Weihnachtsspendenaktion des WESTFALEN-BLATTES: Junge aus Espelkamp hat eine schwere Hirnschädigung Jannik braucht Hilfe

Espelkamp (WB). Wenn Jannik (13) gewaschen werden muss, ist das Schwerstarbeit für seine Eltern. Sie hoffen deshalb, dass die An­dreas-Gärtner-Stiftung ihnen hilft, das zu ändern.

Von Christian Althoff
Linus (6), sein behinderter Bruder Jannik (13) Vater Stefan (45), Tochter Joline (15) und Mutter Jasmin Rose (39)
Linus (6), sein behinderter Bruder Jannik (13) Vater Stefan (45), Tochter Joline (15) und Mutter Jasmin Rose (39) Foto: Oliver Schwabe

Jannik sitzt in einem Rollstuhl, dessen Felgen wie Fußbälle aussehen. »Fußball ist das Größte für ihn«, sagt Stefan Rose (45). Der Schlosser aus Espelkamp trainiert die G-Jugend des VfL Frotheim und nimmt seinen ältesten Sohn an Wochenenden zu den Spielen mit. »Jannik sitzt am Spielfeldrand und schaut begeistert zu. Wenn der Schiedsrichter eine rote oder gelbe Karte zückt, ist er ganz aus dem Häuschen.«

Junge kann nicht sprechen

Der Junge leidet an Diabetes und an Spastischer Cerebral-Parese, einer Hirnschädigung, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in der ersten Lebenszeit entstehen kann. »Jannik versteht vieles von dem, was wir sagen, aber er kann nicht sprechen«, sagt Jasmin Rose (39), die als Erzieherin arbeitet.

Mama, Papa, Oma und Opa – das sind die vier Wörter, die der 13-Jährige bisher beherrscht. Ja oder nein kann er nicht sagen – er lautiert stattdessen »Ha« und »E E«. Jannik besucht die »Schule am Weserbogen« in Bad Oeynhausen.

Damit er seinen Mitschülern erzählen kann, was er so erlebt, spricht seine Mutter das, was Jannik sieht, auf einen sogenannten Talker – ein Gerät, auf dem sich feste Texte (»Ich habe Hunger«) und individuelle Nachrichten speichern lassen und die Jannik bei Bedarf selbständig auswählt und auf Knopfdruck abspielt.

In diesen Tagen muss Jasmin Rose immer wieder aufsprechen, was sich draußen auf der anderen Straßenseite tut. Dort wird nämlich gerade ein Haus gebaut, und Jannick sitzt gerne am Fenster und sieht den Bauarbeitern zu. »Sie kennen ihn schon und winken hoch«, sagt die Mutter und lacht.

Bad ist zu klein für den Rollstuhl

Die Eltern wohnen mit ihren drei Kindern Linus (6), Jannik (13) und Joline (15) im Elternhaus von Stefan Rose. Unten lebt der Opa, im ersten Stock die fünfköpfige Familie. Ein Treppenlift hilft, Jannik nach oben und unten zu bringen. Das große Problem ist die Körperpflege des Jungen.

Wie in vielen alten Häusern ist das Bad sehr klein, und bei den Roses führen sogar noch zwei Stufen dorthin. Den Jungen mit seinem Rollstuhl ins Bad zu bringen – dafür ist der Raum viel zu klein. Stefan Rose: »Wir müssen Jannik in seinem Zimmer ausziehen. Dann tragen meine Frau und ich ihn in unser Bad, legen ihn in die Wanne und waschen ihn. Danach tragen wir Jannik zurück, trocknen ihn in seinem Zimmer ab und ziehen ihn dort wieder an.«

Hier, im früheren Schweinestall, möchte die Familie ein rollstuhlgerechtes Badezimmer für Jannik bauen. Foto: Oliver Schwabe

Vater kann den Umbau nicht alleine stemmen

Im Erdgeschoss gibt es neben der Waschküche des Großvaters noch einen ehemaligen Stall, in dem früher zwei Schweine standen und den die Roses zum Bad für Jannik umbauen möchten – auch deshalb, weil ihr Sohn vielleicht irgendwann einmal ganz ins Erdgeschoss ziehen wird. »Da könnten wir Jannik in einen Duschrollstuhl sitzen und ganz bequem waschen. Auch das Wechseln des Insulinpumpen-Katheters alle zwei Tage wäre dort viel einfacher«, sagt die Mutter.

Die Arbeiten sind aufwendig, weil es unter dem Stall noch eine alte Güllegrube gibt. Stefan Rose macht zwar vieles selbst, aber ganz ohne fremde Handwerker geht es eben nicht. Die Pflegekasse zahlt der Familie einen Zuschuss für den Umbau zu einem behindertengerechten Bad, aber der reicht vorne und hinten nicht. »Wir haben deshalb an die Andreas-Gärtner-Stiftung geschrieben und hoffen, dass sie uns helfen kann«, sagt Jasmin Rose. »Das wäre für uns das schönste Weihnachtsgeschenk.«

Weihnachtsspendenaktion

Schon 2012 kam der Erlös der WESTFALEN-BLATT-Weihnachtsspendenaktion der Andreas-Gärtner-Stiftung zugute. Und auch in diesem Jahr bitten wir Sie um Ihre Unterstützung für diesen guten Zweck. Hermann Gärtner garantiert dafür, dass jeder Euro ohne jeden Abzug bei den Betroffenen ankommt.

Hermann Gärtner, dessen inzwischen verstorbener Sohn Andreas geistig behindert war, hatte 1993 die Andreas-Gärtner-Stiftung gegründet, die geistig Behinderte unterstützt.

Lesen Sie hier das Interview mit Hermann Gärtner und seiner Tochter Birgit Gärtner.

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Andreas-Gärtner-Stiftung

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Zweck: Weihnachtsspende

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