In Brakel entsteht größter Stall seiner Art im Kreis Höxter – Tag der offenen Tür 6000 Hennen – und immer noch Bio

Brakel (WB). Auf dem Wildhäuser-Hof bei Brakel entsteht der nach Aussagen der Eigentümerin größte Bio-Legehennenstall im Kreis Höxter. 6000 Tiere sollen hier leben. Am kommenden Samstag gibt es dort einen Tag der offenen Tür.

Von Frank Spiegel
Anna Sophie Meyer-Fehring und Michael Meyer bauen auf dem Wildhäuser Hof bei Brakel einen Stall für 6000 Legehennen. Auf den noch zu begrünenden Flächen im Hintergrund haben sie 36 000 Quadratmeter Auslauf.
Anna Sophie Meyer-Fehring und Michael Meyer bauen auf dem Wildhäuser Hof bei Brakel einen Stall für 6000 Legehennen. Auf den noch zu begrünenden Flächen im Hintergrund haben sie 36 000 Quadratmeter Auslauf. Foto: Frank Spiegel

Im Stall können sich die Hühner frei bewegen. Hinter den orangfarbigen Folienvorhängen legen sie die Eier. Foto: Frank Spiegel

»6000 Hennen – ist das denn dann noch Bio?« Als Anna Sophie Meyer-Fehring die Frage hört, schmunzelt sie. »Das fragen alle«, sagt die Landwirtin. Entscheidend sei dabei der Auslauf, den die Tiere haben.

Sechs Quadratmeter pro Tier

Vier Quadratmeter im Freiland seien dabei pro Tier vorgeschrieben. »Bei uns haben sie sechs Quadratmeter Auslauffläche«, berichtet sie. Neben dem 60 mal 30 Meter großen neuen Stallgebäude, in dem die Tiere in zwei Herden mit je 3000 Tieren übernachten gibt es eine Fläche von 36 000 Quadratmetern, auf denen sich die Hennen nach Herzenslust frei bewegen können.

Tag der offenen Tür

Wer sich selbst ein Bild machen möchte von dem Stall, hat dazu am Samstag, 22. Juli, Gelegenheit. Von 11 bis 17 Uhr kann das neue Gebäude besichtigt werden. Man findet es, wenn man die K18 in Richtung Modexen fährt. Vor dem Wald rechts geht es zum Wildhäuser Hof. Die am Bau beteiligten Unternehmen informieren, der Hofladen des Wildhäuser Hofes hat geöffnet und bietet neben Eiern unter anderem auch Biofleisch und Wurst aus der eigenen Schweinemast an. Mit Bio-Bratwurst, Kaffee, Kuchen, Bier und alkoholfreien Getränken ist zudem auch der kulinarische Bereich abgedeckt.

Die Fläche soll noch mit Büschen und Bäumen begrünt werden, damit die Tiere die Möglichkeit haben, sich vor möglichen Raubvögeln zu schützen.

»Bis die gepflanzt sind und eine entsprechende Größe haben, werden wir uns behelfen, zum Beispiel mit Rundbögen«, erläutert die Landwirtin. Das Gelände wird zudem umzäunt. 20 Zentimeter tief wird der Zaun in den Boden eingelassen. Anna Sophie Meyer-Fehring: »Damit der Fuchs sich nicht drunter durchbuddeln kann.«

Dem Fuchs keine Chance

»Viele Leute meinen, nur mit einem Hühnermobil könnte man nach den Bio-Richtlinien produzieren. Das geht aber auch mit einem Stall – wenn man es richtig macht«, klärt sie auf.

Ende August sollen 6000 Tiere der Rasse Lohmann-Brown einziehen in die neuen Ställe. Darunter sollen auch 60 Hähne sein. »Die dienen sozusagen als Aufpasser, wenn die Tiere tagsüber im Freien sind«, erläutert die Betriebsleiterin. So fühlten sich die Hennen sicherer.

Und auch in dem Gebäude mit den zwei neuen Ställen ist nichts dem Zufall überlassen. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant und auf die Bedürfnisse sowohl der Hennen als auch der Landwirtin abgestimmt.

Hennen schlafen gern erhöht

Wie Anna Sophie Meyer-Fehring berichtet, sei es ein natürliches Verhalten der Hühner, bei Einbruch der Dunkelheit die freie Fläche zu meiden. Sie kehrten daher zunächst in den so genannten Wintergarten zurück, später dann in den Stall selbst.

60 mal 30 Meter groß ist das Stallgebäude, das zwei Herden mit jeweils 3000 Tieren Platz bietet. Foto: Frank Spiegel

Ein Huhn bevorzuge seinem Instinkt nach einen erhöhten Schlafplatz, um nicht leichte Beute für etwa Füchse zu werden.

Und Schlafplätze gibt es im Stall im wahrsten Sinne des Wortes mehr als genug. Anna Sophie Meyer-Fehring: »Wenn sie schlafen, rücken sie nah zusammen. Dass ein Huhn allein übernachtet, kommt praktisch nicht vor.«

Kot wird von einem unter den Schlafplätzen durchlaufenden Förderband aufgefangen und zentral gesammelt.

Wie Anna Sophie Meyer-Fehrings Mann Michael Meyer berichtet, dient er später dazu, die Felder zu düngen.

Ei-Transport per Förderband

Und weil eine Henne es beim Eierlegen gern dunkel hat, gibt es auch dafür speziell eingerichtete Stellen im Stall, abgedunkelt wie die Tiere es mögen

Auch dort gibt es ein Förderband, das die Eier in einen Nebenraum transportiert, wo sie maschinell der Größe nach sortiert, dann aber von Hand in Kartons verpackt werden.

Dass die Hühner diese Legeplätze auch wirklich nutzen, ist für die effektive Arbeit von großer Bedeutung. »Gibt es anderswo dunkle Stellen im Stall, könnten die Hühner auch dort legen – dann müsste von Hand eingesammelt werden«, weiß Anna Sophie Meyer-Fehring .

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