»Horror-Haus«: Kammer ermöglicht Prozessbeteiligten Stellungnahme Gericht erwägt Gutachterwechsel

Paderborn (WB/ca). Im »Horror-Haus«-Prozess erwägt das Schwurgericht, die Sachverständige Dr. Nahlah Saimeh auch mit der Begutachtung des Angeklagten Wilfried W. (47) zu beauftragen. Das hat das Landgericht Paderborn den Prozessbeteiligten schriftlich mitgeteilt.

Übernimmt die Sachverständige Dr. Nahlah Saimeh?
Übernimmt die Sachverständige Dr. Nahlah Saimeh? Foto: Besim Mazhiqi

 Der bisherige Gutachter Prof. Michael Osterheider steht unter anderem im Verdacht, in seinem Gutachten über Wilfried W. ein Gespräch zu schildern, das er überhaupt nicht geführt hat. Die Entscheidung, Osterheider durch Saimeh zu ersetzen, will die Kammer aber noch davon abhängig machen, wie sich Osterheider zu den Vorwürfen erklärt. Er hatte sich krankgemeldet und an den vergangenen beiden Prozesstagen nicht teilgenommen.

Das Gericht gab den Prozessbeteiligten die Möglichkeit, sich zu der angedachten Umbesetzung bis heute zu äußern. Peter Wüller, der Anwalt von Angelika W., sagte, er gebe gegenüber der Kammer keine Stellungnahme ab. »Das Gericht ist völlig frei in seiner Gutachterwahl. Deshalb ist es unerheblich, was ich darüber denke.«

Erneute Befragung würde Prozess bis Sommer verlängern

 Dr. Detlev Binder, der Verteidiger von Wilfried W., erklärte, er habe »keine Bedenken«, seinen Mandanten von Dr. Nahlah Saimeh begutachten zu lassen. Allerdings habe die Psychiaterin seiner Ansicht nach die bisher gehörten Zeugen nur aus der Sicht der Mitangeklagten Angelika W. befragt, die sie begutachten sollte. Binder erscheint es notwendig, alle Zeugen noch einmal zu laden, um sie erneut von der Gutachterin befragen zu lassen – diesmal im Hinblick auf Wilfried W.

Ob das tatsächlich nötig ist – auch dazu wird Dr. Saimeh möglicherweise am Dienstag bei der Fortsetzung des Prozesses etwas sagen. Eine erneute Zeugenbefragung würde das Verfahren mindestens bis zum Sommer verlängern.

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