein. Zumal Lakic weiß, wie es gegen die Hanseaten geht: Vor zwei Jahren traf er gegen diesen Klub doppelt und feierte beim 2:0-Sieg zum Rückrundenstart im Trikot von Eintracht Frankfurt eine prima Premiere. Gutes Omen? »Eher nicht«, sagt Lakic. Kurz danach verletzte er sich und fiel monatelang aus.

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