Blindgänger aus Paderborn wird in den Kreis Wesel gebracht Was passiert mit der Bombe?

Paderborn (WB/ca). Entschärft – und jetzt? Was passiert mit der Bombe? Der fast 2,80 Meter lange und gut 76 Zentimeter dicke Blindgänger aus Paderborn wurde Sonntag auf einem Lastwagen festgezurrt und in den Kreis Wesel gebracht. Dort betreibt das Land Nordrhein-Westfalen einen modernen Munitionszerlegebetrieb. Bis vor einigen Jahren wurden entsprechende Arbeiten außerdem noch in Büren-Ringelstein (Kreis Paderborn) erledigt. Doch diese Einrichtung ist seit 2014 geschlossen.

Die Bombe wurde am Sonntag gegen 19 Uhr abtransportiert.
Die Bombe wurde am Sonntag gegen 19 Uhr abtransportiert. Foto: Jörn Hannemann

Beim Aufprall auf das spätere Grundstück der Familie Werth war die Bodenkappe der Bombe abgebrochen. Sie wurde jetzt neben dem Blindgänger gefunden. Deshalb brauchen die Mitarbeiter im Zerlegebetrieb die »HC 4000« nicht mehr aufzusägen. Die bis zu 1500 Kilogramm Sprengmittel – es kann sich um TNT oder einen anderen Stoff handeln – werden mit Wasser aus dem Bombengehäuse gespült.

Die Wasser-Sprengstoff-Mischung wird aufgefangen und getrocknet. Zuletzt wird der Sprengstoff in kleine Behälter gefüllt, die über eine Fördereinrichtung in einen Ofen fahren und verbrannt werden.

Die stählerne Hülle des Blindgängers, im Fall der »HC 4000« bis zu acht Zentimeter stark, wird üblicherweise verschrottet. Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe: »Sollte die Stadt Paderborn die Hülle für ihr Museum haben wollen, kann sie darüber sicherlich mit der Bezirksregierung Düsseldorf sprechen.«

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Die Zerlegeanlage im Kreis Wesel, deren Adresse das nordrhein-westfälische Innenministerium aus Furcht vor Terroristen geheimhalten möchte, ist hochmodern. Nach Behördenangaben sollen bei der Vernichtung von Sprengstoffen keine Schadstoffe mehr in die Umwelt gelangen. Hier wie in Büren-Ringelstein war es über Jahrzehnte üblich, Sprengstoffe unter freien Himmel zu verbrennen. Doch dann investierte das Land mehrere Millionen Euro im Kreis Wesel und modernisierte die Anlage.

www.westfalen-blatt.de/Bombenfund

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