Drei Morde in Hille: Polizei lässt Schächte leerpumpen – mit Video Tote in Güllegrube gelagert?

Hille (WB). Nach dem Fund dreier Mordopfer rund um einen Reiterhof in Hille hat die Kripo dort sechs Sickerschächte und eine  Güllegrube auspumpen lassen.

Von Christian Althoff
Der Hof in Hille von oben
Der Hof in Hille von oben Foto: Oliver Schwabe

Dabei soll aber nichts Entscheidendes gefunden worden sein. »Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen«, sagte Markus Mertens, Chef der Mordkommission.

Die beiden Verdächtigen, die in Untersuchungshaft sitzen, sollen im August vergangenen Jahres zwei Mordopfer in der Güllegrube zwischengelagert haben, weil sie deren Grab in einem Wäldchen auf dem Reiterhof erst ausheben mussten. Eine entsprechende Aussage soll der jüngere der beiden Beschuldigten gegenüber der Mordkommission gemacht haben.

Zweiter Verdächtiger ist geständig

Die Toten – das sind ein libanesischer Maurer (30), ein Nachbar (71) und ein landwirtschaftlicher Helfer (64).  Das Motiv soll in allen Fällen Geld sein . So kassierte Reiterhofbesitzer Jörg W. (51), ein früherer Fremdenlegionär, nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Renten der beiden älteren Toten.

Während Jörg W. bisher nur den Mord an dem Libanesen zugegeben hat,  hat Kevin R. (24) umfassender gestanden. Er ist das Patenkind der Ehefrau von Jörg W. und lebte mit auf dem Hof. Er hat ausgesagt, dass sein Ziehvater Jörg W. die drei Morde begangen habe und er dabeigewesen sei.

Norbert Freier von der Mordkommission: »Der junge Mann schien erleichtert, endlich über das alles reden zu können.« Markus Mertens: »Er lebte schließlich monatelang unter dem Druck, das alles rauskommen könnte.«

Jörg W. lehnt Gespräch ab

Gegen die Ehefrau von Jörg W., die Einstellboxen vermietet und alten Pferden das Gnadenbrot gibt, besteht laut Kripo weiterhin kein Verdacht. Das Ehepaar war 2012 aus Duisburg nach Hille gezogen.

Markus Mertens: »Die beiden hatten sich mehrere Höfe in NRW angesehen und schließlich den in Hille gekauft.« Während die Frau als Krankenschwester arbeitete und sich um die Pferde kümmerte, nahm Jörg W. ab und zu Gelegenheitsjobs an.

Er habe aber nicht mit Geld umgehen können, heißt es aus seinem Umfeld. Er lehnt zur Zeit jedes Gespräch mit der Mordkommission ab. 

Alles zum Mordfall: westfalen-blatt.de/OWL/Mordfall-Hille

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