Für Michael Osterheider ist der »Horror-Haus«-Prozess beendet Wilfried W. hat Vorbehalte gegen neue Gutachterin

Paderborn/Höxter (WB/ca). Wie erwartet hat das Paderborner Schwurgericht seinen Beschluss verkündet, den Gutachter Prof. Michael Osterheider zu entpflichten. Der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus sagte, einem Attest des Bezirksklinikums Regensburg zufolge könne Osterheider »seinen beruflichen Pflichten nicht nachkommen«.

Dr. Nahlah Saimeh
Dr. Nahlah Saimeh Foto: Besim Mazhiqi

Osterheider hatte sich vor Wochen krankgemeldet, nachdem er unter Druck geraten war. Unter anderem hatte er über ein Gespräch mit dem Angeklagten Wilfried W. (47) in der Haftanstalt Detmold berichtet, das überhaupt nicht stattgefunden haben soll.

Wilfried W. habe Vorbehalte

Mit der Begutachtung von Wilfried W. beauftragte das Gericht die Ärztin Dr. Nahlah Saimeh, die auch schon die Mitangeklagte Angelika W. (48) untersucht hat. Die Gutachterin schätzt den Zeitbedarf auf höchstens 25 Stunden.

Dass sich Wilfried W. von ihr untersuchen lässt, steht allerdings noch nicht fest. Verteidiger Dr. Carsten Ernst sagte, sein Mandant habe Vorbehalte, weil er fürchte, die Gutachterin sehe ihn durch die Brille der Mitangeklagten.

Dr. Saimeh versicherte dem Angeklagten, sie sei neutral. Sie wolle ihn lediglich mit dem konfrontieren, was an den bisherigen Verhandlungstagen erörtert worden sei, und seine Position dazu erfragen. »Ich wäre sogar damit einverstanden, dass einer der Verteidiger schweigend an der Untersuchung teilnimmt.«

Erstes Kennenlernen nach Prozesstag

Nach dem gestrigen Prozesstag, der 35 Minuten dauerte, fand ein erstes Kennenlernen im kleinen Kreis statt. Wilfried W., Anwalt Dr. Carsten Ernst, Dr. Nahlah Saimeh und ein Wachtmeister saßen in einem Besprechungsraum zusammen. Ob Wilfried W. sich begutachten lässt, soll Ende der Woche feststehen.

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