Aufsteiger spielt am Sonntag in Wolfsburg Wiedersehen mit Schiedsrichter Gräfe

Paderborn (WB). Das Wolfsburger Weiterkommen in der Europa League, der Ausfall des Paderborners Süleyman Koc: Das sind sicher zwei Themen vor dem Aufeinandertreffen zwischen VfL und SCP. Für die größte Brisanz vor dem Anstoß (Sonntag, 17.30 Uhr) sorgt aber die Schiedsrichter-Ansetzung durch den Deutschen Fußball-Bund.

Von Peter Klute
 Cheftrainer André Breitenreiter und Manager Michael Born steht ein brisantes Wiedersehen bevor: Die Partie am Sonntag pfeift Manuel Gräfe.
Cheftrainer André Breitenreiter und Manager Michael Born steht ein brisantes Wiedersehen bevor: Die Partie am Sonntag pfeift Manuel Gräfe. Foto: Oliver Schwabe

In Niedersachsen gibt es ein Wiedersehen mit dem Berliner Unparteiischen Manuel Gräfe. Gräfe? War da nicht etwas? Da war etwas. Am Ostersonntag dieses Jahres pfiff der 41-Jährige den Aufstiegs-Kracher in der 2. Liga zwischen dem SC Paderborn und der SpVgg Greuther Fürth. In der Nachspielzeit übersah Gräfe ein klares Foulspiel des Fürthers Ilir Azemi an Marc Vucinovic. Dadurch verschaffte sich Azemi einen entscheidenden Vorteil und köpfte den Ball zum 2:2-Ausgleich ein. Der SCP verpasste so den Sprung auf Platz zwei.

Die Paderborner Bank hatte die Szene genau beobachtet. Cheftrainer André Breitenreiter, sein Assistent Volkan Bulut und Manager Michael Born beschwerten sich beim vierten Offiziellen Frank Willenborg und wurden von Gräfe auf die Tribüne geschickt. »Wir haben unser Unverständnis zum Ausdruck gebracht, aber wir haben niemanden beleidigt«, so Born damals. Nach dem Schlusspfiff eskalierte die Situation, als Gräfe Breitenreiter zweimal den Handschlag verweigerte. »Das spricht für seine Arroganz, ein Schiedsrichter seiner Qualität muss so ein Foul sehen«, sagte Breitenreiter nach Abpfiff. Für Bulut hatte das Spiel Konsequenzen, er wurde vom DFB-Sportgericht zu einer 1500-Euro-Geldstrafe verurteilt.

Der SCP stieg trotzdem auf, so dass Gräfes Fehleinschätzung keinen weiteren Schaden anrichtete. Wünsche, dass Gräfe keine Spiele mit Paderborner Beteiligung mehr leiten solle, habe der SCP beim DFB weder mündlich noch schriftlich geäußert, teilte Born am Freitag auf Anfrage mit, sagte dann aber: »Weiter möchte ich mich dazu nicht äußern.« Auch Breitenreiter wollte auf Spekulationen, ob er Gräfe die Hand reiche oder nicht, erst gar nicht eingehen: »Das ist doch lange her, damit beschäftige ich mich nicht.«

Spannung liegt dennoch auch deshalb in der Luft, weil sich der Coach in dieser Saison schon mehrfach, zuletzt nach dem jüngsten 1:1 gegen Freiburg, beschwert hatte, dass der SCP in dieser Saison noch keinen Elfmeter zugesprochen bekommen hat.

Einen Strafstoß könnten die Paderborner wohl gut gebrauchen, denn zum einen verloren sie die vergangenen drei Auswärtsspiele ohne eigenen Treffer, zum anderen hat der Gegner ein enormes Kaliber. »Ich denke, diesmal sind sich alle einig, dass wir kein Favorit sind. Das ist eine Herkulesaufgabe«, sagte Breitenreiter und ergänzte: »Wolfsburg ist nicht von ungefähr Zweiter und im Europapokal in der nächsten Runde. Sie haben eine enorm hohe individuelle Qualität und brutal starke Leistungen gebracht. Aber wir wollen trotzdem für eine Überraschung sorgen und haben uns ein paar Sachen überlegt.«

Welche, taktisch oder personell, behielt Breitenreiter wie immer für sich. Kein Geheimnis dagegen ist, dass er auf Süleyman Koc verzichten muss und das wohl für den Rest der Hinrunde. Koc hat ein Knochen-Ödem am Sprunggelenk und geht derzeit an Krücken.

So könnten sie spielen

VfL Wolfsburg: Benaglio – Jung, Naldo, Knoche, Schäfer (Rodriguez) – Luiz Gustavo, Guilavogui – Vierinha, De Bruyne, Perisic – Olic (Dost)

SC Paderborn: Kruse – Wemmer, Strohdiek, Hünemeier, Brückner – Rupp – Meha, Bakalorz, Vrancic, Stoppelkamp – Kachunga

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Kommentare

gleich geht´s los

Ja, in zwei Stunden geht´s los nach Wolfsburg - die Stadt, die es vor 80 Jahren noch gar nicht gab!

Ich bin gespannt auf die Aufstellung ohne Koc. Erwarten darf man sicher nicht sehr viel, aber in Leverkusen waren wir auch nah dran!

Jedenfalls sind - wie jedes Jahr - alle negativen Prognosen der SCP-Feinde und Nörgler unbestätigt geblieben.

Tasmania wurden wir genannt. Und man munkelt von einer Wette Lewandowskis, er schieße diese Saison mehr Tore als der SCP insgesamt! Da haben wir viele außerhalb Paderborns überrascht, die uns grandios falsch eingeschätzt haben. Die Stategie von Breitenreiter/Born, sich auf eine schlagkräftigere Offensive zu konzentrieren bei den Neuverpflichtungen, ist bisher klar aufgegangen. Die analytischen Fähigkeiten und der Blick für Talente ist also weiter unser Markenzeichen!

Aber dämliche Prophezeiungen gab es aus bestimmter Richtung schon immer: die meisten Dauerkarten hätten sich irgendwelche Nicht-Paderborner gekauft. Finke konzentriert sich auf Basketball, weshalb wir seit zwei Jahren auf dem Weg in die Oberliga sind. Nach jeder Niederlage wird der freie Fall angekündigt. Die wirtschaftliche Pleite stehe unmittelbar bevor. Alle Transfers seien schlecht...

Übrigens habe ich gehört (ohne Gewähr), dass auch die Mitgliederzahl seit Anfang der Saison noch weiter gestiegen ist - auch eine gegenteilige Entwicklung zu den Prognosen, dass die Menschen nur wegen Dauerkarten Mitglieder wurden. Da sollen es inzwischen über 12 000 sein (knapp 11 000 vor der Saison)!!!

Kleine Sensation in Wolfsburg

Heute wird der SC Paderborn eine kleine Sensation vollbringen und den VFL Wolfsburg mit 3:1 besiegen! Somit wieder auf Tabellenspitze 10 vorrücken.

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