Große Erleichterung nach Bombenentschärfung in Paderborn Geschafft!

Paderborn (WB). Am Sonntag m 17.02 Uhr war das Ding gewuppt und alle strahlten.

Von Christian Althoff
Sie strahlen hinter der gebändigten Bombe: Entschärfer Rainer Woitschek, Ordnungsamtschef Udo Olschewski, die Entschärfer Karl-Heinz Clemens und Gerd Matthee. Rechts Fahrer Roland Masur, der die 1,8-Tonnen-Bombe am Abend in den Zerlegebetrieb im Kreis Wesel brachte.
Sie strahlen hinter der gebändigten Bombe: Entschärfer Rainer Woitschek, Ordnungsamtschef Udo Olschewski, die Entschärfer Karl-Heinz Clemens und Gerd Matthee. Rechts Fahrer Roland Masur, der die 1,8-Tonnen-Bombe am Abend in den Zerlegebetrieb im Kreis Wesel brachte. Foto: Jörn Hannemann

Die neun Tage dauernde akribische Planung aller Beteiligten hat sich ausgezahlt. In Paderborn hat gestern die Evakuierung von mehr als 26.000 Menschen weitgehend reibungslos geklappt. Und als dann Stunden später die Entschärfung des 1,8-Tonnen-Blindgängers gemeldet wurde, waren alle im Krisenstab glücklich.

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Es sei keine Routine-Entschärfung gewesen, erzählten die Sprengmeister Gerd Matthee, Karl-Heinz Clemens und Rainer Woitschek am Abend im Peter-Hille-Weg, wo der Blindgänger im Garten der Familie Werth gefunden worden war. »Das Ding hatte zwei Aufschlagzünder und einen Mem­branzünder«, sagte Woitschek, der zum dritten Mal an der Bändigung einer »HC 4000« beteiligt war und deshalb das Team leitete. Zwei Zünder hätten sich relativ leicht herausdrehen lassen, obwohl einer abgeschert gewesen sei. »Aber der dritte saß so fest, dass wir ein Spezialgerät ansetzen mussten, das den Zünder mit Impulsen heraustreibt.« Etwa 90 Minuten hätten sie insgesamt gebraucht. Jeder habe einen Zünder entschärft, während die anderen in Deckung gewesen seien.

Dass die Arbeiten unterbrochen werden mussten, weil die Polizei Menschen in der Sperrzone entdeckt hatte, nahmen die Entschärfer mit Humor. »So etwas kennen wir. Das ist noch nie anders gewesen.«

Entschärfer Karl-Heinz Clemens, der gestern 57 Jahre alt wurde, sagte, er habe sich gefreut, an seinem Geburtstag mit dabeigewesen zu sein. »Schließlich bin ich Paderborner.« Jetzt wolle er aber nach Hause und mit seiner Familie ein Glas Sekt trinken.

Kranführer Dirk Klaus vom Paderborner Unternehmen Hofmann fuhr den Ausleger 40 Meter aus, um die entschärfte Bombe aus dem Garten über das Haus zu heben. Dort wartete Roland Masur vom Kampfmittelräumdienst mit seinem 13-Tonnen-Lkw, auf dem der Blindgänger verzurrt wurde.

Bürgermeister Michael Dreier lobte nicht nur »die hervorragende Arbeit« des Krisenstabs, sondern auch die Hilfsbereitschaft vieler Bürger, Vereine, Organisationen und Einrichtungen. »Dieses Großereignis hat Paderborn zusammengeschweißt«, sagte Dreier. Er habe im Laufe des Tages fast alle Einrichtungen besucht, die geholfen hätten, und ihnen gedankt. »Man wird demütig, wenn einem so viel Hilfe zuteil wird.«

Landrat Manfred Müller sagte, er habe ein großes Wir-Gefühl gespürt. »Ich habe heute mit DRK-Leuten aus Lippe gesprochen, und die sagten, Kreisgrenzen spielten für sie überhaupt keine Rolle. Das fand ich gut.«

Die Bombe wird in den kommenden Tagen im Zerlegebetrieb des Landes im Kreis Wesel entleert.

www.westfalen-blatt.de/Bombenfund

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