Mordfall Hille: zwei Leichen werden am Donnerstag obduziert – Tatverdächtiger noch in Bayern Polizei sucht nicht nach weiteren Todesopfern

Hille (dpa/WB). Die Polizei hat keine Hinweise auf weitere Todesopfer in Hille und sucht deshalb an den Fundorten auch nicht weiter. »Wir stellen jetzt die Suchmaßnahmen ein«, sagte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld am Donnerstag.

Polizisten der Einsatzhundertschaft Bielefeld schaufeln am Mittwoch Erde durch ein Sieb.
Polizisten der Einsatzhundertschaft Bielefeld schaufeln am Mittwoch Erde durch ein Sieb. Foto: Christian Althoff

Sollte sich aber herausstellen, dass es sich bei den beiden am Mittwoch gefundenen Leichen nicht um die zwei verschwundenen Männer aus Hille handele, würden die Ermittler zu den Höfen zurückkehren.

In Hille-Neuenbaum (Kreis Minden-Lübbecke) war am Freitag ein 30-jähriger Toter in einer Scheune gefunden worden. Dabei handelte es sich um den Libanesen Fadi S. aus Stadthagen. Nach seiner Festnahme am vergangenen Samstag hat Jörg W. hat inzwischen gestanden , den 30-Jährigen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Der mutmaßliche Täter und das Opfer standen nach den bisherigen Erkenntnissen in einer Geschäftsbeziehung zueinander.

Bei der Suche nach dem 71-jährigen Nachbarn des mutmaßlichen Täters, Hofbesitzer Gerhard W., sowie einem 65 Jahre alten ebenfalls verschwundenen Mann aus Hille wurden am Mittwoch zwei vergrabene Leiche gefunden.

Die Polizei hatte nach dem Fund der ersten Leiche jeden Stein auf den beiden benachbarten Höfen umgedreht und dabei auch Hilfe von Spürhunden, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk in Anspruch genommen. »Es wurde viel umgegraben, es wurden Erdhügel abgetragen und Misthaufen«, sagte eine Sprecherin der Bielefelder Polizei. Außerdem seien ein Teich, Sickergruben und Teile der Kanalisation der beiden Höfe abgepumpt worden. Dabei fanden die Ermittler die beiden weiteren vergrabenen Leichen. Ein Toter sei etwa einen Meter tief im Boden vergraben gewesen, teilten die Ermittler mit.

Die Obduktion am späten Donnerstagnachmittag soll nun klären, ob es sich bei den beiden nun gefundenen Toten um die verschwundenen 71 und 65 Jahre alten Männer aus Hille handelt. Hinweise auf mögliche weitere Todesopfer liegen den Behörden nach eigenen Angaben nicht vor.

Jörg W. noch in Bayern

Der mutmaßliche Mörder von Hille ist nach seiner Festnahme noch nicht nach Nordrhein-Westfalen überstellt worden. Beamte der Bielefelder Mordkommission hätten den 51-jährigen Jörg W. in den vergangenen Tagen in Bayern vernommen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Dabei hatte der Deutsche gestanden, den Fadi S. mit einem Hammer erschlagen zu haben.

Die Ehefrau von Jörg W., die mit ihm auf dem Hof in Hille lebt, sei nicht tatverdächtig, teilten die Ermittler mit.

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