Auch früherer Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke Bielefeld angeklagt – 264.037 Euro Schaden Anklage gegen Ex-Stadtwerke-Chef Brinkmann

Bielefeld (WB/MiS). Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat jetzt Anklage gegen Wolfgang Brinkmann , den früheren Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, und den früheren Betriebsratsvorsitzenden des Unternehmens, Wolfgang Gottschlich , erhoben.

Stadtwerke Bielefeld
Stadtwerke Bielefeld Foto: Thomas F. Starke

Dabei geht es um die unzulässig hohe Vergütung des Betriebsratsvorsitzenden. Der Vorwurf gegen Brinkmann: Untreue in elf Fällen. Gottschlich wird wegen Beihilfe angeklagt. Außerdem geht es um einen Betrugsfall.

Den Gesamtschaden, der den Stadtwerken entstanden sei, bezifferte Oberstaatsanwalt Klaus Pollmann, Sprecher der Schwerpunktabteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, am Mittwoch auf 264.037 Euro. Das Landgericht Bielefeld muss nun über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Zu viel Gehalt bezogen

Zwischen 2007 und 2015 soll Gottschlich 184.341 Euro Gehalt zu viel bezogen haben. Außerdem sollen die Stadtwerke drei viertägige Studienfahrten des Betriebsrates nach Kiel, Nürnberg und Schwerin finanziert haben. Kosten: 38.711 Euro. Diese Reisen hätten aber vor allem Unterhaltungscharakter gehabt, so Pollmann, und gegen das Begünstigungsverbot verstoßen.

Im Betrugsfall geht es darum, dass Brinkmann die Gehaltshöhe Gottschlichs vor dem Aufsichtsrat damit begründet habe, dass dieser die Position als Geschäftsführer der neu gegründeten Fahrergesellschaft der Stadtwerke-Tochter Mobiel ausgeschlagen habe. »Das soll so nicht stattgefunden haben«, sagte Pollmann dazu. Rückforderungen in Höhe von 38634 Euro seien den Stadtwerken deshalb entgangen.

Das WESTFALEN-BLATT hatte im Januar 2014 zuerst über das Jahresgehalt Gottschlichs, das zuletzt über 100.000 Euro lag, berichtet. Die Fraktion der Linken im Bielefelder Rat hatte im November 2014 Anzeige gegen Unbekannt wegen Untreue und Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz gestellt und damit die Ermittlungen in Gang gebracht.

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