Bielefelder Kunstsammlung Rudolf-August Oetker macht dritten Fall öffentlich Raubkunst: Oetker entschädigt weitere Erben

Bielefeld (WB/as). Oetker meint es ernst in Sachen Raubkunst. Die Kunstsammlung Rudolf-August Oetker hat jetzt den dritten Fall öffentlich gemacht und entschädigt die Erben einer jüdischen Sammlerin für den Verlust eines Silberbechers.

Links: Diesen vergoldeten Windmühlenbecher, zwischen 1612 und 1616 in Augsburg gefertigt, hat die Kunstsammlung Rudolf-August Oetker als drittes Raubkunst-Werk identifiziert und die Erben entschädigt. Mitte: Antonis van Dycks Gemälde »Portrait von Adriaen Moens« ist Anfang dieses Jahres an die Erbin des niederländischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker zurückgegangen. Rechts: 1954 erstand Rudolf-August Oetker auf einer Versteigerung das Hans-Thoma-Gemälde »Frühling im Gebirge/Kinderreigen«. Die Experten der Oetker-Sammlung haben ermittelt, dass das Gemälde 1938 von Hedwig Ullmann unter Zwang verkauft worden war.
Links: Diesen vergoldeten Windmühlenbecher, zwischen 1612 und 1616 in Augsburg gefertigt, hat die Kunstsammlung Rudolf-August Oetker als drittes Raubkunst-Werk identifiziert und die Erben entschädigt. Mitte: Antonis van Dycks Gemälde »Portrait von Adriaen Moens« ist Anfang dieses Jahres an die Erbin des niederländischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker zurückgegangen. Rechts: 1954 erstand Rudolf-August Oetker auf einer Versteigerung das Hans-Thoma-Gemälde »Frühling im Gebirge/Kinderreigen«. Die Experten der Oetker-Sammlung haben ermittelt, dass das Gemälde 1938 von Hedwig Ullmann unter Zwang verkauft worden war.

Das Stück kann in der Sammlung verbleiben. Es handelt sich um einen vergoldeten Silberbecher in Form einer Windmühle, der zwischen 1612 und 1616 in Augsburg von Tobias Kicklinger gefertigt wurde.

Das Kunstwerk hatte einst zur Sammlung von Emma Ranette Budge (1852-1937) gehört. Nach dem Tod der jüdischen Sammlerin waren ihre Kunstgegenstände in fünf Möbelwagen von Hamburg nach Berlin geschafft und dort im Auktionshaus Paul Graupe angeboten worden.

Bei der Versteigerung der größten Privatsammlung während der Nazi-Zeit hatte der Silberbecher im Herbst 1937 einen Preis von 560 Reichsmark erzielt. Das geht aus dem archivierten Auktionsprotokoll hervor. Die Erlöse der Auktion waren auf ein gesperrtes Konto überwiesen worden, auf das die Erben keinen Zugriff hatten.

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