SCP darf sich nicht nur auf die Heimstärke verlassen Hünemeiers Mahnung

Paderborn (WB). 17 Punkte nach 14 Spieltagen – wenn der SC Paderborn die Quote hält, ist eines ganz sicher: Der Bundesliga-Ball rollt auch in der Saison 2015/2016 in Ostwestfalen. Kapitän Uwe Hünemeier mahnt aber: »Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass wir zuhause die nötigen Punkte holen.«

Von Matthias Reichstein
Daheim sind Uwe Hünemeier (rechts gegen Freiburgs Sebastian Freis) und der SCP schwer zu schlagen. Auswärts ist Luft nach oben.
Daheim sind Uwe Hünemeier (rechts gegen Freiburgs Sebastian Freis) und der SCP schwer zu schlagen. Auswärts ist Luft nach oben. Foto: Stefan Hörttrich

Drei Punkte im ersten Auswärtsspiel in Hamburg (3:0) und ein sehr achtbares 2:2 in Leverkusen – das ist die Ausbeute der Paderborner in der Fremde. Mit den insgesamt vier Zählern bewegt sich der SCP aber in illustrer Gesellschaft: Hertha BSC Berlin, Borussia Dortmund und der Hamburger SV holten auch nicht mehr.

In der Benteler-Arena eine Macht

Zuhause ist der Neuling dagegen eine Macht. Die 13 Zähler aus den acht Spielen (Absteiger 1. FC Nürnberg holte im Vorjahr insgesamt 14 Punkte) sind das Fundament einer bislang glänzenden Hinrunde. »Diese Bilanz hätte uns niemand zugetraut«, sagt Trainer Andre Breitenreiter nicht ohne Stolz.

Warum es zuhause besser klappt als auf des Gegners Platz, ist aktuell ziemlich einfach erklärt: Die Fans, in früheren Zeiten ein besonderes Paderborner Problem, haben die eigene Arena in ein Bollwerk verwandelt. Freiburgs Trainer Christian Streich beschrieb das kleine Stadion am Samstag als »Hexenkessel«, Christian Strohdiek erklärt die Atmosphäre so: »Als wir in der zweiten Hälfte auf unser Tor spielen konnten, wurden wir zum Punkt gepeitscht.«

Diese geballte Unterstützung fehlt in der Fremde, Hünemeier nimmt deshalb die gesamte Mannschaft noch mehr in die Pflicht. Denn zuletzt hat der SCP in drei Auswärtsspielen acht Gegentore kassiert und selbst gar nicht getroffen. »Wir haben in Leverkusen gezeigt, dass wir auch gegen große Gegner bestehen können. Da müssen wir wieder hinkommen«, sagt Hünemeier. Sein Rezept klingt ganz einfach: »Hinten wieder kompakt stehen und mit Mann und Maus verteidigen. Vorne haben wir mit unseren schnellen Spitzen immer Optionen.« Die müssen dann auch ihre Möglichkeiten nutzen. Das letzte Tor auf des Gegners Platz schoss Paderborn am 4. Oktober beim Punktgewinn gegen Bayer.

Gelingt die Wende gegen Wolfsburg?

Ob die Wende ausgerechnet beim Ligazweiten VfL Wolfsburg gelingt? Die vom Ex-Paderborner Dieter Hecking trainierten Niedersachen sind zuhause nicht nur ungeschlagen, sie haben auch erst vier Gegentreffer zugelassen. »Dann muss eben am Sonntag bei uns alles passen«, kontert Hünemeier. Ein physischer Vorteil könnte der internationale Wettbewerb sein: Wolfsburg kämpft am späten Donnerstagabend noch beim OSC Lille um Punkte für die Europa League.

Spannend wird auch sein, wie Breitenreiter die Personalie Moritz Stoppelkamp löst. Der Mittelfeldmann stand am Samstag zum ersten Mal keine Minute auf dem Rasen. »Moritz hat in den vergangenen Monaten tolle Leistungen gezeigt, in den letzten zwei, drei Spielen war es aber weniger«, begründet der Cheftrainer den Wechsel. Stoppelkamp, der von Alban Meha ersetzt wurde, wollte dazu nichts sagen, auch Kommentare zum Spiel verkniff er sich: »Fragt die, die gespielt haben.«

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