Paderborn hat erstmals alle 24 Mann an Bord – der Konkurrenzkampf steigt Breitenreiter zählt Ducksch an

Paderborn (WB). Das 0:4 in Bremen ist analysiert und abgehakt, das Heimspiel gegen den SC Freiburg längst in den Fokus gerückt. Die Verantwortlichen des Aufsteigers SC Paderborn schauen wieder nach vorne und genießen einen einmaligen Anblick.

Von Elmar Neumann
Marvin Duksch (hier gegen Marcel Ndjeng von Hertha BSC) musste sich harte Worte seines Trainers anhören.
Marvin Duksch (hier gegen Marcel Ndjeng von Hertha BSC) musste sich harte Worte seines Trainers anhören. Foto: Stefan Hörttrich

Zum Mannschaftstraining am Dienstagnachmittag durfte Coach André Breitenreiter erstmals in dieser Saison den kompletten Kader auf dem Rasen begrüßen. »Alle 24 Spieler sind gesund und ich hoffe natürlich, dass dieser Zustand noch möglichst lange anhält«, sagt der 41-Jährige.

Alle 24 – das heißt aber auch, dass sich der Konkurrenzdruck noch einmal erheblich erhöht und der Kampf um die 18 Kaderplätze pro Partie noch härter wird. Einer, der in Paderborn viel vorhat(te), zuletzt aber zweimal an diesem Cut scheiterte, ist die Dortmunder Leihgabe Marvin Ducksch. Ausgerechnet im Heimspiel gegen »seinen« BVB und auch in Bremen blieb dem 20-Jährigen lediglich die Zuschauerrolle.

»Brutale Qualität«

Ob es für Freiburg viel versprechender aussieht? Das ist in diesem Fall keine Frage der sportlichen Fähigkeiten. Von denen ist Breitenreiter ausgesprochen angetan. Der Trainer attestiert Ducksch »brutale Qualität«, unter Beweis gestellt beim spektakulären Ausgleichstor gegen Frankfurt, aber der Trainer sagt auch: »Wenn er uns zeigt, dass er nicht nur ein großes Talent ist, sondern auch die entsprechende Einsatzbereitschaft mitbringt, kann er ein wichtiger Spieler für uns sein. Es geht für ihn um eine Grundsatzfrage: Entweder er bekommt das hin und hat eine große Karriere vor sich oder er fällt so ab wie viele andere Talente vor ihm. Das ist eben das Geschäft.« Klare Worte, die auf Duckschs Einstellung abzielen – auf und neben dem Trainingsplatz. Die macht nicht immer den professionellsten Eindruck. Darauf hat ihn die sportliche Leitung mehrfach hingewiesen, doch mit Hinweisen allein ist es nicht getan. »Wichtig ist, dass er das, was wir ihm sagen, nicht nur abnickt, sondern es auch versteht und als richtig erachtet«, sagt Breitenreiter und hat für den Angreifer ein weltmeisterliches Vorbild parat: »50 Prozent sind Talent, 50 Prozent Einstellung – das macht den 100-prozentigen Profi aus. Das beste Beispiel ist Thomas Müller. Der war nicht das größte Talent, marschiert aber ohne Ende.«

Auch Hünemeier, Wemmer und Bertels dabei

Alle 24 – das heißt, dass sich neben Kapitän Uwe Hünemeier und Jens Wemmer auch Dauerpatient Thomas Bertels wieder unter die Teamkollegen mischen konnte. Der Linksverteidiger war monatelang verletzt, feierte am dritten Spieltag gegen Köln ein vier Minuten währendes Bundesliga-Debüt, um seinen Namen kurz danach gleich wieder auf der Ausfallliste eintragen zu müssen. Nun hat der 28-Jährige die Folgen einer weiteren Fuß-Operation auskuriert und arbeitet auf seinen zweiten Erstliga-Einsatz hin. Unter genauer Beobachtung. »Thomas hat die Belastung kontinuierlich gesteigert und jetzt scheint tatsächlich alles gut zu sein. Aber wir werden natürlich ein Auge darauf haben, wie er das Training verträgt und kein unnötiges Risiko eingehen«, sagt Breitenreiter über Bertels.

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