Nach der Tötung einer Frau in Bielefeld verdichten sich Indizien gegen den Ehemann DNA-Spur auf Patronenhülse

Bielefeld (WB). Fünf Tage nach der Tötung der 41-jährigen Tanja S. in Bielefeld-Senne sind Polizei und Staatsanwaltschaft sicher, den Täter überführt zu haben. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen sollen am Tatort DNA-Spuren des Ehemanns gefunden worden sein.

Von Lukas Brekenkamp
Der Tatort in Bielefeld: Die 41-jährige Frau wurde in ihrem Volvo (rechts) erschossen.
Der Tatort in Bielefeld: Die 41-jährige Frau wurde in ihrem Volvo (rechts) erschossen. Foto: Thomas F. Starke

Am Donnerstag war Tanja S. (41) frühmorgens vor der Einfahrt zu ihrem Haus erschossen worden, als sie auf dem Weg zur Arbeit war. Der Täter, der ihr regelrecht aufgelauert und die zweifache Mutter mit mehreren Schüssen getötet hatte, flüchtete. Ihr Ehemann (53), der seitdem als tatverdächtig gilt, wurde wenig später von der Polizei in Bielefeld festgenommen, als er mit seinem Auto in der Nähe der Müllverbrennungsanlage halten musste.

Nach Informationen dieser Zeitung wurden am Tatort sogar mehrere DNA-Spuren des Ehemanns gefunden, unter anderem auf einer Patronenhülse aus der Tatwaffe. Er sitzt bereits seit Freitag wegen Totschlags in Un­tersuchungshaft. Er selbst bestreitet die Tat.

Ortungsdaten des Handys brachten Aufschlüsse

Weiterhin wird auf Untersuchungsergebnisse gewartet, die Auskunft über Schmauchspuren auf der Kleidung und der Haut des Tatverdächtigen geben. Außerdem erhofft sich die nach dem Tatort benannte 21-köpfige Mordkommission »Eister« Aufschlüsse von den Ortungsdaten des Handys des Ehemannes. Unklar ist des Weiteren auch, welches Fahrzeug der Verdächtige für die Tat nutzte.

GPS-Daten seines Mercedes sollen hierfür ebenfalls ausgewertet werden. Die Ermittler versprechen sich dadurch ein Bewegungsprofil am Morgen des Tattages.

Die Polizei sucht derweil dringend Zeugen, die Angaben dazu machen können, ob sie das Auto des Verdächtigen am Tatort oder in der Nähe beobachtet haben. Die Tatwaffe konnte noch nicht gefunden werden.

Streitereien bei der Scheidung

Tanja S. und ihr Ehemann waren bereits zum zweiten Mal verheiratet. Bei der ersten Scheidung soll es zu Streitereien gekommen sein – Gründe hierfür sollen vor allem das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder sowie Geld gewesen sein. Der Mann soll die Frau bereits damals mit einer Waffe bedroht haben. Außerdem soll es ungeklärte Brandstiftungen gegeben haben – so brannte sowohl ein Auto vor der Firma des Ehemannes als auch ein Pool-Häuschen von Tanja S.

Der Bielefelder Anwalt Dr. Holger Rostek vertritt seit Montag den Beschuldigten. »Er beteuert seine Unschuld«, erklärte der Verteidiger.

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