Opfer in Hille mit massiver Gewalt getötet Mussten zwei Männer wegen ihrer Renten sterben?

Hille (WB). Der mordverdächtige Jörg W. (51) aus Hille hat sich möglicherweise über Monate die Renten der beiden Männer angeeignet, deren Leichen am Mittwoch auf seinem Hof entdeckt worden waren.

Von Christian Althoff
Das Technische Hilfswerk leuchtete in der Nacht zum Donnerstag das Wäldchen aus, in dem die Toten gefunden wurden.
Das Technische Hilfswerk leuchtete in der Nacht zum Donnerstag das Wäldchen aus, in dem die Toten gefunden wurden. Foto: Christian Althoff

»Wir prüfen, ob das das Motiv für die Tötung der beiden Rentner gewesen sein könnte«, sagte Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer am Freitag. Jörg W. könnte mit den EC-Karten und den Geheimnummern der beiden Opfer die Renten an Geldautomaten abgehoben haben, ohne dass das jemandem aufgefallen wäre. Zu der Frage, ob man die fremden EC-Karten bei Jörg W. gefunden habe, wollte die Sprecherin nichts sagen.

»Beide starben durch massive Gewalt«

Die am Mittwoch ausgegrabenen Toten sind dem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge der verwitwete Landwirt Gerhard F. (71) und der landwirtschaftliche Helfer Joachim K. (65), der auf dem Hof von Jörg W. in einem Verschlag gelebt haben soll. »Beide starben durch massive Gewalt«, sagte Kathryn Landwehrmeyer. Die Polizei geht davon aus, dass Jörg W. die Männer 2017 getötet und wenige Meter von seinem Haus entfernt vergraben hat.

Staatsanwalt Christopher York aus Bielefeld, der am Donnerstag an der Obduktion teilnahm, sagte, es lasse sich nicht mehr mit Sicherheit ermitteln, wie lange die Männer schon tot seien. »Die Rechtsmediziner konnten auch keine Angaben dazu machen, ob die Opfer zur selben Zeit getötet wurden.« Zur genauen Todesursache äußerte sich Christopher York nicht. »Das ist Täterwissen.« Das bedeutet: Legt Jörg W. ein Geständnis ab und beschreibt die von den Obduzenten festgestellte Art der Tötung korrekt, nutzt ihm ein späterer Widerruf des Geständnisses nicht viel. Jörg W. sollte am Freitag aus Bayern geholt werden, wo er seit Sonntag in Untersuchungshaft saß. Die Mordkommission plant weitere Vernehmungen des früheren Fremdenlegionärs. »Vielleicht sehen wir bis Dienstag schon etwas klarer, was das Motiv angeht«, sagte der Staatsanwalt.

Motiv im geschäftlichen Bereich vermutet

Die Angehörigen der beiden Toten wurden am Donnerstag dar­über informiert, dass die Männer anhand ihrer Körpermerkmale identifiziert seien. Sicherheitshalber wurde aber auch noch eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben.

An diesem Sonntag ist es zwei Wochen her, dass Jörg W. laut Geständnis den 30-jährigen Fadi S. aus Stadthagen mit einem Hammer erschlug und sich nach Bayern absetzte. Polizisten fanden die Leiche des Familienvaters fünf Tage später auf dem verlassenen Hof von Gerhard F. Das Motiv für diesen Mord vermutet die Kripo im geschäftlichen Bereich. Die Polizei nannte das Opfer am Freitag syrisch-türkischstämmig. Die Familie bezeichnet sich selbst als libanesisch. Rechtsanwalt Samir Omeirat, der die Hinterbliebenen vertritt: »Fadi S. ist in Stadthagen geboren. Die Familie hat Verwandte in Syrien, der Türkei und im Libanon.«

Jörg W. wird inzwischen von einer Rechtsanwältin aus Minden vertreten, die aber noch nicht mit ihrem Namen an die Öffentlichkeit möchte.

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